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Ortsumgehung wird durch Schutzgebiet führen

Premnitz Ortsumgehung wird durch Schutzgebiet führen

Der Bau einer B-102-Ortsumgehung für Döberitz, Premnitz und Mögelin ist in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Das Planfeststellungsverfahren soll 2018 stattfinden. Seit sehr langer Zeit hat es im Westhavelland ein solches Projekt nicht gegeben. Die neu zu bauende, sechs Kilometer lange Straße würde durchs Naturschutzgebiet „Mögeliner Luch“ führen.

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Etwa in diesem Bereich, durch das Naturschutzgebiet Mögeliner Luch, würde die neue B-102-Ortsumgehungsstraße verlaufen.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Dem Westhavelland steht ein Infrastrukturprojekt bevor, das es in dieser Art hier seit sehr langer Zeit nicht gegeben hat. Der Bau einer B-102-Ortsumgehung für Döberitz, Premnitz und Mögelin ist in den Bundesverkehrswegeplan bis 2030 aufgenommen worden. Gegenwärtig wird das Planfeststellungsverfahren vorbereitet, das 2018 stattfinden soll. Der wesentliche Teil des Projektes wird ein völlig neu zu bauendes, gut sechs Kilometer langes Straßenstück sein, das auf der östlichen Seite parallel zur jetzigen B 102 verläuft. Es führt durch Wald, Feld und durchs Naturschutzgebiet „Mögeliner Luch“.

Pflanzen und Tiere wurden dokumentiert

Weil den beteiligten Behörden klar ist, dass es sich um einen sensiblen Naturraum handelt, sind das ganze Jahr 2016 lang dort Pflanzen und Tiere über eine komplette Vegetationsperiode hinweg dokumentiert worden. Ein Bestandteil der Planfeststellungsunterlagen müssen Ausgleichsmaßnahmen sein, die für die Eingriffe in die Natur verwirklicht werden müssen. Das ist besonders knifflig, weil ein Naturschutzgebiet (NSG) von der neuen Straße zerschnitten wird.

Das NSG „Mögeliner Luch“ ist 1998 vom Umweltministerium des Landes per Verordnung festgelegt worden. Es ist 82 Hektar groß, umfasst Erlenbrüche, Torfstiche und feuchtes Grünland auf Niedermoor zwischen Mögelin und Rathenow. Geschützt werden soll der Standort, wegen laut Verordnung „seltener, in ihrem Bestand gefährdeter Pflanzengesellschaften, insbesondere Feuchtwiesen, Röhrichten, Niedermooren, Seggensümpfen, Schwimmblattgesellschaften und Erlenbruchwäldern.“

Das sei ein Lebensraum seltener und bestandsbedrohter Tierarten, insbesondere für eine artenreiche Vogelwelt sowie Lurche und Kriechtiere. Nicht zuletzt wird das Mögeliner Luch als wichtiges Bindeglied zwischen dem Haveltal und dem Havelländischen Luch genannt.

Bau von Straßen und Wegen ist eigentlich verboten

Das Naturschutzgesetz des Landes verbietet Handlungen, die das NSG, seinen Naturhaushalt oder einzelne Bestandteile davon „zerstören, beschädigen, verändern oder nachhaltig stören können“. Ausdrücklich aufgezählt wird unter 26 Punkten, was alles nicht gestattet ist. Unter anderem: das Gebiet außerhalb der Wege zu betreten, Hunde frei laufen zu lassen, zu angeln, die Ruhe der Natur durch Lärm zu stören, wildlebende Tiere zu beunruhigen und Brutstätten zu beschädigen.

Verboten ist dort laut Verordnung eigentlich auch, „Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrseinrichtungen anzulegen“. Die Umgehungsstraße dürfte aber nach einem ordnungsgemäßen Planverfahren, Festlegung von diversen Naturausgleichsmaßnahmen und Anhörung aller Beteiligten wohl trotzdem gebaut werden.

„Eine neue Trasse zieht zusätzlichen Verkehr in vorher unzerschnittene Räume“, sagt René Riep vom Naturschutzbund (Nabu) Westhavelland. Sein Verband habe dem Vorhaben bereits vor Jahren im Raumordnungsverfahren widersprochen. Eine Ertüchtigung der bestehenden Trasse sollte reichen. Dass aus Sicht der Premnitzer eine Ortsumgehung sinnvoll sei, verstehe er, räumt René Riep ein und erinnert: Bei der B 102 in Döberitz und Mögelin handele es sich doch schon um Ortsumgehungen.

Fischadler, Kraniche, Kiebitze, Bekassine und Braunkehlchen brüten im Bereich des Mögeliner Luchs, teilt er mit. Kammmolche, Teichmolche, Moorfrösche, Erdkröten und auch Fischotter hätten dort ihre Lebensräume. Aus naturschutzfachlicher Sicht könne der geplante Straßenbau nicht richtig sein, stellt René Riep fest. Der Naturschutzbund werde dem Projekt auch im Planfeststellungsverfahren widersprechen.

Von Bernd Geske

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