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Havelland Was Landwirte jetzt für Insekten tun können
Lokales Havelland Was Landwirte jetzt für Insekten tun können
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18:40 15.03.2018
Fliederblüten sind besonders bei Schmetterlingen (hier ein Kohlweißling) sehr beliebt. Quelle: privat
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Nauen

Wer in den 70er und 80er Jahren längere Strecken mit dem Auto gefahren ist, musste im Anschluss Dutzende tote Insekten von der Windschutzscheibe kratzen.

Heute bleiben die Scheiben dagegen auch nach einer langen Fahrt oft Spiegel blank. Wissenschaftliche Studien belegen den anschaulichen Scheibenvergleich: Seit den 80er Jahren ist die Zahl an Bienen und anderen Insekten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen.

Mittlerweile ist das Thema auch in der Landwirtschaft angekommen: Der Kreisbauernverband Havelland sucht seit dem vergangenen Jahr verstärkt den Austausch mit den Imkern der Region. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung appellierte Bauern-Chef Dirk Peters an seine Kollegen, sich vor allem für Bienen stärker zu engagieren.

„Die Bienen finden von Mitte Juli bis Ende September viel zu wenig Nahrung. Abhilfe könnten Blühfelder, Blühstreifen, Blühgärten schaffen. Ich denke, dass jeder von uns dazu einen Beitrag leisten kann, egal wie viel Fläche er bewirtschaftet. Und wenn es erst einmal nur ein Streifen im Vorgarten ist“, so Peters in seiner Eröffnungsrede.  

Auf der Agrofarm in Nauen und auf dem Havellandhof in Ribbeck sind im vergangenen Jahr bereits auf einer Fläche von mehreren Hektar Blühstreifen angelegt worden. Die Betriebe wurden dabei von Bayer Forward Farming beziehungsweise dem Franz-Projekt des Bundeslandwirtschaftsministeriums finanziell unterstützt.

Alle anderen Betriebe müssen für das Schaffen Bienen freundlicher Strukturen noch tief in die eigene Tasche greifen. Brandenburg ist das einzige Bundesland, das das Anlegen von Blühstreifen nicht fördert. Daran könnte sich frühestens 2021 etwas ändern, wenn die neue EU-Förderperiode beginnt.

Aber nicht nur Landwirte, auch Privathaushalte können etwas für Bienen und andere Insekten tun. „Vor allem im Spätsommer und Herbst gibt es zu wenig blühende Nahrungspflanzen für Bienen und andere Insekten“, sagt Sören Hobohm von der Baumschule Nauen. Sein Betrieb arbeitet eng mit dem Landesverband Brandenburgischer Imker zusammen. Gemeinsam mit dem Goethe-Gymnasium und der Agrofarm wird er in diesem Jahr einen Blühstreifen in Nauen anlegen.

„Wer ein bisschen Platz in seinem Garten hat, kann zum Beispiel eine spätblühende Linde oder eine Stinkesche pflanzen. Da gibt es auch klein bleibende Sorten“, sagt Hobohm. Eine Nummer kleiner und besonders bei Schmetterlingen beliebt ist der Sommerflieder. Von Bienen besonders gerne angeflogen werden auch Strauchhortensien, Strauch Eibisch, die Becherpflanze oder die Phacelia, die umgangssprachlich auch Bienenweide genannt wird.

Die ideale Pflanzzeit für Bienen freundliche Gehölze beginnt gerade jetzt, wo der Boden nicht mehr gefroren ist und die Pflanzen noch keine Blätter haben.

Im Internet finden sich auf der Seite des Nabu viele Tipps für einen Insekten freundlichen Garten: www.nabu.de

Von Ralf Stork

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