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Ortsbeirat will Kompromiss im Häuserstreit

Elstal Ortsbeirat will Kompromiss im Häuserstreit

Der Eigentümer der Eulenspiegel-Scharnhorstsiedlung in Elstal (Havelland) möchte, dass die verbliebenen Grundstücke bebaut werden können. Dazu muss aber der Bebauungsplan für das Areal geändert werden. Der Ortsbeirat hat nun einen Kompromissvorschlag gemacht.

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In der Elstaler Eulenspiegel–Scharnhorstsiedlung könnten vier weitere Grundstücke bebaut werden.

Quelle: Tanja Marotzke

Elstal. Mit der Frage, ob in der Eulenspiegel-Scharnhorstsiedlung in Elstal noch weitere Häuser gebaut werden sollen, mussten sich die Mitglieder des Ortsbeirates Elstal am Mittwochabend zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen befassen. Am Ende einer langen Diskussion sagten sie Ja zu dem Wunsch des Eigentümers des Areals, der Wohn-Staete Haus GmbH & Co Grundstücke KG. Aber sie verbanden diese Zustimmung mit Auflagen. Die nächste Instanz, der Wustermarker Bauausschuss, wird sich nun am kommenden Dienstag mit dem Thema befassen und dann eine Vorentscheidung treffen.

Es geht lediglich um vier noch unbebaute Grundstücke, auf denen Einfamilienhäuser entstehen könnten. An sich kein Problem, betrachtet man die beiden großen Siedlungen gegenüber dem Eingang zum Olympischen Dorf. Doch sowohl die Mitglieder des Elstaler Ortsbeirates als auch die im Wustermarker Bauausschuss hatten zuletzt immer wieder durchblicken lassen, dass „wir nicht ständig irgendwelche Abweichungen von geltenden Bebaungsplänen zulassen wollen“, fasste Gemeindevertreter Tobias Bank (Linke) am Mittwoch zusammen. Genau das aber müsste jetzt wieder erfolgen, wenn die vier letzten freien Grundstücke bebaut werden sollen.

Dabei haben die Gemeindeverwaltung Wustermark und die örtlichen Kommunalpolitiker die verzwickte Situation in der Eulenspiegel-Scharnhorstsiedlung (mit Zwergensteig, Feenring und Koboldsteig) nicht zu verantworten. Die ist entstanden, weil im Bebauungsplan aus dem Jahre 1996 eine Kontingentierung von bebaubaren Grundflächen enthalten ist und diese mittlerweile fast ausgeschöpft wurde. Das kam zustande, weil der ursprüngliche Eigentümer des Areals insolvent war, die Wohn-Staete Teile übernommen und die Grundstücke einzeln vermarktet hat. Damals haben viele Hauseigentümer so groß gebaut, wie sie wollten.

Das ging solange gut, bis die zulässige überbaubare Grundfläche in den Siedlungen erreicht war. „Nun sitzen wir auf den übrigen Grundstücken, die teilweise schon verkauft sind. Aber die Leute können nicht bauen“, sagte der Geschäftsführer der Wohn-Staete Haus GmbH & Co Grundstücke KG Simon Gielsira. „Eigentlich ist das nicht das Problem des Ortsbeirates“, hielt Ortsvorsteher Matthias Kunze (SPD) dagegen. „Wenn Leute einfach Grundstücke kaufen, ohne sich vorher über die Bebaubarkeit zu informieren, ist das deren Schuld.“ Erschwert werde die Entscheidung zur Verdichtung in beiden Siedlungen noch dadurch, dass schon jetzt kaum freie Parkflächen vorhanden seien und die Verkehrssituation sich weiter verschlechtern würde“, so Kunze.

Zugunsten der Wohnstate Haus GmbH könnte sich ein Einwand des Landkreises Havelland auswirken. Der hatte der Gemeindeverwaltung Wustermark signalisiert, dass die er folgte Festsetzung der maximal bebaubaren Grundfläche für das Gesamtgebiet aus heutiger Sicht und nach geltender Rechtsprechung nicht zulässig sei. Deshalb habe der Eigentümer einen Anspruch darauf, dass die Festsetzung im Bebauungsplan geändert werde.

Als Kompromiss soll sich der Eigentümer verpflichten, einen an die Siedlungen angrenzenden Grünstreifen mit Bäumen, Hecken oder Sträuchern zu bepflanzen. Außerdem sollen auf den vier betroffenen Grundstücken wasserdurchlässige Materialien für zu errichtende Stellplätze verwendet werden. Dazu erklärte sich Simon Gielsira grundsätzlich bereit.

Von Jens Wegener

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