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Orientalische Genüsse in der Buchhandlung

Falkensee Orientalische Genüsse in der Buchhandlung

Kulinarische Genüsse lockten am Freitagabend viele Leckermäuler in die Falkenseer Buchhandlung „Leseratte“. Ulrike Plessow stellte ihr Werk „Das orientalische Kochbuch – Bilder, Geschichten und Rezepte der Familie Tatlici“ vor.

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Ulrike Plessow und Sabine Ostermann (r.).

Quelle: Hans-Peter Theurich

Falkensee. Kulinarische Genüsse lockten am Freitagabend viele Leckermäuler in die Falkenseer Buchhandlung „Leseratte“. Ulrike Plessow stellte ihr Werk „Das orientalische Kochbuch – Bilder, Geschichten und Rezepte der Familie Tatlici“ vor.

Bevor die Lesung begann, bekam jeder einen Spritzer Eau de Cologne in die Hand. „Das ist ein Zeichen der türkischen Gastfreundschaft. Früher badete man im Orient dem Gast die Füße. Heute reicht man Kölnisch Wasser“, erklärte Özgür Tatlici. Buchhändlerin Kristine Millberg begrüßte rund 30 Gäste im ausverkauften Haus.

Ulrike Plessow ist mit Özgür Tatlici verheiratet, dessen Eltern 1961 nach Berlin kamen. „Ich habe zwei Zuhause“, sagte Özgür Tatlici. Er wurde in der Türkei geboren, verbrachte in Antakya an der syrischen Grenze seine Kindheit. Von den zwei Heimaten handelt auch eine der Geschichten im Buch. „Die nächste große Stadt war Aleppo, dort fuhren wir zum Einkaufen hin.“ Antakya, das antike Antiochia, war eine weltoffene Stadt, in der sich die Kulturen mischten, Christen, Juden und Muslime lebten friedlich miteinander. Und so vielfältig ist auch die Küche – türkisch mit arabischem Einfluss, wie Hackfleisch mit Walnüssen.

Ohne Ulrike Plessows Schwiegermutter, Kahire Tatlici, hätte das Kochbuch niemals das Licht der Welt erblickt. In ihrem Kopf sind die leckersten Rezepte abgespeichert. Monatelang wurde gekocht, abgewogen, und gegessen: „Ich habe acht Kilo zugenommen“, scherzte Özgür Tatlici und erzählte Geschichten von süßen Kringeln, die sein Onkel, ein Zuckerbäcker, für ihn als Kind gebacken hatte. Eben jene honigtriefenden Kringel gab es auch am Freitagabend. Das Publikum hörte gebannt Geschichten über Sommerferien am Meer und Picknicks an den berühmten Quellen des Ortes Harbiye nahe Antakya. Zur zünftigen Mahlzeit im Freien gehören erfrischende Salate aus Oliven oder Zwiebeln, das Weißbrot Pide, Köfte, eine Art Buletten aus Gemüse oder Hack: Alles Familienrezepte von Mutter Kahire, aufgeschrieben von Ulrike Plessow aus Falkensee.

„Wo gibt es die Zutaten?“ war eine wichtige Frage. Ganz einfach, in den türkischen Supermärkten. Große Platten mit Wasserbörek, eine Pastete mit Schafskäse, gefüllten Weinblättern und zweierlei Süßspeisen leerten sich im Nu. Sabine Ostermann mochte Wasserbörek: „Es ist eine Art Pasta, schmeckt erfrischend säuerlich“, sagte die Künstlerin aus Falkensee. Dietlinde Glöckner aus Spandau hatte das Kochbuch und die Einladung zur Lesung geschenkt bekommen. Sie freute sich, dass sie nun die leckeren gefüllten Weinblätter nachkochen kann.

„Das orientalische Kochbuch“ informiert leichtfüßig über das Leben in „zwei Zuhause“, macht Appetit auf exotische Genüsse und bezaubert mit den liebevoll gemalten Aquarellen von Annegret Ritter, ist im Verlagshaus Jacoby und Stuart erschienen und kostet 19,95 Euro.

Von Judith Meisner

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