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Petra Budke: Kreisreform bietet große Chancen

Landratswahl Petra Budke: Kreisreform bietet große Chancen

In wenigen Wochen wird im Havelland ein neuer Landrat gewählt. Am 10. April sind die Bürger erstmals direkt aufgerufen, einen neuen Kreischef zu bestimmen. Die MAZ hat allen Kandidaten dieselben Fragen zur Person und aktuellen Themen der Kreispolitik gestellt. Den Anfang macht Petra Budke, 57, von den Grünen.

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Petra Budke will die Kreisgebietsreform nicht verteufeln.

Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke

Havelland. In 26 Tagen wird im Havelland ein neuer Landrat gewählt. Am 10. April sind die Bürger erstmals direkt aufgerufen, einen neuen Kreischef zu bestimmen. Die MAZ hat allen acht Kandidaten dieselben Fragen zur Person und aktuellen Themen der Kreispolitik gestellt. Den Anfang macht Petra Budke, 57, von den Grünen.

Warum halten Sie sich für den geeigneten Kandidaten für den Posten des Landrats?

Petra Budke: Demokratie lebt vom Wechsel. Nach fünfundzwanzig Jahren ist es Zeit für einen neuen, transparenten und demokratischen Führungsstil. Ich verfüge über vielfältige berufliche und politische Erfahrungen. Seit 2013 führe ich als Vorsitzende erfolgreich den Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen, war Kreisvorsitzende und bin Gemeindevertreterin in Dallgow-Döberitz. Es macht mir Freude, mit Menschen umzugehen, Konflikte zu lösen und Entscheidungen zu treffen. Das Havelland ist mir ans Herz gewachsen.

Ich möchte soziale und ökologische Schwerpunkte setzen und unseren Kreis zukunftsfähig, weltoffen und nachhaltig gestalten. Für diese Aufgabe bringe ich Sachverstand, Tatkraft und Engagement mit.

Wie soll der Landkreis Havelland nach einer möglichen Kreisgebietsreform aussehen?

Budke: Wir haben uns die Kreisgebietsreform nicht ausgedacht, aber ich sehe in einem Zusammenwachsen des Havellands mit der Stadt Brandenburg auch große Chancen. Brandenburg passt geografisch gut zu uns, und es gibt gewachsene Wirtschaftsbeziehungen mit Premnitz und Rathenow. Ein Zusammenschluss könnte die Attraktivität der Region deutlich steigern. Es muss aber klar sein, dass das Land die hohen Schulden übernimmt und sich auch in Zukunft stärker an der Kulturförderung beteiligt. Die Verwaltung muss bürgerfreundlicher werden, durch verstärkten Interneteinsatz und mobile Bürgerservicebüros, in denen man alle Angelegenheiten vom Personalausweis bis zur Autozulassung erledigen kann.

Viele Havelländer klagen über schlechte Bus- und Bahnverbindungen. Was wollen Sie in diesem Bereich unternehmen?

Budke: Die Probleme überfüllte Züge und schlechter Vernetzung kenne ich gut aus eigener Erfahrung. Havelbus ist ein kreiseigenes Unternehmen, daher lässt sich auf den Busverkehr unmittelbar Einfluss nehmen. Der sanfte Tourismus braucht einen guten Öffentlichen Personennahverkehr. Die ländlichen Regionen dürfen nicht abgehängt werden. Hier müssen wir auch über innovative Modelle wie Bürgerbusse und Ruftaxis nachdenken. Der Regionalbahnverkehr wird vom Land bestellt. Ich werde mich immer und überall für eine bessere Bahnanbindung des Havellands stark machen, zum Beispiel für den viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke Falkensee–Nauen, für eine bessere Taktung und für eine direkte Anbindung an Potsdam.

Wie kann der Landkreis die Flüchtlingsfrage bewältigen?

Budke: Jetzt brauchen wir ein Konzept, wie die Integration langfristig gelingen kann. Der Kreis muss ein Bauprogramm auflegen, um bezahlbaren Wohnraum nicht nur für Geflüchtete, sondern auch für junge Familien oder ältere Menschen zu schaffen. Wir brauchen genügend Integrationskurse, um die deutsche Sprache und die Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft zu vermitteln. Spracherwerb, Ausbildung und Arbeit entscheiden über gelungene Integration. Mit dem Jobcenter und den Unternehmen und Handwerksbetrieben im Havelland werde ich ein Arbeitsmarktprogramm entwickeln. Das ehrenamtliche Engagement möchte ich stärken. Wir brauchen mehr sozialen Zusammenhalt im Havelland. Hass ist keine Alternative.

Von Philip Häfner

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