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Havelland Pferde und Eulen hautnah
Lokales Havelland Pferde und Eulen hautnah
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17:05 16.10.2016
Stephan Dietrich, Land- und Pferdewirt aus Marienwerder, zeigte mit dem rheinischen Kaltblut Niko die Arbeitsweise der Rückepferde. Quelle: Ulrike Gawande
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Paaren im Glien

Schon von weitem schallte dem Besucher das Kreischen der Kettensäge im Erlebnispark in Paaren im Glien entgegen. Mit dickem Ohrschutz und mit verschiedenen Motorsägen ausgestattet, verwandelte Holzkünstler Josef Kucera einen mächtigen Eichenstamm in eine große Eule. Bei der Waldarbeiterweltmeisterschaft im Sommer 2016 in Polen war er im vorderen Drittel gelandet. „Am liebsten säge ich Eulen und Wildschweine“, erklärte er. Aber jedes Kunstwerk sei individuell, da Holzstruktur und Wuchs des Stammes stets anders seien: „Das ist Natur.“

Und am Wochenende drehte sich im Erlebnispark alles um Natur, genauer um den Wald. Eingeladen war zu den Märkischen Waldtagen, vielen Besuchern noch als Brandenburger Forsttage ein Begriff. Doch sowohl der Wettergott, der Sonntagsverkauf in Berlin als auch der Ferienkalender meinten es in diesem Jahr mit Veranstaltern und Ausstellern nicht gut. „Wir hätten uns deutlich mehr Besucher gewünscht“, erzählte etwas traurig Anneliese Liebenow vom Förderverein Freunde des MAFZ. Mit ihren Kollegen boten sie die Pflanzen und Erzeugnisse des Schaugartens zum Verkauf an. Doch nur wenige Besucher verirrten sich in die riesige Ausstellungshalle, wo neben Imkerprodukten, Fachliteratur, Kleidung und einem Glasgraveur auch die Bühne aufgebaut war. „Es ist ja auch ein schweres Thema für eine Messe“, sinnierte ein Besucher. Zumal die Förster durch die anstehende Verwaltungsreform sowieso andere Sorgen hätten, warf ein anderer ein. Einig war man sich, dass es Messen insgesamt heutzutage schwer hätten. Das Angebot an Veranstaltungen und Ausflugsmöglichkeiten sei im Berliner Speckgürtel riesig, wusste auch Anneliese Liebenow und verwies nicht nur auf Karls Erdbeerhof.

Doch auch bei den Waldtagen im Erlebnispark konnten die kleinen und großen Besucher auf ihre Kosten kommen. Bei Pia Lange, die gerade ein freiwilliges ökologisches Jahr beim Falkenhof Potsdam leistet, konnten Greifvögel gegen eine Geldspende für den Verein „Wald-Jagd-Naturerlebnis“ auf den Arm genommen werden. Eine Brieselangerin entschied sich für Kira, einen 20 Jahre alten Lannerfalken aus Nordafrika, und war begeistert: „Greifvögel sieht man ja sonst nur selten. Es ist beeindruckend, wenn sie sich in die Lüfte schwingen.“ Das gefiel auch der 18-jährigen Pia, die nach dem Abitur eigentlich eine Ausbildung zur Tierpflegerin beginnen wollte, aber wegen fehlender Praxiserfahrung abgelehnt wurde. Die holt die Neu-Falkenseerein nun auf dem Falkenhof nach. „Es ist ein absoluter Glücksgriff. Die Arbeit ist praxisintensiv und man ist so viel mit den Vögeln zusammen“, sagte sie. Nach ihren guten Erfahrungen könne sie sich nun auch eine Arbeit in einer Waldschule vorstellen.

Seine Arbeit im Wald präsentierte auch Stephan Dietrich, der mit dem rheinisch-deutschen Kaltblut Niko, die Arbeit der Rückepferde vorstellte. „Wir ziehen die Baumstämme im Wald an die Stellen zum Abtransport“, erklärte er. Aus Naturschutz- und Kostengründen seien heute Rückepferde wieder öfter im Wald anzutreffen.

Von Ulrike Gawande

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