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Paarener packen gemeinsam für Dorfladen an

Havelland Paarener packen gemeinsam für Dorfladen an

Fleisch, Wurst, frische Brötchen und Milch aus der Region, Toilettenpapier, Butter und alles, was man noch so beim letzten Discounter-Einkauf vergessen hat, soll es für die Paarener schon bald im eigenen Dorfladen zu kaufen geben. 2013 hatte der alte Konsum geschlossen, jetzt soll eine Genossenschaft Abhilfe schaffen.

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Das Gebäude hinter dem Paarener Kreisverkehr wäre der optimale Standort für einen Dorfladen, findet Ortsvorsteher André Barkowski.

Quelle: Laura Sander

Paaren im Glien. Fleisch, Wurst, frische Brötchen und Milch aus der Region, Toilettenpapier, Butter und alles, was man noch so beim letzten Discounter-Einkauf vergessen hat, soll es für die Paarener schon bald im eigenen Dorfladen zu kaufen geben. Lebensmittel und Dinge des täglichen Lebens sind vor allem für Bewohner ohne fahrbaren Untersatz nicht mehr so leicht zu bekommen. Sie könnten mit dem neuen Dorfladen ihre Selbstständigkeit zurückerlangen, die ihnen mit der Schließung des ehemaligen Dorfkonsums im Spätsommer 2013 genommen wurde.

Fahrgemeinschaften und Tankstellenkäufe

Seither behalf man sich im Dorf mit Fahrgemeinschaften nach Schönwalde-Siedlung, Nauen oder zum Havelpark. Wenn es ganz dringend war, nutzten einige auch die nahe gelegene Tankstelle an der Autobahn. Die könnte schon bald einer großen Raststätte weichen, die an anderer Stelle geplant ist – damit fällt auch die letzte Möglichkeit weg, kurzfristig an einen Liter Milch oder Brötchen zu kommen.

Der alte Konsum wurde 2013 dicht gemacht

Der alte Konsum wurde 2013 dicht gemacht.

Quelle: Jana Einecke

„Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir mit dem Dorfladen vorankommen“, sagt Ortsvorsteher André Barkowski. Der erste Schritt – eine Machbarkeitsstudie und die Klärung der Standortfrage – ist getan, jetzt steht ein weiterer Meilenstein bevor, denn der Laden soll genossenschaftlich organisiert werden. „Der Laden hat Potenzial und soll ein Gemeinschaftsprojekt werden, an dem sich jeder beteiligen kann. Schließlich soll er dem Gemeinwohl dienen“, so Barkowski.

Neuer Standort

Und das nicht, wie über Jahrzehnte am alten Konsum-Standort mitten im Dorf an der Hauptstraße, sondern günstiger gelegen in dem Multifunktionsgebäude hinter dem Kreisverkehr mit direktem Zugang zur Landesstraße. Hier sind bereits eine Kita, ein Friseur und eine kleine Sparkassen-Filiale angesiedelt. Mit einem Dorfladen würde das Gebäude die Funktion eines echten Dorfzentrums übernehmen. Gespräche mit möglichen Partnern, wie der Sparkasse, der Post oder Fleischern und Bäckern aus der Region wurden bereits geführt. „Vor allem für viele ältere Leute könnte der Dorfladen zu einem Treffpunkt werden. Hier können sie sich austauschen – auch über die Dörfer hinaus“, so Barkowski. Denn seit jeher seien die Dörfer Grünefeld, Perwenitz und Paaren verbandelt – vor allem das Problem der mangelhafte Versorgungssituation teilen sie sich seit einigen Jahren. Einen privaten Investor für das Projekt „Dorfladen“ zu finden, haben die Paarener schon lange aufgegeben. „Wenn wir es nicht selbst machen, macht es niemand“, sagt André Barkowski.

Teil einer Genossenschaft werden

Was das Projekt nun braucht, sind interessierte Partner, die die Genossenschaft unterstützen. Erst einmal mit Geld – und da kommt es nicht auf die Summe an – und später möglicherweise mit ehrenamtlichem Engagement. „Egal ob 50 oder 5000 Euro - jeder kann geben so viel er will und ist dann Teil der Genossenschaft. Etwa 30 000 bis 40 000 Euro bräuchten wir sicher, um das Projekt zu starten“, sagt André Barkowski.

Die Sanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes, das sich in Gemeindehand befindet und genug Platz für einen ordentlichen Dorfladen bietet, soll über EU-Fördermittel aus dem Leader-Programm sowie aus Mitteln der Gemeinde finanziert werden. „Eine grundhafte energetische Sanierung ist sowieso in naher Zukunft vorgesehen und im Energiekonzept der Gemeinde verankert. Andere Pläne für das Gebäude sind mir ebenfalls nicht bekannt“, so der Ortsvorsteher.

Dorfladen-Netzwerk

Partner für den Schönwalder Ortsteil ist seit 2014 das Dorfladen-Netzwerk, das bislang vor allem im Süden Deutschlands aktiv war. „In Brandenburg sind wir die erste Gemeinde, die dem Netzwerk angehört, in ganz Deutschland hat das Netzwerk über 200 Partner. Sie haben viel Erfahrung und verstehen etwas von der Sache“, sagt André Barkowski, der gemeinsam nun mit weiteren Mitgliedern der Paarener Dorfladeninitiative – darunter Erwin Bathe, Kurt Hartley und Sohn Christian sowie Alfred Lehne – zu einem Ausflug einlädt.

„Wir planen für den 7. April eine Busfahrt zu einem gut laufenden Dorfladen in Wittbrietzen, einem Ortsteil von Beelitz. Dort empfängt uns die Ortsvorsteherin und präsentiert uns das genossenschaftlich organisierte Konzept hinter dem Laden.“ Rund 50 Plätze bietet der georderte Bus, Interessierte aus Paaren, Perwenitz und Grünefeld sind willkommen. „Die Flyer mit Anmeldebögen sind spätestens Anfang nächster Woche in den Briefkästen in den drei Ortsteilen.“ Durch diese Aktion erhofft sich die Dorfladeninitiative, das Interesse der Bewohner zu wecken. „Es kann nur funktionieren, wenn wir genug Mitglieder für die Genossenschaft zusammenbekommen und alle an einem Strang ziehen“, sagt Barkowski.

Von Laura Sander

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