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Petition für Bahnanbindung nach Brieselang

Wählervereinigung BFB kämpft für Pendler Petition für Bahnanbindung nach Brieselang

Pendler aus Brieselang müssen sich zum Fahrplanwechsel im Dezember auf Einschränkungen einstellen. Zwar fahren weiterhin pro Stunde zwei Züge der Linien RB 10 und RB 14 nach Berlin – allerdings zu deutlich schlechteren Taktzeiten. Nachts fahren zeitweise gar keine Bahnen mehr. Die Wählervereinigung Bürger für Brieselang hat deshalb eine Petition gestartet.

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Während der Streiktage bei der Deutschen Bahn hielt in diesem Jahr der Regionalexpress der Odeg zusätzlich in Brieselang. Die Pendler wünschen sich einen regulären Halt des RE 2.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Brieselang. Pendler aus Brieselang und Finkenkrug müssen sich zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Zwar fahren auch künftig pro Stunde zwei Züge der Linien RB 10 (nach Berlin-Hauptbahnhof) und RB 14 (nach Schönefeld über Zoologischer Garten) von und nach Berlin – allerdings zu deutlich schlechteren Taktzeiten.

Bislang fahren die Bahnen an beiden Standorten in einem 30/30-Takt. Dieser ermöglicht in Berlin-Spandau einen Umstieg auf die Linien RE 2 und RE 4 und damit eine gute Anbindung an die Berliner Stadtbahn und die Berliner Ringbahn am Bahnhof Jungfernheide. Künftig fahren die beiden Züge von Brieselang im Abstand von nur 19 Minuten; auf dem Rückweg vom Hauptbahnhof nach Brieselang ergibt sich ein 22/38-Takt. Die Umsteigemöglichkeiten zum RE 2 und RE 4 entfallen.

Mehr noch: Zwischen 22.37 Uhr und 23.37 Uhr, also in der Hauptzeit nach Abendveranstaltungen in Berlin, gibt es vom Hauptbahnhof künftig überhaupt keine Verbindung nach Brieselang mehr. Stattdessen werden von der Bahn Verbindungen über Nauen angeboten, mit einer Fahrtzeit von rund einer Stunde. Zudem wird das ABC-Tarifgebiet verlassen.

Die Wählervereinigung Bürger für Brieselang (BFB) hält die Änderungen für nicht akzeptabel. „Die meisten unserer Einwohner sind Berufspendler nach Berlin, die dringend zuverlässige und enge Taktfolgen benötigen. Schon jetzt sind die Züge in den Hauptverkehrszeiten deutlich überfüllt. Die steigenden Arbeitsplatzzahlen im Güterverkehrszentrum Brieselang sowie die hohe Zahl von aufzunehmenden Flüchtlingen in den nächsten Wochen werden die Situation eher noch verschärfen“, sagt BFB-Fraktionschef Christian Achilles. Die Wählervereinigung hat sich deshalb schriftlich an das Brandenburger Verkehrsministerium und den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sowie an die Deutsche Bahn gewandt. Auch die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) wurde kontaktiert, denn noch immer hofft man in Brieselang auf einen zusätzlichen Halt der von der Odeg betriebenen Regionalexpresslinie RE 2 im Ort. Um ihren Forderungen Nachdruck zu geben, hat BFB außerdem eine Online-Petition auf der Internetplattform OpenPetition.org gestartet. Nach zwei Tagen hatten dort bereits knapp 350 Unterstützer unterzeichnet, was auch Initiator Achilles beeindruckt hat: „Es sind ja noch Schulferien“, sagt er. Auch im Bürgerverein Finkenkrug sei die Sache noch nicht kommuniziert worden, „da erhoffe ich mir auch noch einiges“, so Achilles.

Bahnsprecher Burkhard Ahlert erklärt sein Unternehmen in dieser Angelegenheit für nicht zuständig. Im Nahverkehr sei das Ministerium der Besteller, der Fahrplan würde vom VBB erstellt. „Wir sind dann nur diejenigen, die das ausführen“, so Ahlert.

Brigitta Köttel, Sprecherin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) muss die Hiobsbotschaft zum Fahrplanwechsel bestätigen. Leider verschlechtere sich die Situation für Reisende aus Brieselang und Finkenkrug. Der Grund: Die neue Fernbahnlinie Erfurt–Halle–Leipzig gehe in Betrieb. Daraus ergeben sich Änderungen für den Nahverkehr, der nachgeordnet sei. Ein komplexes System, das dazu führe, dass die Taktzeiten geändert und die Anschlüsse an den Regionalexpress nicht mehr erreicht würden. „ Wir bedauern das sehr und behalten das Problem selbstverständlich im Blick“, sagte Brigitta Köttel am Dienstag. Sie machte aber keine Hoffnungen, dass zum bevorstehenden Fahrplanwechsel noch etwas umgeschrieben werden könne. Auch einen zusätzlichen Halt des RE 2 in Brieselang und Finkenkrug konnte sie nicht in Aussicht stellen.

Von Philip Häfner und Anke Fiebranz

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