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Perwenitzer Grundschule abgeschnitten

Grundschüler warten eine Stunde auf den Bus Perwenitzer Grundschule abgeschnitten

Fassungslosigkeit in der Perwenitzer Grundschule in Schönwalde: Der neue Busfahrplan, der bereits ab Montag gilt, hat Eltern und Schulleitung überrumpelt. Hatte der 659er bislang direkt vorm Schulgelände gehalten, wurden nun vier Verbindungen dieser Linie ersatzlos gestrichen. Die Grundschüler müssen an einer Hauptstraße bis zu einer Stunde auf den Bus nach Hause warten.

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Eine Stunde sollen die Grundschüler in Zukunft auf den Bus nach Hause warten.

Quelle: Norbert Stein

Perwenitz. Fassungslosigkeit in der Grundschule im Glien im Schönwalder Ortsteil Perwenitz: Der neue Busfahrplan, der bereits ab Montag gilt, hat Eltern, Lehrer und Schulleitung überrumpelt. Hatte der 659er bislang direkt vor dem Schulgelände gehalten, wurden nun vier Verbindungen dieser Linie ersatzlos gestrichen. Die Grundschüler müssen ab der kommenden Woche nun direkt an der stark befahrenen Perwenitzer Dorfstraße in den Bus der Linie 671 steigen. Darüber hinaus haben sich die Abfahrtzeiten so verschoben, dass die Kinder teilweise über eine Stunde auf ihre Verbindung warten müssen. „Unsere Kinder sind in einem Alter, in dem sie definitiv noch nicht selbstbestimmt an einer Bushaltestelle warten können – vor allem keine Stunde lang“, sagte gestern Elternsprecherin Sandra Düring. „Nach der fünften Stunde haben 85 Kinder gleichzeitig Schluss. In die Bushaltestelle passen aber höchstens 20 – da reicht schon die kleinste Rangelei und jemand kommt auf die Straße.“ Dass ein enormes Sicherheitsrisiko besteht, bestätigt auch Schulleiter Carlo Pomplitz. „Der Wendekreis vor der Schule wurde erst in den Herbstferien mit einem Zaun, einem neuen Geländer und einem Extra-Tor noch sicherer gemacht. Diese Investition hätte man sich sparen können, wenn der Bus dort nun nicht mehr hält.“

Besonders verärgert sei man über die Kurzfristigkeit, mit der Eltern und Schule informiert wurden. „Uns bleibt kaum mehr Zeit zu reagieren. Eine Weihnachtsprojetwoche vor den Ferien entschärft die Situation vorerst, aber für die Zeit danach muss eine Lösung gefunden werden“, so Düring. In der Projektwoche sei man mit den Zeiten flexibler und könne die Schüler passend zu den Buszeiten entlassen, so Pomplitz. Sollte man bis Januar keine andere Lösung gefunden haben, müsse man über eine langfristige Anpassung der Schulzeiten nachdenken. „Es bleibt uns ja nichts anderes übrig“, sagte der Schulleiter gestern.

„Es ist erstens nicht nachzuvollziehen, dass die Fahrplanberatungen abgeschafft worden sind, und zweitens, dass der Schulträger nicht über die Fahrplanänderungen informiert wurde“, meint auch Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU). Bis 2008 hatte es vor jeder Fahrplanänderung eine Beratung gegeben. Vertreter von Havelbus, Gemeinde und Schule tauschten sich über Umsteige- und Abfahrtszeiten aus. Diese Fahrplandiskussion wurde gestrichen. „Im letzten Jahr konnten wir unsere Vorschläge wenigstens noch schriftlich einreichen. 2015 hatten wir gar kein Mitspracherecht“, so Pomplitz, der nun fürchtet, dass die Attraktivität seiner Schule unter der schlechten Anbindung leidet. „Ich hätte ja auch Bedenken meine Kinder alleine warten zu lassen.“

Derzeit versuche man in Rücksprache mit dem Landkreis, dem Schulamt und Havelbus zumindest zu erwirken, dass der Bus wieder den Schlenker zur Schule macht, so Elternsprecherin Düring. „Somit wäre wenigstens die Sicherheit der Kinder garantiert. Wie man mit den extrem langen Wartezeiten umgeht, muss sich noch zeigen.“ Nach der vierten und fünften Stunde warten die Schüler, die von Perwenitz nach Wansdorf fahren neuerdings über 40 Minuten, nach der sechsten und siebten über 30 Minuten. In die andere Richtung, also von Perwenitz nach Grünefeld, müssen die Kinder nach der vierten Stunde eine Wartezeit von 66 Minuten in Kauf nehmen. Eine Dreiviertelstunde wäre es nach der fünften, eine ganze Stunde nach der sechsten Stunde. Unhaltbar, wie Schulleiter Carlo Pomplitz findet.

„Die neuen Fahrpläne sind den veränderten Bahnzeiten angepasst und berücksichtigen auch verschiedene Schulzeiten. Ob im konkreten Fall der Perwenitzer Grundschule noch etwas geändert werden kann, wird derzeit geprüft“, so Havelbus-Sprecherin Karola Schulz. Elternvertreter, Lehrer und Schulleitung beraten derzeit weiter über alternative, kurzfristige Lösungen für die Zeit nach den Weihnachtsferien.

Von Laura Sander

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