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Havelland Optis brauchen neues Zuhause
Lokales Havelland Optis brauchen neues Zuhause
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02:15 17.09.2017
Ein Teil der Optis in ihrem Probenraum in der Rathenower Curlandstraße, den sie zum Ende des Jahres verlassen müssen. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Wer im Westhavelland aufgewachsen ist, ist mit den „Rathenower Optis“ groß geworden. Seit fast 60 Jahren ist das Schalmeienorchester auf Stadt- und Dorffesten in der Region präsent und vertritt die havelländische Kreisstadt auf diversen musikalischen Wettbewerben. Zahlreiche Urkunden im Proberaum zeugen von einer lebendigen und erfolgreichen Vereinsgeschichte.

Das Schalmeienorchester gehört zur Kreisstadt wie der FSV Optik und der Optikpark. Und dennoch bangen die Musiker dieser Tage um die Existenz ihres Orchesters. „Wir wissen nicht, wo wir im nächsten Jahr proben können, weil uns der neue Vermieter zum Ende des Jahres gekündigt hat“, berichtet Cassandra Marciniak. Sie spielt seit 17 Jahren Schalmeien, die Optis sind für sie eine zweite Familie.

Früher probten die Optis im Kulturzentrum

Ähnlich empfindet auch der musikalische Leiter des Orchesters, Olaf Arndt-Sieg, der seit 36 Jahren mit den Optis verbunden ist. „Seit 1998 proben wir in diesen Räumen“, erzählt Olaf Arndt-Sieg und zeigt den Proberaum mit Werkstatt in einem Nebengebäude des ehemaligen Manufakturbetriebs der optischen Gesellschaft Julius Laack in der Curlandstraße. Die frühere Eigentümerin des Hauses hatte die Räume den Optis kostenlos zur Verfügung, lediglich die Betriebskosten mussten sie zahlen.

„Davor hatten wir im Kulturzentrum geprobt. Als das Haus dann umgebaut wurde, mussten wir raus und fanden zum Glück hier ein neues Zuhause. Allerdings war das Gebäude schon damals in einem schlechten Zustand“, erinnert sich der musikalische Leiter.

Das Gebäude muss dringend saniert werden

Die Eigentümerin des Hauses ist inzwischen verstorben. Das Rathenower Unternehmen MB Immobilein erwarb vor zwei Jahren den gesamten Komplex. Wie Matthias Brunn von MB Immobilien sagt, nutzt der Verein die Räumlichkeiten noch immer mietfrei. Allerdings sei der Zustand des Gebäudes mittlerweile so schlecht, dass eine Sanierung nun dringend erforderlich ist. Auch die Optis berichten von der Baufälligkeit des Hauses. Im Bad sei bereits die Decke runtergekommen.

„Wir hatten den Verein bereits vor einem halben Jahr darauf hingewiesen, dass sie sich nach einer neuen Bleibe umschauen sollen, weil wir den Komplex sanieren müssen und die Sicherheit nicht länger gewährleistet ist. Natürlich kann ich die Not verstehen, aber wir müssen jetzt handeln, bevor das Gebäude verfällt“, betont Matthias Brunn.

Nachwuchsarbeit wird bei den Optis großgeschrieben. Quelle: Christin Schmidt

Die Notlage der Optis ist auch im Rathaus bekannt. Vereinsmitglieder hatten sich persönlich an Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) gewandt, allerdings kann auch das Stadtoberhaupt keine Lösung aus dem Ärmel schütteln. „Wir suchen derzeit nach einer Alternative, allerdings ist das recht schwierig, da die Kapazitäten der Stadt begrenzt sind“, sagt Stadtsprecher Jörg Zietemann.

Die Verwaltung sei bemüht, eine Lösung zu finden. Es gebe zum Beispiel die Idee, die Schulen verstärkt als soziokulturelle Zentren zu nutzen und diese in den Abendstunden für Vereine zur Verfügung zu stellen. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis sei möglich. Matthias Brunn zeigt sich ebenfalls offen für Vorschläge. Wenn Stadt und Landkreis bereit sind, das Gebäude gemeinsam mit ihm zu entwickeln und es dafür entsprechende Fördermittel gibt, wäre es denkbar, dass die Optis nach der Sanierung wieder einziehen, so Brunn.

Optis und Bands wollen gemeinsam nach einer neuen Bleibe suchen

An den Landkreis Havelland, der sich zu dem Thema bisher noch nicht geäußert hat, wandten sich die Optis bereits 2008. Damals zog die Städtische Musikschule von der Hagenstraße zum Schwedendamm. Die Optis hatten sich beim Landkreis erkundigt, ob sie die alte Musikschule, die nun seit Jahren leer steht, nutzen können. Vergebens.

„Ich bin enttäuscht, dass so wenig Unterstützung von Stadt und Landkreis kommt“, sagt Heike Burrasch, die seit sechs Jahren Mitglied im Orchester ist. Bis zu 60 Musiker gehörten in Spitzenzeiten den Optis an, heute spielen noch 16 Erwachsene und fünf Kinder mit.

Die Optis sind nicht die einzigen, die eine neue Bleibe suchen. Auch die Bands, die in den Askania-Werken proben, sind betroffen. Sie haben inzwischen Kontakt mit den Optis aufgenommen. „Wir wollen uns gegenseitig bei der Suche nach neuen Räumen unterstützen. Vielleicht findet sich ja eine Lösung für uns alle“, hofft Julien Glapski von den Anulus.

Von Christin Schmidt

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