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Panzer auf ziviler Fahrt

Naturschutzmaßnahmen in der Döberitzer Heide Panzer auf ziviler Fahrt

Ein Panzer ist derzeit auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Döberitzer Heide zugange. Aber er erfüllt zivile Zwecke: Mit einem vorgehängten Schiebeschild schafft das Gerät offene Bereiche wie Dünen und Sandfelder, die typisch für die Heidelandschaft sind

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Schiebt derzeit durch die Döberitzer Heide: ein Panzer.

Quelle: Jörg Fürstenow

Elstal. Noch bis Mitte Dezember sind einige Wanderwege im Westen und Norden der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide vorübergehend gesperrt. Panzer, Traktor und Holzhäcksler sind dort für den Naturschutz im Einsatz- Der Panzer bietet Sicherheit beim Mulchen oder Freischieben auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz am westlichen Stadtrand von Berlin, teilte die Sielmannstiftung mit, der das Gelände gehört.

Mit dem vorgehängten Schiebeschild schafft das zivile Gerät offene Bereiche wie Dünen und Sandfelder. Damit setzen die Naturschützer Prozesse in der Natur auf einen frühen Zustand der Vegetationsentwicklung zurück – vergleichbar mit dem Ende der letzten Eiszeit, als die Endmoränenlandschaft entstand. Selten gewordene Tier- und Pflanzenarten, die wegen des Voranschreitens der Vegetation im Laufe der Zeit mehr und mehr verschwanden, sollen nun zurückkehren.

Deshalb sind Erosion und andere dynamische Prozesse, die auf landwirtschaftlichen Flächen unerwünscht sind, in der Döberitzer Heide gewollt. Wind und Wasser sollen den Boden angreifen und auf diese Weise passenden Lebensraum für seltene Insekten, Gräser und Vögel herstellen. Die hohe biologische Vielfalt vor Ort wird auf diese Weise erhalten und weiter gefördert. Andernorts bedrohte Arten wie Kreiselwespe, Sandbienen oder die farbenprächtige Röhrenspinne bevorzugen die schütter bewachsenen Sandflächen und verschwinden, wenn Nährstoffe und Vegetation zunehmen.

Offen für Karthäusernelke und Orchideen

Heideflächen werden „entkusselt“, das heißt, der Aufwuchs von kleineren Gehölzen wird entfernt. Die anschließend weitgehend baumfreien Flächen sind beliebter Lebensraum für Heidelerche, Steinschmätzer, Schwarz- und Braunkehlchen sowie den Wiedehopf und viele seltene Pflanzen. Graue Skabiose, Karthäusernelke und Steppensegge bevorzugen solche warmen, offenen und nährstoffarmen Bedingungen.

In den vergangenen Jahren wurden bereits in Mooren und Feuchtgebieten der Döberitzer Heide kleine Bäume und Sträucher abgeholzt. Daraufhin haben sich Kraniche dort niedergelassen und seltene Orchideenarten wie zum Beispiel das Helmknabenkraut wachsen hier wieder.

Lebende Fossilien

Für die Urzeitkrebse, Relikte aus der frühen Dinosaurierzeit, ergeben sich ebenfalls positive Effekte durch den Einsatz der schweren Maschinen. Diese verdichten auf häufig befahrenen Trassen den Boden und Pfützen können sich nach Regenfällen halten. Solch temporäre Stillgewässer bieten ideale Bedingungen für Kiemenfuß- und Pfeilschwanzkrebsarten. Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide ist eine der wenigen Flächen in Deutschland, wo diese „lebenden Fossilien“ noch vorkommen.

Von MAZonline

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