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Havelland Seltene Rassen legen nicht nur Ostern bunte Eier
Lokales Havelland Seltene Rassen legen nicht nur Ostern bunte Eier
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10:21 30.03.2018
Hühnerzüchter Detlef Unkert mit einem französischen Riesenhahn. Quelle: Ralf Stork
Wiesenaue

Wer zu Ostern bunte Eier auf dem Teller haben möchte, hat es heute sehr einfach: Eierfarbe gibt es günstig im Supermarkt. Zu Hause müssen die Tabletten nur noch im warmen Wasser aufgelöst werden. Eier rein, fertig.

Bei Detlef Unkert hat der Weg zum bunten Ei deutlich länger gedauert – alles in allem zwei Jahre: „Alles begann auf einer Geflügelausstellung im Jahr 2005“, sagt Unkert. Schon damals war er ein versierter Züchter. Vor allem auf Hühner der Rasse Zwerg-Welsumer hatte er sich spezialisiert. 2004 kamen Zwerg-Marans dazu.

Hühnerzüchter in Wiesenaue Quelle: Ralf Stork

Bei der Ausstellung präsentierte ein Züchter auch ein paar große Marans – und die legten glänzende, schokoladenbraune Eier. „Als meine Frau die gesehen hat, wollte sie unbedingt auch solche haben“, sagt Unkert.

Kontakte nach Frankreich

Er hingegen hatte überhaupt keine Lust, eine neue Zucht anzufangen. Seine Welsumerzucht war mehr als erfolgreich. Die Tiere gewannen viele Preise und er selbst war im Zuchtverband weit aufgestiegen. Das alles aufzugeben, um mit einer anderen Rasse noch mal bei Null anzufangen? Nö!

Aber wie das manchmal so ist: Wenn die Frau etwas wirklich will, bleibt dem Mann am Ende nichts anderes übrig, als mitzuziehen. Das tat Detlef Unkert schließlich mit aller Konsequenz: Weil er in Deutschland kaum Marans-Züchter fand, knüpfte er Kontakt nach Frankreich – ins Mutterland der Rasse mit den braunen Eiern.

Halber Zuchtstamm gegen Bruteier

Schließlich gelang es ihm, bis zum obersten Marans-Züchter vorzudringen, einem alten Mann, der selbst seit 50 Jahren die seltene Rasse züchtet und nur in ganz seltenen Fällen Audienzen gewährt.

Unkert schenkte ihm den halben Zuchtstamm seiner Zwerg-Marans und bekam im Gegenzug dafür viele, viele Bruteier direkt aus Frankreich. 2007 war das. Seitdem kommen bei Unkert jeden Tag bunte Eier auf den Tisch. Seine Zuchthennen gehören zu den besten in Deutschland.

Hühnerzüchter in Wiesenaue Quelle: Ralf Stork

In einem großen Eierkarton hat er eine Auswahl von dem, was seine Hühner produzieren, zusammengestellt: Da sind die braunen Marans-Eier. Braun, das sagt sich so leicht. Mit dem normalen, braunen Ei aus dem Supermarkt hat das Marans-Produkt jedenfalls nichts zu tun.

Es ist viel dunkler und wärmer, zum Teil fast schwarz. Und die Farbe kommt tatsächlich fast wie beim Eierfärben aufs Ei: „Zunächst ist das Ei normal braun. Erst beim Legen spritzt das Huhn wie in einer Lackierwerkstatt die dunkelbraune Farbe darauf“, sagt Unkert. Die Farbe wird mit Hilfe der roten Blutkörperchen hergestellt.

Indianerstamm in Chile züchtet Hühner

Mit großem Aufwand ließe sie sich auch wieder abkratzen. Das ist bei den zartgrünen Eiern, die ebenfalls auf Unkerts Wohnzimmertisch liegen, anders. „Die grünen Eier kommen von Araucana-Hühnern, einer Hühnerrasse, die von einem Indianerstamm in Chile seit Jahrhunderten gezüchtet wird“, sagt Unkert. Auf der Suche nach bunten Eiern hat er die Rasse 2007 entdeckt und züchtet sie seither selbst.

Hühnerzüchter in Wiesenaue, Quelle: Ralf Stork

Etwas unscheinbarer, aber ebenfalls sehr schön sind die cremefarbenen Eier, die die Bresse-Hühner legen. Und dann sind da noch die Eier der französischen Riesenhühner „Barbezieux“. Die sind zwar nur normal weiß. Dafür sind sie fast doppelt so groß wie normale Eier.

Tiere bekommen Spezialfutter

Die Tiere, die die besonderen Eier liefern, leben alle auf Unkerts Grundstück im Ortsteil Jahnberge, das mit rund 4000 Quadratmetern genügend Platz für die Zuchthühner bietet.

Die Vögel bekommen ein Spezialfutter, auf das Unkert das Patent hält, und haben viel Auslauf. Nachts kommen die Hähne in einen dick gemauerten Stall mit dreifach verglasten Fenstern.

„Schallschutz“ sagt Unkert und schüttelt den Kopf. Das hat ein Nachbar so gefordert und die zuständige Behörde schließlich so verfügt. Der Züchter fühlt sich deshalb ungerecht behandelt. Aber das ist eine andere Geschichte. Jetzt freut sich Detlef Unkert erst mal auf Ostern.

Eine Decke mit Ostermotiven liegt bereits auf dem Tisch. Die ausgepusteten Eier aus eigener Produktion – von sorbischen Künstlern liebevoll verziert – müssen noch aufgehängt werden.

Von Ralf Stork

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