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Havelland Outlaw gibt Stelle für Jugendkoordination ab
Lokales Havelland Outlaw gibt Stelle für Jugendkoordination ab
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20:10 25.07.2016
Jugendkoordinatorin Beatrice Graf mit Mitglieder des Jugendparlaments Milower Land. Quelle: Privat
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Milower Land

Ein gutes Jahr ist Beatrice Graf nun Jugendkoordinatorin im Milower Land. Sie hat sich eingearbeitet, der Job macht ihr Spaß und sie hat inzwischen das Vertrauen der Kinder- und Jugendlichen gewonnen. Dank ihrer Unterstützung gibt es jetzt auch wieder ein Jugendparlament in der Gemeinde.

Die junge Frau würde diese Arbeit gern fortsetzen, doch ihr Arbeitgeber, die Outlaw Kinder- und Jugendhilfe gGmbH teilte dem Jugendamt mit, dass er die Trägerschaft der geförderten Personalstelle Jugendkoordination im Milower Land zum 31. Dezember 2016 abgeben wird. „Die Förderung für die PKR-Stelle der Jugendkoordinatorin muss jedes Jahr neu beantragt werden. Wir haben beschlossen, von einer Verlängerung abzusehen, das heißt aber ausdrücklich nicht, dass wir uns aus der Region zurückziehen wollen“, erklärt Outlaw-Geschäftsführer Ralf Evers.

Rückzug aufgrund von internen und wirtschaftlichen Gründen

Ganz überraschend kommt der Rückzug von Outlaw nicht. Schon letztes Jahr schloss der anerkannte Träger der Kinder- und Jugendhilfe seine Außenstelle in Rathenow. Dafür benennt Ralf Evers zum einen interne Gründe, die mit einem Personalwechsel in Rathenow im Zusammenhang stehen: „Bewährte Mitarbeiter haben uns leider verlassen, und die Auslastung ist deutlich gesunken. Wir hätten künftig nur mit einer vollen und einer halben Stelle arbeiten müssen. Mit einer solchen Besetzung lässt sich die Arbeit nach unserem Qualitätsanspruch aber nicht realisieren. Die Nachfrage nach mehr Stellen wurde leider abgelehnt.“

Mit dem Wegfall des Büros in Rathenow vergrößerte sich der Abstand zwischen Beatrice Graf und ihrem Arbeitgeber. „Milow ist recht weit ab gelegen von unseren Büros in Kyritz oder Neuruppin. Als es noch den Standort Rathenow gab, ergab das Ganze Sinn. Zu unserem Bedauern hat sich das geändert“, erklärt Evers. Der Rückzug ist demnach auch eine Konsequenz aus dem Abbau der Stellen in Rathenow. „Es ist ein Schritt, der uns nicht leichtgefallen ist“, betont Evers und fügt hinzu: „Wir haben unserer Mitarbeiterin zwar ein Angebot gemacht, zugleich haben wir dem Jugendamt aber empfohlen, dass sie ein neuer Träger übernimmt, weil sie wirklich eine tolle Arbeit leistet.“

Die Jugend braucht einen Ansprechpartner, dem sie vertraut

Das dürfte auch im Sinne von Felix Menzel, dem Bürgermeister der Gemeinde Milower, sein. „Wir wünschen uns Kontinuität in der Jugendarbeit. Frau Graf ist gut angekommen, sie hat sich eingearbeitet und es wäre einfach Schade, wenn sich unsere Kinder und Jugendlichen wieder auf jemand Neues einstellen müssen“, so Menzel auf MAZ-Anfrage.

Sozialarbeiterin Beatrice Graf sieht das ähnlich: „Ich würde meine Arbeit hier gern fortsetzen. Zum einen, weil die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten nicht besser sein könnte, zum anderen brauchen die Kinder und Jugendlichen einen festen Ansprechpartner, dem sie vertrauen können. Ich habe mir dieses Vertrauen langsam erarbeitet. Über all dem steht, dass ich diese Arbeit liebe.“

Outlaw schließt Neuanfang nicht aus

Wie die Pressesprecherin des Landkreises, Caterina Rönnert, mitteilt, ist es völlig unstrittig, dass die Stelle Jugendkoordination grundsätzlich im Milower Land verortet bleibt. Das Jugendamt bedauere, dass es einen aktiven Träger weniger im Havelland geben wird. Jedoch sei der Rückzug aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nachzuvollziehen.

Beatrice Graf ist unterstützend in den Jugendeinrichtungen in Milow, Großwudicke und Jerchel tätig und kümmert sich zudem anteilig um die Schulsozialarbeit in Milow und Großwudicke. Ihre Stelle ist eine von 37 PKR-Stellen (PKR = Personalkostenrichtlinie) für die Jugendarbeit im Landkreis. Der Jugendhilfeausschuss wird am 14. September die Trägerschaft für die Stelle neu ausloben und am 16. November darüber entscheiden.

Wenngleich sich Outlaw damit vorerst aus der Region zurückzieht, der Wiedereinstig ist nicht ausgeschlossen. „Eine Chance, im Havelland neu anzufangen, würden wir natürlich nicht ausschlagen“, betont Geschäftsführer Ralf Evers und fügt hinzu: „Aufgrund der hohen Bedeutung, der guten Erfahrungen und der nachgewiesenen positiven Auswirkungen der Arbeit hoffen wir, das Angebot bei eventuell wieder wachsendem Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufnehmen zu können.“

Outlaw ist seit 23 Jahren in der Region präsent

Die Outlaw gGmbH ist seit 23 Jahren in der Region präsent.

Seit Outlaw im August 1993 in der Neuruppiner August-Bebel-Straße die Flexible Betreuung gestartet hat, sind immer neue Aufgaben, auch im Havelland hinzugekommen.

Seit 2007 hatte Outlaw in Rathenow flexible erzieherische Hilfen angeboten. Zu Hochzeiten waren fünf bis sieben Mitarbeiter vor Ort.

2015 wurde das Rathenower Büro geschlossen. Eine Chance, im Havelland neu anzufangen, würde Outlaw Geschäftsführer Ralf Evers nicht ausschlagen.

Von Christin Schmidt

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