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Paretz auf dem Weg zu einem Ortsteil

Ketzin/Havel Paretz auf dem Weg zu einem Ortsteil

Noch in diesem Jahr werden die Paretzer Einwohner befragt, ob sie Ortsteil von Ketzin/Havel werden und einen eigenen Ortsbeirat wählen möchten. Bisher ist Paretz nur ein Ortsbereich.

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Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Zur Stadt Ketzin/Havel gehören seit 2003 neben der Kernstadt mit Tremmen, Falkenrehde, Zachow und Etzin vier Ortsteile. Paretz ist „nur“ ein Ortsbereich. Aber das könnte sich bald ändern, denn es gibt Bestrebungen, aus dem 410 Einwohner zählenden Dorf einen Ortsteil zu machen.

Paretz war zu DDR-Zeiten ein eigenständiger Ortsteil der Stadt Ketzin. Warum bei der Bildung des Amtes Ketzin 1992/93 nicht auch eine „Gemeinde“ Paretz entstanden ist, sei heute nicht mehr nachzuvollziehen, heißt es aus dem Rathaus.

Jetzt hat die Stadtverwaltung den Stadtverordneten eine Beschlussvorlage vorgelegt, die auf die Bildung eines Ortsbeirates in Paretz abzielt. Bürgermeister Bernd Lück (FDP) begründet: Bei den regelmäßig in Paretz stattfindenden Runden Tischen zu Schwerpunktthemen im Ort sei erkennbar, dass sich viele Paretzer engagieren möchten und nach legimitierten Ansprechpartnern suchen. „Eine Ortsbeirat wäre für die Stadtverwaltung sehr hilfreich.“

Allerdings gibt es unter den Stadtverordneten auch kontroverse Meinungen. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Heinz Irmer: „Das ist kontraproduktiv und dient nicht der weiteren Verzahnung der Ortsteile mit der Stadt.“ Es sei nicht erklärbar, eine Kernstadt mit weniger als 4000 Einwohnern noch zu zerpflücken.

Seine Fraktionskollegin Doris Radtke dagegen befürwortet die Idee der Verwaltung. „Es gibt in Paretz mit den Pferdehöfen, dem Schloss und dem denkmalgeschützten Dorf spezielle Probleme zu lösen, in die ich mich als Ketzinerin nicht einmischen möchte.“ Ebenso argumentierte Renate Donat (Linke): „Wenn Paretz ein Ortsteil wäre, ginge es gegenüber den anderen Ortsteilen gerechter zu. Sonderbehandlungen werde es dann nicht mehr geben.“

Bevor die Stadtverordneten über Paretz als Ortsteil „urteilen“, werden aber zunächst die 410 Einwohner nach ihrem Willen befragt. Dafür stimmte die Mehrheit der Stadtverordneten. Im November/Dezember erfolgt die Bürgerbefragung, schriftlich werden die Paretzer zuvor über die Vor- und Nachteile eines Ortsteiles informiert, und sie erhalten für ihre Entscheidung auch einen Stimmzettel.

Diesen Weg unterstützt Gabriele Bieber-Langenströher (Bündnis 90/Die Grünen). Sie ist der Überzeugung, dass die Ortsteile zwar zusammenwachsen sollen, aber in Paretz viele spezielle Probleme auftreten, „die man von außen schwer beurteilen und lösen kann“. Deshalb sollte darüber zunächst ein Ortsbeirat befinden.

Wenn die Paretzer sich mehrheitlich für einen Ortsteil Paretz entscheiden sollten, müsse zunächst die Ketziner Hauptsatzung geändert werden. Dann, so Bürgermeister Lück, gäbe es zwei Möglichkeiten: Die Stadt warte bis zur nächsten Kommunalwahl 2019 oder ein Ortsbeirat werde in einer Bürgerversammlung direkt gewählt. Möglich wäre letzteres, da Paretz weniger als 500 Einwohner habe. Frühester Termin sei das zweite Quartal 2017.

Von Wolfgang Balzer

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