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Die letzte Wanderung in Paaren

Nach 20 Jahren hören die Organisatoren des Volkswandertages auf Die letzte Wanderung in Paaren

Es wird ein Volkswandertag sein, wie ihn die SG Paaren seit der Wende jedes Jahr organisiert – und trotzdem wird es am 14. Juni anders werden als sonst. Denn es ist der letzte. „Leider Gottes“, sagt Hans-Jörg Wendland.

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Zieht sich wegen des Alters zurück: Hans-Jörg Wendland, 71.

Quelle: Oliver Fischer

Falkensee. Natürlich wird es sein wie immer am übernächsten Wochenende in Paaren. Es werden Wanderfreunde kommen wie jedes Jahr zum Volkswandertag. Es werden um die 200 sein. Einige werden früh kommen und sich schon kurz nach Sonnenaufgang auf den Weg durch den Nauener Stadtforst machen. Andere kommen erst kurz vor dem Mittagessen. Einige werden lieber die Fünf-Kilometer-Runde nehmen, weil alles andere zu sehr auf die Gelenke geht, andere werden 20 Kilometer wandern, weil sich alles darunter für sie nicht lohnt. Es wird ein Volkswandertag sein, wie ihn die SG Paaren seit der Wende jedes Jahr organisiert – und trotzdem wird es am 14. Juni anders werden als sonst. Denn es ist der letzte. „Leider Gottes“, sagt Hans-Jörg Wendland.

Wendland, Vorsitzender der Paarener Freizeitsportler, hat es mit seinen Vorstandskollegen im Verein so entschieden. Es war keine leichte Entscheidung, sagt er. Aber das Alter. Wendland selbst ist 71, sein Großcousin Willi Wendland, der sich jedes Jahr um immer neue Strecken gekümmert hat, ist 75, die Gesundheit schwankt. Man wolle aufhören, so lange es noch geht, sagt Hans-Jörg Wendland. „Nachher kippen wir irgendwann tot um und dann stehen die anderen da, da hat ja auch keiner was von.“

Hans-Jörg Wendland war schon immer so. Wenn etwas getan werden muss, dann überlegt er nicht lange. Die Beine stillhalten kann er nicht, andere beim Zögern beobachten auch nicht. 1982 hat er deshalb, als kein anderer wollte, den Vorsitz der Freizeisportler übernommen. Seither hält er den Laden zusammen. Dass der Volkswandertag nach der Wende in Paaren organisiert wurde – auch dafür hat er sich stark gemacht. Er hat gekurbelt, wo etwas zu kurbeln war. Nur den Nachwuchs herbeizaubern, das hat er bislang nicht geschafft. „Wir haben ja auch Jüngere. Die sind zwischen 50 und 60. Aber die arbeiten ja alle noch tagsüber und können die Organisation einer solchen Veranstaltung nicht übernehmen. Da muss man sich ja auch mit der Forst zusammensetzen, so ganz einfach ist das nicht“, sagt er.

Für den letzen Lauf am Sonnabend, dem 14. Juni, hoffen die Freizeitsportler jetzt nur auf eines – nämlich gutes Wetter. Das wäre dann wenigstens ein schöner Abschluss einer mehr als 20 Jahre währenden Geschichte.

Von Oliver Fischer

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