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Flotte Bienen, kuschelige Kühe

38.000 Besucher bei der Brala 2014 Flotte Bienen, kuschelige Kühe

38.000 Menschen besuchten dieses Jahr Brandenburgs größte Landwirtschaftsausstellung (Brala) in Paaren im Glien. Der Höhepunkt der Bauern-Schau: Ein außergewöhnlicher Wettkampf, bei dem "Majas" und "Willis" Freunde gegeneinander antraten - was nicht nur den Kindern gefiel.

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Der achtjährige Hannes Benz aus Buckow steigt gerne zu seiner Kuh Anne in den Stall.

Quelle: Philip Häfner

Paaren im Glien. Glücksspiel kann süchtig machen. Das gilt für Bienenwettfliegen genauso wie für Lotto und Toto. Erstmals veranstaltete der Landesverband Brandenburgischer Imker auf der diesjährigen 24. Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung (Brala) in Paaren im Glien einen solchen Wettbewerb, bei dem zwei Bienen mit kleinen farbigen Plättchen markiert und dann freigelassen wurden. Die Kinder konnten wetten, wer am schnellsten den Weg zurück zum Stock findet.

Willkommen in Brandenburg, willkommen im Land der tausend Möglichkeiten – mit diesen Worten waren die Besucher am Donnerstag im MAFZ-Erlebnispark begrüßt worden. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke eröffnete am Donnerstag die 24. Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung (Brala) in Paaren im Glien.

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Auch die elfjährige Isabelle Rochner aus Germendorf (Oberhavel) gab ihren Tipp ab. Tatsächlich kam ihre Biene als Erste ins Ziel. Das Mädchen war begeistert, am liebsten hätte sie die Insekten gleich nochmal losgeschickt. Doch die Insekten brauchten erst einmal eine Pause. Eine von ihnen war nämlich erst gar nicht losgeflogen - sie musste stattdessen zum Stock getragen werden. Von wegen Wettkampfbiene!

"Nur auf der Brala kann man echte Landwirtschaft erleben",

Der Wettbewerb im Bienenfliegen war nur eines von vielen Angeboten für Kinder, mit dem die Brala am Sonntag zuende ging. Die Veranstaltung im MAFZ-Erlebnispark bietet zwar ohnehin viele Attraktionen für die Kleinsten, doch anlässlich des Kindertages wurde am Sonntag noch ein bisschen mehr aufgefahren als sonst. Den ganzen Tag gab es auf der Kinderbühne Programm. Höhepunkt waren Auftritte von "Zappelduster", dem Kinderprogramm des Radiosenders Antenne Brandenburg, und der Band "Löffelpiraten".

Ebenfalls am Sonntag wurde der Haustierpark des MAFZ als erste Einrichtung ihrer Art in Brandenburg als Arche-Park zertifiziert. Diese Auszeichnung bekommen Tierparks, die vom Aussterben bedrohte Haustierrassen ausstellen. In Paaren leben unter anderem das Husumer Protestschwein Ulla mit ihren neun Ferkeln, Cröllwitzer Puten und die aus Ostpreußen stammende Schafrasse Skudde. "Das ist ein Stück Kulturgeschichte", sagte Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger, der den Preis gemeinsam mit Vertretern der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) überreichte. Vielen Menschen sei gar nicht bewusst, dass es von manchen Rassen noch weniger Exemplare gibt als vom Sibirischen Tiger, so Vogelsänger.

Bei der Auszeichnung waren auch Vertreter des Verbands Slow Food anwesend, der sich für genussvolles, bewusstes und regionales Essen einsetzt. Sie freuen sich ebenfalls, wenn alte Rassen bewahrt werden. Das Konzept lautet Erhalt durch Essen. "Wenn diese Rassen wieder den Weg auf die Tafel finden, werden sie auch häufiger gehalten", erklärte MAFZ-Geschäftsführer Gerd Lehmann.

 

Interview: ,Mist, ich habe keine Rede vorbereitet'

Maurice Berger

Quelle: Philip Häfner

Der Traktor von Maurice Berger aus Perwenitz wurde auf der Brala 2014 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Mit ihm sprach Philip Häfner
MAZ: Hatten Sie damit gerechnet, den diesjährigen Publikumspreis zu gewinnen?

Maurice Berger: Nein. Mein erster Gedanke war: Mist, ich habe keine Rede vorbereitet. Zum Glück musste ich nicht viel sagen.

Was für ein Modell ist Ihr Traktor?

Berger: Ein Famulus RS 14/36 vom VEB Schlepperwerk Nordhausen, Baujahr 1963. Mein Opa hat ihn vor vier Jahren gekauft und restauriert. Für die Ersatzteile ist er bis Jüterbog und Dresden gefahren. Der Traktor war ziemlich verbastelt. Jetzt ist er wieder weitestgehend originalgetreu.
Ist die Maschine das erste Mal auf der Brala vorgeführt worden?

Berger: Nein. In den jahren 2011 und 2012 war mein Opa schon mal mit diesem Traktor auf der Brala. Leider ist er im vergangenen Jahr gestorben. Für mich war es jetzt das erste Mal. Ich durfte den Traktor auch nur im Großen Ring fahren, weil ich ja erst 15 Jahre alt bin. Ansonsten sind Frank Schulz aus Neu-Vehlefanz und Frank Hütt aus Leegebruch gefahren.
Demnach gab es auch keinen Sekt zum Anstoßen?

Berger: Nein. Allerdings Erdbeerwein.

Er zog nicht nur wegen der Auszeichnung ein positives Fazit der diesjährigen Brala. "Wir sind sehr zufrieden", sagte er. An den vier Tagen kamen 38.000 Besucher, etwas mehr als im Vorjahr. Man habe in diesem Jahr einige Dinge ausprobieren wollen, auch mit Blick auf die Jubiläums-Brala 2015. Dazu zählen das Ackerbauforum mit Experten, ein stärkerer Fokus auf erneuerbare Energien und die erstmals ausgetragene Baumesse. "Schwerpunkt muss aber immer die Landwirtschaft bleiben", betonte Gerd Lehmann "Nur auf der Brala kann man echte Landwirtschaft erleben", sagte er. Ein kleiner Seitenhieb in Richtung des jüngst eröffneten Karls Erlebnisdorf in Elstal.

Bio wird immer wichtiger

Eine größere Rolle als bisher soll im kommenden Jahr die Bio-Landwirtschaft spielen. "Sie macht in Brandenburg zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche aus, aber auf der Brala ist sie bislang so gut wie nicht vertreten", räumte Gerd Lehmann ein.

Während er in Gedanken bereits bei der nächsten Brala vom 14. bis 17. Mai 2015 war, wollten andere nach vier Tagen nur noch eines: Schlafen. Vier Tage Messe können schließlich ganz schön anstrengend sein. Der achtjährige Hannes Benz aus Buckow hatte sich einen dafür ganz besonderen Schlafplatz ausgesucht. Er legte sich einfach in die Box zu seiner Kuh Anne. "Eine Couch zum Mitnehmen, wie praktisch", sagte er und kuschelte an sie. Dann schlossen Kind und Kuh die Augen.

Von Philip Häfner

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