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Optikpark kann das MS Sonnenschein nicht retten

Rathenow Optikpark kann das MS Sonnenschein nicht retten

Weil das Motorschiff Sonnenschein aufwendig repariert werden muss, hat der Eigner sich schweren Herzens entschlossen, den Ausflugsdampfer auszumustern. Der Vorschlag einer MAZ-Leserin, der Optikpark solle das Schiff als Café nutzen, hat Charme – ist aber nicht zu finanzieren.

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Über 40 Jahre war das MS Sonnenschein auf der Havel rund um Rathenow unterwegs. Nun soll das Schiff ausgemustert werden.

Quelle: MAZ

Rathenow. Die Nachricht von der Ausmusterung des Motorschiffs Sonnenschein hat viele Rathenower traurig gemacht. Immerhin war der Ausflugsdampfer über 40 Jahre auf der Havel rund um Rathenow unterwegs und hat in dieser Zeit tausende Menschen erfreut. Weil eine kostspielige Reparatur ansteht, hat Reeder Bernd Bolz schweren Herzens entschieden, sich von seinem Schiff zu trennen (MAZ berichtete).

Kaum war die Nachricht in der Welt, gab es neben enttäuschten Reaktionen auch schon die ersten Ideen, wie das Schiff vor der Verschrottung gerettet werden könnte. MAZ-Leserin Marina Rieß aus Mögelin schlug vor, das Schiff dem Optikpark zu übermachen. Und zwar als Café. Zu fahren bräuchte es dann nicht mehr, aber als Attraktion für die Gäste würde das Schiff doch sicher noch taugen.

Dass dieser Gedanke ganz so abwegig nicht ist, wird nach einem Gespräch mit Optikpark-Geschäftsführerin Elfie Balzer klar. Tatsächlich sei ihr genau dieser Gedanke gekommen, nachdem sie von der Ausmusterung des MS Sonnenschein erfahren habe, sagte sie am Dienstag auf MAZ-Anfrage. Denn ohne Zweifel sei das Schiff in den vergangenen 40 Jahren zu einer Art Rathenower Wahrzeichen geworden. Eine Bereicherung für den Optikpark stelle es also allemal dar.

Doch nach der ersten Euphorie meldete sich bei der Optikpark-Chefin der Realitätssinn – und der machte der Träumerei vom Schiffscafé schnell den Garaus. „Ein solcher Plan ist mit den finanziellen Möglichkeiten des Optikparks nicht zu realisieren“, sagt Balzer. Denn auch wenn das Schiff nicht mehr fahre, sondern nur noch vor Anker liege, müsse es doch regelmäßig auf seine Sicherheit überprüft werden. Die rostige Stelle im Rumpf etwa, die Bernd Bolz dazu veranlasst, das Schiff auszumustern, müsste ja auf jeden Fall repariert werden. Und auch in den kommenden Jahren sei das MS Sonnenschein regelmäßigen Prüfungen zu unterziehen und müsste für Reparaturarbeiten auf die Werft. „Die anfallenden Kosten würden unser Budget definitiv sprengen“, sagt Balzer. „Das ist sehr schade, ein Schiffscafé wäre sicherlich eine Bereicherung unseres Angebots“, sagt sie. Aber bei aller Liebe könne der Optikpark, der mit seinem Etat ohnehin schon sparsam haushalten müsse, sich so eine Investition nicht leisten.

Sollte sich nicht bald ein anderer Interessent finden, geht an der Verschrottung des Schiffes wohl kein Weg vorbei.

Von Markus Kniebeler

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