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Havelland Panzer hinterlassen Spur der Verwüstung
Lokales Havelland Panzer hinterlassen Spur der Verwüstung
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18:55 17.11.2014
Straßenschäden bei Lietzow nördlich von Nauen. Quelle: Christian Pörschmann
Nauen

Die Einwohner der Nauener B-5-Dörfer fielen am Freitag von einem Schock in den nächsten. Erst wurden sie von mehr als 40 Kampfpanzern aus dem Schlaf gerüttelt, die kurz nach Mitternacht und dann noch einmal um halb vier in kilometerlangen Kolonnen an ihren Häusern vorbeidonnerten. Und am nächsten Morgen sahen sie dann die Spur der Verwüstung, die die rund 60 Tonnen schweren Panzer vom Typ Leopard II bei ihrem Ausflug durchs Osthavelland hinterlassen hatten.

Besonders auf den gerade erneuerten Durchfahrtsstraßen der Nauener Ortsteile Lietzow und Berge leisteten die Armeefahrzeuge ganze Arbeit. Im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße hatte der Landesbetrieb vor rund zwei Jahren dort insgesamt acht Verkehrsinseln in die Fahrbahn eingelassen. An diesen Stellen war die Fahrbahn nun offenbar zu schmal für die 3,70 Meter breiten Kampfmaschinen. An fast allen Verkehrsinseln sind deshalb die Borde abgeschrammt, teilweise sind die Kantsteine komplett zerstört, abgeplatzte Stücke liegen am Straßenrand. "Es sieht verheerend und schlimm aus", sagt Berges Ortsvorsteher Manuel Meger.

Ein Panzer des Typs Leopard II. Quelle: Krauss-Maffei Wegmann

Der stellvertretende Chef des Landesbetriebs Straßenwesen, Frank Schmidt, ist bedient. Er hat die Straßenmeistereien beauftragt, bis Anfang der kommenden Woche die Schäden zusammenzutragen. Diese will er dann der Bundeswehr in Rechnung stellen. "Ich verstehe das aber nicht. Man kann Panzer doch heutzutage auch anders transportieren", sagt er.

Die Leopard-II-Panzer, die am Freitag das Havelland durchquerten, gehören zum Panzerbataillon 403, das eigentlich in Nordrhein-Westfalen stationiert ist. Das Bataillon hält derzeit eine umfangreiche Übung ab, die zwei Wochen dauert, und in deren Verlauf sich die Panzer in Kolonnen rund 300 Kilometer durch Ostdeutschland bewegen. Ziel ist ein Truppenübungsplatz in der Oberlausitz.

Ein Anwohner hat das Durchrollen der Panzer mit seinem Handy gefilmt:

Für Donnerstagnacht war eigentlich geplant, dass die Panzer vom Übungsplatz in Klietz (Sachsen-Anhalt) eine südliche Route über Brandenburg nach Beelitz nehmen. Weshalb die Route geändert wurde und über die B 5 führte, ist noch unklar. Bei der Bundeswehr war dazu am Freitag keine Aussage zu bekommen.

Vor etwa vier Jahren hat es im Havelland bereits einen ähnlichen Zwischenfall gegeben. Ebenfalls während eines Großmanövers hatten Militärtransporte damals erhebliche Schäden an Kreisverkehren in Premnitz und Rathenow angerichtet. Bis diese Schäden von der Bundeswehr beglichen wurden, habe es damals laut Frank Schmidt eine ganze Weile gedauert.

Von Oliver Fischer

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