Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Oliver Kratzsch tritt zur Bürgermeisterwahl an
Lokales Havelland Oliver Kratzsch tritt zur Bürgermeisterwahl an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:28 30.08.2017
Oliver Kratzsch genießt es, wenn es mal klappt, dass er etwas früher zu Hause ist. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Fragt man Oliver Kratzsch nach seiner Heimatstadt Nauen, dann kommt er ins Schwärmen: „Es gibt keinen schöneren Ort, um dort zu leben.“ Die Altstadt sei wunderschön saniert, aber auch in den Ortsteilen gebe es Leuchtpunkte wie das Schloss Ribbeck oder das Landgut in Groß Behnitz. „Nauen hat den absoluten Standortvorteil: Es ist ländlich gelegen, aber nahe an Berlin und Potsdam.“ Als Stadtverordneter hat der SPD-Politiker mitgeholfen, die Stadt zu gestalten. Jetzt will er es auf eine andere Art tun. Deshalb hat sich der 36-Jährige auf den Bürgermeisterposten beworben. Am 24. September wird gewählt.

Mit Kratzsch tritt damit jemand an für diesen Posten, der Nauen recht gut kennt. Zwar ist er dort nicht geboren, sondern in Staaken. Dies aber auch nur, weil am Geburtswochenende dieses Krankenhaus gerade Bereitschaft hatte und nicht das Nauener. Dann kamen Schule und Lehre. Bei der Firma Löhmann erlernte er den Malerberuf. „Das war das, was ich schon als kleiner Junge werden wollte, das hat mir Spaß gemacht“, sagt Kratzsch.

Zur Politik kam er eher zufällig. Dass es die SPD wurde, war ein wenig vorbestimmt. „Mein Vater war nach der Wende in der SDP. Er hat mich nicht bewusst geprägt, aber vielleicht hat es mich am Ende doch geprägt“, meint Kratzsch. Bei der Bundestagsabgeordneten Angelika Krüger-Leißner klebte er 2001 Plakate und managte dann ihren Wahlkampf. „Ich bin da reingewachsen, wobei für mich die sozialdemokratischen Werte wie Solidarität, Freiheit, Gerechtigkeit immer wichtig waren.“ Mit der Zeit hat er immer mehr Verantwortung übernommen, ist jetzt SPD-Fraktionschef in der Stadtverordnetenversammlung.

Wie Kratzsch sagt, traue er es sich durchaus zu, das Rathaus zu führen mit 80 Mitarbeitern allein in der Kernverwaltung. Nach seinem Studium für öffentliche Verwaltungswirtschaft hat er beim Landkreis Havelland angefangen, arbeitet dort dezernatsübergreifend und besitzt sogar Erfahrungen als Pressesprecher. Er ist im Personalrat und ist im Katastrophenschutz ausgebildet. „Ich kann mich in viele Lebenssituationen hineinversetzen.“

Als Kind schätzte Kratzsch am Malerberuf, dass man ganz schnell Dinge verändern kann, in dem man einem Haus eine andere Farbe gibt. Dass es im Bürgermeisterjob nicht ganz so schnell geht, weiß er natürlich. Da ist Ausdauer gefragt. Auf jeden Fall will er dafür sorgen, dass die Infrastruktur wie Kitas oder Schulen mit der zunehmenden Bevölkerungsentwicklung Schritt hält. Auch altengerechtes Wohnen spiele dabei eine Rolle. Eine Aufgabe werde sein, die Altstadt lebendig zu halten. „Viele Geschäfte haben künftig keine Nachfolge.“ Er will verhindern, dass nur noch 1-Euro-Läden Einzug halten. Sauberkeit und Ordnung will er ebenfalls verbessern, indem personell aufgestockt wird; und er will dafür sorgen, dass sich Verwaltung noch mehr als Dienstleister für den Bürger versteht.

Bei all den selbst gesteckten Zielen wird er im Falle der Wahl bei der eigenen Freizeit Abstriche machen müssen. Das ist schon jetzt der Fall. „Früher habe ich viel Sport getrieben. Beim Spinning konnte ich mich immer richtig auspowern“, sagt er. Spaß hatte auch der Crosslauf 2015 gemacht. Viel Zeit nimmt zudem der Karneval in Anspruch, da tanzt Oliver Kratzsch im Männerballett. Zusammen mit seiner Frau stellte er auch schon einmal das Prinzenpaar. „Ich würde gern noch mehr machen, auch beim VfL Nauen. Aber das schafft man nicht mehr. Ansonsten macht man es nur halbherzig, das aber will ich nicht.“

Als Karrierepolitiker sieht er sich nicht: „Ich wollte nie in die Politik, um Karriere zu machen. Dass muss immer auch noch Spaß machen.“ Den Bürgermeisterposten sieht er als anstrengenden, aber auch als den schönsten Job an, wie er sagt. Hoffnung macht ihm, dass er bei der Kommunalwahl 2014 die mit Abstand meisten Stimmen geholt hatte. „Ich sage immer: Geht am 24. September wählen. Ich bin angetreten, um zu gewinnen. Sollte es aber nicht klappen, dann falle ich nicht in ein schwarzes Loch.“

Das MAZ-Talk-Wahlforum zur Bürgermeisterwahl findet am 7. September um 18 Uhr auf dem Leonardo-da-Vinci-Campus statt. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind möglich unter www.MAZ-online.de/Wahlforumnauen oder Telefon: 03 31/2 84 02 94.

Von Andreas Kaatz

Zu den heißen Tagen war jede Menge geboten in Semlin. Das Urlauberdorf am See lud zum Sommerfest und zum Drei-Seen-Lauf. Für den Schriftsteller Martin Keune, der seine Freizeit am liebsten in Semlin verbingt, war das der Anlass zu einer ganz besonderen Liebeserklärung.

30.08.2017

Die Open-Air-Gallery auf der Berliner Oberbaumbrücke ist die größte Freiluftausstellung in der Hauptstadt. Am Sonntag ist der Landiner Künstler Dirk Friese erstmals dabei. Er wird seine experimentellen Fotoarbeiten präsentieren.

02.09.2017

So genannte Reichsbürger, die die Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennen, sind auch in Rathenow (Havelland) aktiv. In der Verwaltung wurden zuletzt drei Anträge gestellt, den Ausweis zu ändern. Es ist das erste Mal, dass sich Vertreter der Bewegung, die dem rechten politischen Spektrum zugerechnet wird, zu erkennen geben.

02.09.2017