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Premnitz schafft Raum für Flüchtlinge

PWG renoviert Wohnungen mit Abrissgeld Premnitz schafft Raum für Flüchtlinge

Ganz neue Wege geht jetzt die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG), um Wohnraum für Flüchtlinge bereitzustellen. Sie verwendet ursprünglich für den Abriss vorgesehene Gelder in Höhe von 145.000 Euro aus dem Stadtumbauprogramm, die vom Land umgewidmet worden sind, um Wohnungen für Flüchtlinge zu renovieren.

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Khaled Ibrahim (Mitte) hat für seine Familie eine Wohnung von der PWG bekommen.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Abrissgelder für Flüchtlingswohnungen. Dieser neuartige Slogan wird in Premnitz jetzt in die Tat umgesetzt. Die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) bekommt finanzielle Mittel, die im Rahmen des Stadtumbauprogramms ursprünglich für den Abriss überzähliger Wohnungen vorgesehen waren, und setzt sie für die Renovierung von Wohnungen für Flüchtlinge ein. Selbstverständlich macht die PWG damit keinen Alleingang. Seit kurzer Zeit ist das im Land Brandenburg jetzt erlaubt.

Nicht mehr zu vermitteln, dass Wohnungen abgerissen werden

„Man hätte es niemandem mehr vermitteln können, dass weiterhin Wohnungen abgerissen werden“, erklärt PWG-Geschäftsführer Dietmar Kästner, „während man für Flüchtlinge händeringend Wohnraum sucht.“ So sei bei der Landesregierung im Herbst die Idee entstanden, die Abrissmittel aus dem Stadtumbau Ost entsprechend umzuwidmen. Der Bund habe schließlich zugestimmt, da habe die PWG die entsprechenden Anträge gestellt. Deshalb hat die Stadt Premnitz jetzt 145 700 Euro zur Herrichtung von Flüchtlingswohnungen bekommen, zur Hälfte vom Land und vom Bund, die sie umgehend zweckgebunden an die PWG weiter reicht.

Der genannte Betrag sei nicht eben viel, bremst Dietmar Kästner allzu hohe Erwartungen. So wie beim Abriss im Rahmen des Stadtumbaus gebe es maximal 70 Euro pro Quadratmeter Wohnraum. Das reiche nicht einmal für neuen Fußboden und die Malerarbeiten. Schon gar nicht sei bei diesen Beträgen daran zu denken, zum Abriss vorgesehene Wohnungen wieder so herzurichten, dass Leute einziehen können. „Wir können diese Mittel nicht überall einsetzen“, sagt Dietmar Kästner, „aber in einigen Fällen passt es.“

PWG stellt Landkreis 60 Wohnungen zur Verfügung

Die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft bietet sich für eine Verwendung der in beschriebener Art umgewidmeten Stadtumbaugelder sogar an, weil sie im vergangenen Jahr mit dem Landkreis einen Vertrag über die Bereitstellung von Wohnungen für Flüchtlinge abgeschlossen hat. Die PWG hat zugesagt, innerhalb eines Jahres 60 Wohnungen für Flüchtlinge in Premnitz zur Verfügung zu stellen. Im Juni 2015 ging es los. Gegenwärtig hält die Gesellschaft 30 Wohnungen für diesen Zweck bereit, die zum großen Teil auch von Flüchtlingsfamilien genutzt werden. Rund 100 Personen seien darin gegenwärtig untergebracht, sagt Dietmar Kästner.

145 700 Euro aus dem Programm „Stadtumbau Ost“

Die Stadt Premnitz bekommt aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost – Herrichtung von Flüchtlingswohnungen“ 145 700 Euro.

Das Geld wird weitergeleitet an die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG), die es für den geschilderten Zweck verwenden will.

Jeweils zur Hälfte wird das Geld gezahlt vom Land und vom Bund.

Zeitraum der Bewilligung ist das Jahr 2016.

Ausgegeben werden dürfen maximal 70 Euro pro Quadratmeter Wohnraum.

Die PWG hat mit dem Landkreis vertraglich vereinbart, innerhalb eines Jahres 60 Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

Die Zahl der bei der PWG untergebrachten Flüchtlinge ändere sich häufig, so der Geschäftsführer, weil relativ oft welche aus- und andere wieder neu einziehen. Fast immer seien es Familien oder alleinstehende Frauen mit Kindern. Es sei wichtig, dass die nachbarschaftlichen Verhältnisse und die Hausgemeinschaften weiterhin funktionieren, erklärt Dietmar Kästner. Deshalb werde es keinesfalls vorkommen, dass Häuser, die aus verschiedenen Gründen zur Hälfte leer stehen, mit den genannten Geldern renoviert werden, um sie mit Flüchtlinsfamilien aufzufüllen.

Von Bernd Geske

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