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Havelland Pfarrer Schöne wagt einen Neuanfang
Lokales Havelland Pfarrer Schöne wagt einen Neuanfang
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14:11 30.03.2018
Pfarrer Wolf Schöne war seit 26 Jahren Pfarrer der Evangelische Kirchengemeinde Rathenow. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

Der Gottesdienst am Ostersonntag um 10 Uhr in der Lutherkirche wird für die Gemeindemitglieder ein besonderer werden. Es ist der letzte den Wolf Schöne als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Sankt Marien Andreas hält. Zum 1. April wechselt der 56-Jährige ins Osthavelland in die Gemeinde Retzow-Selbelang.

Die beiden Dörfer mit etwa 170 Gemeindemitgliedern mussten zuletzt mit einer Vakanzverwaltung auskommen. Weil sich auf die Stelle kein neuer Pfarrer beworben hatte und Wolf Schöne schon länger über einen Wechsel nachgedacht hat, wagt er nun nach 26 Jahren einen Neuanfang.

In der Gemeinde sorgte seine Entscheidung zunächst für Unruhe. „Viele waren überrascht, sie dachten, ich werde weggeschickt. Manche haben gesagt: Sie gehen nicht! Andere waren sehr traurig“, erzählt Schöne.

Dabei betont er, dass es allein seine Entscheidung war. „26 Jahre in einer Pfarrstelle – das ist eine sehr lange Zeit. Einige Gemeindemitglieder habe ich von der Taufe über die Konfirmation bis zur Hochzeit begleitet“, so Schöne.

Pfarrer Wolf Schöne fährt jede Woche mit Gitarre und Talar in die Pflegeheime der Stadt, um für all jene einen Gottesdienst zu halten, die nicht mehr zur Kirche kommen können. Quelle: Christin Schmidt

Im Herbst 1991 kam Wolf Eike Schöne nach Rathenow. Vier Pfarrer gab es damals in der Gemeinde. Wolf Schöne sollte sich als Gemeindepädagoge der Jugendarbeit widmen, auf diesem Gebiet hatte er sich zuvor spezialisiert.

„Ich wurde hier mit offenen Armen empfangen. Es passte einfach. Ich fand, was ich suchte und die Rathenower bekamen, was sie damals suchten“, erinnert sich der umtriebige Pfarrer.

Bereits kurz nach seinem Antritt baute er zusammen mit seiner Frau Monika das Jugendhaus Oase auf und betreute den Nachwuchs in der jungen Gemeinde. Denkt Schöne daran zurück, schwelgt er in Erinnerungen.

Er erzählt von den vielen Ausflügen, die Musik- und Kochabende in der Oase und die unzähligen Begegnungen mit jungen Menschen. Mehrere Generationen hat er hier auf dem Weg zum Erwachsen werden begleitet. Legendär sind die Gitarrenabende in der Oase, die der leidenschaftliche Musiker Wolf Schöne ins Leben rief.

Mit Musik bringt Wolf Schöne seit September 2015 geflüchteten Menschen die deutsche Kultur näher. Jede Woche lädt er zum Gitarrenkur in das Jugendhaus Oase ein. Daran wird sich auch mit seiner neuen Stelle in Retzow-Selbelang nichts ändern. Quelle: Christin Schmidt

Es ist ein Abschied, der ihm schwer fällt. „Aber es ist auch wichtig, Dinge loszulassen“, betont Schöne und fügt hinzu, dass er sich zugleich sehr auf seine neue Arbeit freue.

Gut kann sich Wolf Schöne auch an die wohl härteste Zeit seiner Tätigkeit in Rathenow erinnern. „1994 stand ich plötzlich ganz allein da. Meine drei damaligen Kollegen hatten Rathenow verlassen und ich musste für fünf Jahre die Geschäftsführung der Gemeinde übernehmen“, erinnert sich der 56-Jährige.

Er weiß wie schwierig es ist, die Gemeinde allein zu führen. Deshalb hat er sich für den Wechsel mit der Bedingung entschieden, dass die Stelle neu besetzt wird und Andreas Buchholz, der seit 19 Jahren Pfarrer in Rathenow ist, eine neue Kollegin oder einen neuen Kollegen bekommt. Frühestens im September.

„Ich wünsche mir für Rathenow dass es weitergeht und dass eine junge Nachfolgerin oder ein junger Nachfolger kommt. Das würde Rathenow gut tun“, sagt Schöne. Der Mann, der vor knapp drei Jahren eine Interkulturelle Gitarrengruppe ins Leben rief und ein Hilfsnetzwerk gründete, das rund 300 Akteure in der Region vereint, ist längst nicht nur in Rathenow bekannt.

Auch künftig wird Wolf Schöne Gottesdienste in Pflegeheimen halten. Neben vier Einrichtungen in Rathenow wird er künftig auch Pflegeheime auf dem Land besuchen. Quelle: Christin Schmidt

In Friesack, Milow, Premnitz und Rhinow übernahm er Vakanzen. Viele kennen Schöne auch von Konzerten mit der Lujah-Band, Auftritten seiner Gitarrengruppe oder verschiedenen Hilfsaktionen für Flüchtlinge.

All das soll nun aber nicht enden. Da seine neue Gemeinde recht wenige Mitgliedern hat, wird Wolf Schöne auch weiterhin zusätzliche Aufgaben für den Kirchenkreis übernehmen. Dazu gehört neben der Flüchtlingsarbeit, der sich Schöne seit September 2015 intensiv widmet, auch die Arbeit in Pflegeheimen.

Vier Einrichtungen besucht er regelmäßig in Rathenow, hält Gottesdienste für die Bewohner, die selbst nicht mehr zur Kirche kommen können und singt mit ihnen. Dazu soll Schöne nun weitere Pflegeheime auf dem Land besuchen.

Wie genau die Arbeit in Retzow und Selbelang aussehen wird, weiß Wolf Schöne selbst noch nicht. „Ich muss erst einmal anfangen. Dazu gehört natürlich die ganz normale Arbeit eines Pfarrers – Taufen, Beerdigungen, Gottesdienste, Konzerte organisieren, die Arbeit mit den beiden Gemeindekirchenräten, Hausbesuche.“

Vorgestellt hat er sich schon in seiner neuen Gemeinde. Der erste Eindruck sei sehr positiv gewesen. Die Menschen freuen sich auf mich und ich freue mich auf sie“, so Schöne.

Die neue Stellengestaltung bringt beiden Seiten Vorteile. Wolf Schöne kann seine Arbeit mit Flüchtlingen und in Pflegeheimen fortsetzen. Außerdem wird er weiterhin in Rathenow wohnen und die Menschen in Retzow und Selbelang bekommen einen neuen Pfarrer. Am 6. Mai wird Superintendent Thomas Tutzschke Wolf Schöne offiziell mit einem Gottesdienst verabschieden.

Von Christin Schmidt

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