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Havelland Otto-Lilienthal-Fest vom Regen gezeichnet
Lokales Havelland Otto-Lilienthal-Fest vom Regen gezeichnet
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00:18 09.08.2017
Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach und Horst Schwenzer (Lilienthalverein) mit Joachim Grenzdörfer und Rudi Muhrel vom Flugsportclub Berlin-Brandenburg (v. links). Quelle: Norbert Stein
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Stölln

Jedes Jahr am ersten Augustwochenende ehrt Stölln den Flugpionier Otto Lilienthal mit einem Fest. Der Otto-Lilienthal-Verein als Gastgeber hatte diesmal keine leichte Aufgabe. Dauerregen zwang die Organisatoren zu Improvisationen. Das vor der Lady Agnes geplante Unterhaltungsprogramm muss in den Empfangs- und Ausstellungspavillon verlegt werden: Vor der Interflugausstellung präsentieren nun Simone, Stimme der Berliner Rock’n’Roll-Showband „Petticoat“, und Holger, ehemaliger Gitarrist der Band „Western Union“, als Duo eine Revue mit Schlagern der fünfziger und sechziger Jahre. Sie singen „Eine Reise in den Süden“ und lassen die Gäste den Regen für Augenblicke vergessen.

Ines Sawert von der Modeinsel in Rhinow zeigt mit Frauen aus der Region eine Modenschau. „Wir machen das Beste aus der Situation“, sagt Horst Schwenzer, Vorsitzender des Otto-Lilienthal-Vereins. Neben ihm sitzt Heinz-Dieter Kallbach und gibt Autogramme. Der Flugkapitän hat die IL 62 Lady Agnes im Herbst 1989 auf dem Gollenberg zur Landung gebracht und kommt seitdem regelmäßig nach Stölln. Die Lady Agnes braucht eine Sanierungskur, damit sie weiter ein Besuchermagnet, Museum und Standesamt bleiben kann. Rund 100 000 Euro sind dafür nötig. Der Otto-Lilienthal-Verein hat zur Finanzierung einen Fördermittelantrag gestellt. Kallbach und Schwenzer werben auch am Samstag wieder um Spenden für die Lady Agnes. Im Winter wolle man mit der Innensanierung der IL 62 beginnen, erklärt der Vereinsvorsitzende den Besuchern.

Iris Hoffmann, Bürgermeisterin der Gemeinde Gollenberg, gibt den Startschuss für den Lilienthal-Lauf. Quelle: Norbert Stein

Das Wetter hat auch Heiko Scheplitz mit seinem Ultraleichtflugzeug eine Pause verordnet. Zuvor hatte er bei Rundflügen den Gästen das Ländchen Rhinow aus der Luft gezeigt. Am Nachmittag musste er am Boden bleiben, wie auch die Segelflieger, die Fallschirmspringer und die Lenkdrachen.

Zum Auftakt des Festes am Vormittag gab die Bürgermeisterin der Gemeinde Gollenberg, Iris Hoffmann, den Startschuss für den diesjährigen Lilienthal-Lauf über den Gollenberg. Rund 110 Läufer und einige Walker nahmen die Strecke mit Start und Ziel am Vereinsheim des Flugsportvereins Otto Lilienthal in Angriff. Eröffnet wurde das Fest mit einer Kranzniederlegung am Lilienthal-Denkmal auf dem Gollenberg.

Das Gesangs- Duo Simone und Holger unterhielt die Besucher des Festes mit Schlagern aus den fünfziger und sechziger Jahren. Quelle: Norbert Stein

1953 haben Segelflieger den Gedenkstein an jener Stelle gesetzt, an der Otto Lilienthal am 9. August 1896 nach vielen erfolgreichen Flugversuchen dann doch verunglücke. Der verletzte Flugenthusiast wird in den Gasthof Herms gebracht und von dort in ein Krankenhaus nach Berlin, wo er am 10. August an den Folgen des Unfalls stirbt. Sein Grabstein auf dem Friedhof in Berlin-Lichterfelde trägt die Inschrift „Opfer müssen gebracht werden“.

Dass er diese Worte nach seinem Unfall auf dem Gollenberg gesagt hat, dürfe angezweifelt werden, sagte Joachim Grenzdörfer, Beauftragter des Luftfahrtclubs Berlin-Brandenburg für das Lilienthal- Erbe in seiner Gendenkrede. Nachweislich überliefert sei, so Grenzdörfer, dass er seinem ständigen Begleiter Paul Beinlich noch sinngemäß gesagt haben soll: „Wir machen nur eine Pause, dann machen wir weiter.“ Grenzdörfer würdigte Lilienthals Verdienste als Pionier der Luftfahrt. Die Schleife des vor dem Gedenkstein niedergelegten Gebindes trägt die Inschrift: „Erfolge müssen errungen werden.“

Von Norbert Stein

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