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Parksündern und Müllentsorgern auf der Spur

Ketzin/Havel Parksündern und Müllentsorgern auf der Spur

Parksünder und illegale Müllentsorger machen dem Ketziner Ordnungsamt zu schaffen. MAZ war bei einer abendlichen Kontrollfahrt durch Ketzin und Paretz dabei.

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Andreas Kinzel und Bianca Kabot verteilen Knöllchen an der Havelpromenade.

Quelle: Jens Wegener

Ketzin/Havel. Keine Minute ist seit Beginn der Kontrollfahrt durch Ketzin vergangen, schon müssen Andreas Kinzel und seine Kollegin Bianca Kabot vom Ketziner Ordnungsamt schon zum Knöllchblock greifen. An der Havelpromenade parken drei Autos auf dem Grünstreifen vor dem Gelände des Seesportclubs neben der Straße. „Wären sie wenige Meter weiter aufs Gelände gefahren oder hätten sich auf die gekennzeichneten Flächen an der Festwiese hingestellt, wäre alles gut“, sagt Andreas Kinzel und beginnt die Zettel mit 10 Euro Verwarngeld auszuschreiben. Auf dem Platz an der Festwiese gibt es etwa kostenfreie 20 Stellflächen, die am heutigen Abend alle frei sind. Dafür steht eine mobile Bettenreinigung auf dem Festplatz. „Die haben eine Sondergenehmigung bekommen“, weiß Kinzel und fährt weiter. Von den oft an sonnigen Tagen dort illegal stehenden Caravans oder Wohnmobilen ist nichts zu sehen. „Die sind oft ein Ärgernis, weil sie dort nicht stehen dürfen und weil viele dann auch noch ihren Müll hier lassen“, sagt Kinzel.

Mehrmals pro Woche sind die beiden Mitarbeiter Ketziner Ordnungsamtes auf Streife in der Kernstadt aber auch in den Ortsteilen unterwegs. Oft am Tage, aber auch in den Abendstunden und an Wochenenden. Vor allem mit Falschparkern und illegalen Müllentsorgern haben sie es immer wieder zu tun.

Eine der Parksünder-Hochburgen in Ketzin steuern die Ordnungsamtsmitarbeiter jetzt an: Das Restaurant XXL in der Potsdamer Straße. Unmittelbar vor der Gaststätte stehen zwei Autos in der Werderschen Straße im Halteverbot. „Es ist dort so eng, das kaum ein anderes Fahrzeug durchkommt. Aber das interessiert offenbar nicht“, sagt Bianca Kabot. Ein Nachbar spricht die beiden Ordnungshüter an: „Sie müssten viel öfter kommen. Jeden Tag das gleiche Spiel. Die Gäste parken wo sie wollen“, schimpft er und verschwindet wieder. 15 Euro Verwarngeld müssen die Sünder zahlen. „Ich glaube, die Restaurantbesucher planen das bei ihrer Rechnung im Lokal schon ein“, scherzt Andreas Kinzel. Auch hier sind es nur etwa 50 Meter zu einem freien Parkplatz im Friedrich-Ludwig-Jahn-Weg. Wohl noch zuviel, wenn man Hunger hat. Auf der anderen Seite von „XXL“ in der Potsdamer Straße steht ein Auto direkt im Einmündungsbereich der Kreuzung: Kostenpunkt 10 Euro. „Von jedem dieser Verstöße machen wir Fotos, die als Beweis dienen“, sagt Bianca Kabot. So hat sich die Zahl der Einsprüche und Widersprüche gegen verhängte Verwarngelder fast gegen Null entwickelt. „Seit wir zu zweit unterwegs sind, versuchen die Leute erst gar nicht zu diskutieren“, ergänzt Kinzel. „Bis auf einige Pappenheimer, die immer was zu meckern haben. Aber das bleibt bisher immer im Rahmen.“

Der kommunale Parkplatz hinter der Kulturscheune in Paretz ist der nächste Haltepunkt. Von 8 bis 20 Uhr ist der kostenpflichtig. Von den drei Parkenden haben zwei ausreichend bezahlt. Einer hatte sich wohl gedacht, dass abends gegen 19.15 Uhr keiner mehr kontrolliert. Pech gehabt. Mit 15 Euro ist der dabei, weil er schon 45 Minuten über seiner bezahlten Parkdauer lag.

Auf dem Weg in Richtung Deichanlage Werderdamm kommen uns aus Richtung Deich zwei Personen mit Pferden entgegen. Sie führen die Tiere – was erlaubt ist. „Nur Fußgänger und Radler dürfen dorthin. Für Autos ist der Deich tabu“, erklärt Andreas Kinzel. „Das ist eine Hochwasserschutzanlage und keine Ausflugsstraße.“ Immer wieder fahren Leute mit Autos bis zur wilden Badestelle an der Havel vor. Die werden dann verwarnt. Heute ist niemand da. Nur eine kalte Feuerstelle kündet davon, dass hier immer mal Party angesagt ist. „Ein idyllisches Fleckchen“, räumt Andreas Kinzel ein und warnt: „Wer hier rausschwimmt muss aufpassen, denn in nur 50 bis 60 Metern beginnt die Fahrrinne.“ Kaum ausgesprochen nähert sich ein Lastkahn, dessen Motor das Wasser komplett durchwirbelt. Die Stadt wolle jetzt Schilder aufstellen: „Baden auf eigene Gefahr“. Dass dort nicht nur Menschen baden, ist an den Hufabdrücken im Sand zu sehen, die direkt ins Wasser führen.

Während der Rückfahrt nach Ketzin schauen die Ordnungshüter oft nach links und rechts, registrieren, wo öffentliche Flächen vom Unkraut befreit oder gemäht werden müssen. Nicht nur, weil die Stadt zum Fischerfest sauber sein soll. Eine Grünfläche neben der Gaststätte „An der Fähre“ verwandeln Besucher regelmäßig zu einer Badestelle. Das allein, so Kinzel wäre nicht schlimm. „Aber erstens parken viele illegal am Uferweg und zweitens räumen sie ihren Müll nicht weg“. Erhard Zeine, dessen Familie die Gaststätte gehört, sieht das noch drastischer: „Wenn die Badenden dort den ganzen Tag zubringen, pinkeln sie in die Büsche oder ins Wasser. Es stinkt.“ Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, die Stadt müsse sich etwas überlegen, sagte Bürgermeister Bernd Lück in der letzten Stadtverordnetenversammlung. Am heutigen Abend ist die Badestelle leer. Bei 18 Grad Lufttemperatur kein Wunder. Aber: „Wir kontrollieren auch an den Wochenenden“, verspricht Andreas Kinzel und fährt in Richtung Rathaus zurück. Nach anderthalb Stunden ist die Kontrolle zu Ende. Die nächste ist schon geplant. Dann sind einige Ortsteile dran.

Von Jens Wegener

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