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Havelland Petzold: Mehr Kreis-Einfluss bei Bus und Bahn
Lokales Havelland Petzold: Mehr Kreis-Einfluss bei Bus und Bahn
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10:11 06.04.2016
Harald Petzold will weniger Polarisierung in der Flüchtlingsfrage. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Havelland

In wenigen Tagen wird im Havelland ein neuer Landrat gewählt. Am 10. April sind die Bürger erstmals direkt aufgerufen, einen neuen Kreischef zu bestimmen. Die MAZ hat allen Kandidaten dieselben Fragen zur Person und aktuellen Themen der Kreispolitik gestellt. Diesmal antwortet Harald Petzold, 54, von der Linkspartei.

Warum halten Sie sich für den geeigneten Kandidaten für den Posten des Landrats?

Harald Petzold: Ich arbeite seit 2001 im Havelland, lebe hier seit 2003, bin seitdem auch fest in der Kommunal- und Kreispolitik verankert. Ich habe Politikwissenschaften und Lehramt studiert, zwei Staatsexamen mit „Sehr gut“ gemacht und die Befähigung zum sogenannten Höheren (Verwaltungs-)Dienst. Ich bin mit den Menschen im Landkreis gut vertraut und Ansprechpartner für so gut wie alle Probleme. Als Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag war ich der politische „Gegenpart“ des jetzigen Landrats. Alle Vorschläge meines Wahlprogramms sind Ergebnis eines aktiven Dialogs mit Einwohnern des Kreises.

Wie soll der Landkreis Havelland nach einer möglichen Kreisgebietsreform aussehen?

Petzold: Der künftige Landkreis sollte vor allem genau wissen, was seine Aufgaben, Zuständigkeiten und Ressourcen sind, welche er zusätzlich zu den jetzigen noch übernehmen und welche er an die Gemeinden abgeben oder sich mit anderen Landkreises „teilen“ will. Das ist für mich das Wichtigste: eine sogenannte Aufgabenkritik unter Einbeziehung der Einwohnern und ihrer Interessen. In einem zweiten Schritt sollte das „Aussehen“ gestaltet werden, möglichst so, dass das jetzige Kreisgebiet nicht wieder „zerschnitten“ wird. Ich könnte mir einen gemeinsamen Kreis mit Oberhavel, aber auch mit Brandenburg and der Havel oder Ostprignitz-Ruppin gut vorstellen.

Viele Havelländer klagen über schlechte Bus- und Bahnverbindungen. Was wollen Sie in diesem Bereich unternehmen?

Petzold: Der Landkreis hat gute Bahnverbindungen nach Berlin, aber sie sind immer in Gefahr, Opfer der Sparpolitik des Bundes zu werden – Stichwort Regionalisierungsmittel. Was noch nicht so gut klappt, sind die Anschlüsse und die Busverbindungen. Hier will ich eine aktivere Rolle des Kreises, sowohl gegenüber dem Land als Besteller der Bahnverbindungen als auch mit der kreiseigenen Havelbus-Verkehrsgesellschaft. So würde ich als Landrat auf die Bahnkunden-Initiativen und -Verbände zugehen, um mit ihnen gemeinsam Druck aufzubauen. Vielleicht sollten wir mit unserer Havelländer Eisenbahn HVE darüber nachdenken, eine Personenbeförderungs-Sparte aufzubauen und damit von uns aus für bessere Angebote sorgen.

Wie kann der Landkreis die Flüchtlingsfrage bewältigen?

Petzold: Indem er endlich auf die Einwohner des Landkreises zugeht, die Willkommensinitiativen einbezieht und die vielen guten Vorschläge aus der Einwohnerschaft aufgreift, um sie als Ergänzung zu zentral zu schaffenden Lösungen möglich zu machen. Das bisherige „Wir entscheiden mal, was das Beste für die Menschen ist.“ hat zur starken Polarisierung im Kreis – hier die Willkommens-Aktiven, da die Besorgten, Verunsicherten – beigetragen. Diese Polarisierung will ich abbauen. Gleichzeitig werde ich konsequent, mit allen Verbündeten, Nazis und Rassisten bekämpfen – mit den Bündnissen und Initiativen, dem Toleranzfest, der Antifa, den Gewerkschaften, den Sportverbänden, der Feuerwehr – also der breiten Zivilgesellschaft.

Von Philip Häfner

In wenigen Wochen wird im Havelland ein neuer Landrat gewählt. Am 10. April sind die Bürger erstmals direkt aufgerufen, einen neuen Kreischef zu bestimmen. Die MAZ hat allen Kandidaten dieselben Fragen zur Person und aktuellen Themen der Kreispolitik gestellt. Diesmal antwortet Raimond Heydt, 42, von der Piratenpartei.

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