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Havelland Pädagogen werden Genussbotschafter
Lokales Havelland Pädagogen werden Genussbotschafter
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00:19 17.07.2017
Jana Brandstäter (l.) und ihre Kollegin bereiten Spitzkohlschnecken zu. Ernährungswissenschaftler Lars Bülhoff schaut ihnen dabei über die Schulter. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Kurz vor den Sommerferien wurde am Donnerstagnachmittag in der modern ausgestatteten Lehrküche der Duncker-Oberschule noch einmal der Backofen anheizt. Zahlreiche Hände waren damit beschäftigt Gemüse zu schnippeln, Teig zu kneten, Salat anzurichten und den Tisch zu decken. Dieses Mal waren es aber nicht die Schüler, die unter Anleitung ein Essen zubereiteten. An den Kochtöpfen standen 14 Pädagogen, die sich vom Ernährungswissenschaftler Lars Bülhof zu Genussbotschaftern ausbilden ließen.

Bülhof arbeitet für die gemeinnützige Sarah Winer Stiftung und bringt Lehrkräften im Rahmen der Initiative „Ich kann kochen“ das Einmalein der gesunden Ernährung bei. Ziel des Projekts: Die Pädagogen sollen lernen, wie sie Kindern Lust aufs Kochen machen können und ihnen dabei Küchenkompetenz und Ernährungswissen vermitteln. Später sollen sie dann in ihren Einrichtungen eigenständig Koch- und Ernährungskurse für Kinder anbieten. Ob integriert in den Unterricht, als Nachmittagskurs oder Arbeitsgemeinschaft, wichtig ist, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche lernen, sich selbstbestimmt, genussvoll und ausgewogen zu ernähren.

Lehrkräfte aus drei Einrichtungen nahmen am Kochkurs teil

Jana Brandstäter, Lehrerin an der Duncker-Oberschule, war durch einen Artikel in der MAZ auf die Initiative aufmerksam geworden. Die Idee, sich und ihre Kollegen zu Genussbotschaftern auszubilden und das Wissen an ihre Schüler weiterzugeben, gefielen ihr und Schulleiter Thomas Winterfeld so gut, dass sie eine Fortbildung in Rathenow organisierten. Und damit möglichst viele Pädagogen aus der Region davon profitieren, luden sie dazu auch Lehrer und Erzieher der Oberschule Premnitz und der beruflichen Schule für Sozialwesen „Sophie Scholl“ ein. Sogar eine Mutter beteiligte sich. Für die Schule war die Fortbildung kostenlos. Nur die Küche und das Arbeitsmaterial mussten bereitgestellt werden. Die Lebensmittel bezahlte die Stiftung.

Diese beiden Damen haben den Nachtisch – Vanillequark mit frischen Aprikosen – mit gerösteten Aprikosenkernen verfeinert. Quelle: Christin Schmidt

„Wir versuchen so viele Pädagogen wie möglich auszubilden. Denn sie sind Multiplikatoren und geben ihr Wissen an die Kinder weiter“, so Bülhoff. Er hatte vor dem Kochkurs in der Duncker-Schule im Rathenower Bioladen eingekauft. Denn für die Rezepte sollen in erster Linie regionale Bioprodukte verwendet werden. Spitzkohl, Aprikosen, Salate, frischer Kräuter, Quark, Paprika, Champions und vieles mehr. Die angehenden Genussbotschafter konnten aus dem Vollen schöpfen.

Doch bevor es an die Töpfe ging, gab es ein wenig Theorie. Kräuter mit geschlossen Augenverkosten oder Sahne in einem Einwegglas schütteln. Während sich die Teilnehmer kurz vorstellten, durfte jeder das Glas kräftig schütteln. Das Ergebnis: Die Sahne verwandelte sich in Butter und der flüssige Rest in Buttermilch. „Dass das so einfach ist, hätte ich nicht gedacht“, staunte eine Teilnehmerin.

Ernährungsinitiative „Ich kann Kochen“

„Ich kann kochen“ ist ein Projekt der gemeinnützigen Sarah Wiener Stiftung und der Krankenkasse Barmer.

15 professionelle Ernährungstrainer arbeiten seit 2016 deutschlandweit für die Stiftung.

Sie bilden regelmäßig Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen zu Genussbotschaftern aus.

In der Fortbildung werden in Theorie und Praxis Grundlagen für das pädagogische Kochen mit Kindern und Wissen über ausgewogene Ernährung vermittelt.

Ziel ist es, möglichst viele Lehrkräfte auszubilden, die ihr Wissen dann weitergeben.

In den kommenden Jahren will die Stiftung 50 000 pädagogische Fach- und Lehrkräfte fortbilden und so mehr als eine Million Kinder erreichen.

Mehr Infos auf: www.ichkannkochen.de

Es blieb längst nicht der einzige Aha-Effekt. Nachdem Lars Bülhoff die Rezepte verteilte hatte, schaute er den Teilnehmern beim Kochen über die Schulter und sammelte derweil Reste ein. Zwiebel-, Möhren-, Kartoffelschalen und andere Gemüseabfälle, die oft im Müll landen, warf er in einen Topf, goss Wasser dazu und zauberte daraus den ersten Gang: eine kräftige Gemüsebrühe. „Wenn man jedes Gemüse vor dem Verarbeiten samt Schale wäscht, kann alles verwertet werden. Eine tolle Idee, die ich selbst ausprobieren werden“, bemerkte Jana Brandstäter.

Sie war ebenso begeistert von der Fortbildung wie die anderen Teilnehmer. „Zum einen haben wir gemerkt, dass es wahnsinnig Spaß macht, in der Gemeinschaft zu kochen. Zum anderen wurde uns bewusst, es braucht nicht viel Zeit und auch nicht viele Zutaten um gesunde und leckere Gerichte zu zubereiten“, so das Fazit der Lehrerin. Ihr Wissen wollen die Teilnehmer nun ihren Schülern vermitteln. Dafür steht ihnen eine umfangreiche Datenbank mit Rezepten für die verschiedenen Altersklassen nach Jahreszeiten sortiert zur Verfügung.

Eines wurden an diesem Nachmittag noch deutlich: Die Pädagogen wünschen sich, dass es wieder eine Schulspeisung gibt, dann könnte gesunde Ernährung auch im schulischen Alltag leichter umgesetzt werden.

Als ersten Gang servierten die Teilnehmer des Kochkurses eine Gemüsebrühe, die Lars Bülhoff aus Gemüseresten gekocht hatte. Quelle: Christin Schmidt

Von Christin Schmidt

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