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Havelland Orangenbäume und mehr für Gambia
Lokales Havelland Orangenbäume und mehr für Gambia
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09:54 28.03.2018
Dank des Vereins Hand in Hand gibt es in Kitty nun auch fließendes Wasser. Quelle: Hand in Hand e.V.
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Rathenow

Um fast 180 Orangenbäume reicher sind die Menschen in dem gambischen Dorf Kitty. Zu verdanken haben sie das hilfsbereiten Menschen aus dem Havelland, die in den letzten Monaten mit Begeisterung spendeten. Allen voran Katja und Elke Dartsch vom Förderverein Spatzennest in Göttlin. Sie hatten die Idee, für je acht Euro einen Orangenbaum inklusive Namensband zu verkaufen. Nun will sich Elke Dartsch persönlich davon überzeugen, dass die Bäume in Kitty tatsächlich gedeihen. Am 10. März fliegt sie mit Mitgliedern des Vereins Hand in Hand von Berlin über Brüssel nach Banjul. Von dort ist Kitty nur eine Autostunde entfernt.

Die Vorsitzende des Vereins Hand in Hand, Kerstin Gebhardt, ist ein großer Fan des Göttliner Projekts „Kinder der halben Sonnen“. Seit einem Jahr besteht ein enger Kontakt zwischen den Göttlinern und Gebhardt, die seit 2014 den Menschen in Kitty hilft und dort verschiedene Projekte realisiert hat. Unter anderem bekam die Schule neue Bänke, auch die Voraussetzungen für die Landwirtschaft in Kitty wurden geschaffen. Dafür haben Dorfbewohner und Vereinsmitglieder gemeinsam einen Brunnen gebaut sowie einen Zaun, der Obst und Gemüse vor Wildfraß schützt.

Bewohner in Kitty pflegen engen Kontakt mit Freunden in Deutschland

Sogar eine automatische Bewässerung gibt es inzwischen. Diese ermöglicht jetzt vielen Familien selbst in der Trockenzeit etwas anzubauen. Importe lehnt der Verein ab. Alles, was irgendwie vor Ort gekauft oder selbst gebaut werden kann, soll nicht von außen ins Land geschafft werden. „Es geht darum, gemeinsam mit den Menschen vor Ort Wege zu finden, aus den vorhandenen Ressourcen das bestmögliche zu machen“, erklärt Elke Dartsch. Die 52-Jährige ist begeistert von der Arbeitsweise des Vereins. „Ich habe so viel gehört, jetzt möchte ich mir das Ganze mit eigenen Augen ansehen“, erklärt Elke Dartsch den Grund ihrer Reise.

Die Vorsitzende des Vereins „Hand in Hand“, Kerstin Gebhardt, umringt von den jüngsten Bewohnern des Drofes Kitty. Quelle: Hand in Hand e.V.

Zwischen den Dorfbewohnern und dem Verein Hand in Hand besteht ein sehr enger Kontakt. Auch wenn kein Vereinsmitglied vor Ort ist, werden die Freunde in Deutschland auf dem Laufenden gehalten. Mit dem Handy dokumentieren die Menschen in Kitty die Fortschritte und Erfolge, die auch Elke Dartsch inzwischen mitverfolgt. „Es ist wirklich schön zu sehen, wie stolz sie in Kitty auf das, was sie erschaffen haben, sind.“ Tatsächlich wurde mittlerweile so viel in dem Ort erreicht, dass der Verein seine Arbeit nun in anderen Orten fortsetzen kann.

Hilfe zur Selbsthilfe – Kitty soll bald auf eigenen Füßen stehen

„Es ist an der Zeit, dass die Menschen auf eigenen Füßen stehen und das Erschaffene pflegen und verwalten. Denn es ist nicht das Ziel, sie bei allem zu unterstützen. Die Hilfe ist als Anschub zu verstehen“, macht Elke Dartsch deutlich. Das kann gelingen, weil nur solche Maßnahmen umgesetzt werden, die praktikabel sind und der Mentalität der Menschen vor Ort entsprechen. „Es macht keinen Sinn, ihnen unseren Lebensstil aufzudrücken“, betont die Göttlinerin. Sie selbst ist zwar kein Mitglied von Hand in Hand, unterstützt die Bewohner von Kitty aber privat und mittels des Göttliner Fördervereins.

Ein Orangenbaum in Kitty, der von Maximilian aus Rathenow gespendet wurde. Quelle: Hand in Hand e.V.

Nicht immer erschließt sich für Elke Dartsch sofort der Sinn der Projekte. Zum Beispiel konnte sie erst nicht nachvollziehen, warum Kitty eine Fußballmannschaft braucht. Jetzt ist ihr klar, dass dadurch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird. „Wer in der Mannschaft und damit in der Dorfgemeinschaft gebraucht wird, verlässt seine Heimat nicht. Das schafft eine Bindung zum eigenen Land und hält die Menschen ab, die gefährliche Reise nach Europa anzutreten“, sagt Dartsch. Es scheint, als hätten Kerstin Gebhard und ihre Mitstreiter einen Weg gefunden, die so oft gepredigte Hilfe zur Selbsthilfe auf eine ganze eigene Weise erfolgreich zu praktizieren. Und ganz nebenbei bekämpfen sie noch Fluchtursachen.

Von Christin Schmidt

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