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Havelland Pflegedienst düst mit E-Flitzern umher
Lokales Havelland Pflegedienst düst mit E-Flitzern umher
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00:21 01.09.2017
Im Friesacker Raum rollen Autos des ambulanten Pflegedienstes ohne Strom.   Quelle: Foto: Astrid Wiebe
Friesack

 Der kleine weiße E-Flitzer ist seit Frühjahr im Raum Friesack unterwegs. Hunderte Kilometer legen die Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes mit dem rein elektrisch betriebenen Volkswagen e-up täglich zurück. Die anfängliche Skepsis, das Auto würde plötzlich irgendwo schlapp machen, ist länget verflogen, wie Ulf Siemenowski, Pflegedienstleiter bei der Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH sagt. Trotzdem ist er nicht vollauf zufrieden.

Die Sozialstation Friesack mit ihren 70 Mitarbeitern und 15 ehrenamtlichen Helfern ist jeden Tag in Friesack und den angrenzenden Dörfern unterwegs und betreut derzeit 210 Menschen, die zu Hause gepflegt werden möchten. Den ambulanten Pflegekräften, die in Früh- und Spätschichten arbeiten, steht ein Fuhrpark von 15 Fahrzeugen zur Verfügung. Da die Ortsteile und Dörfer im Umkreis von 25 Kilometern liegen und viele Pflegebedürftige teilweise bis zu fünfmal am Tag besucht werden, kommen pro Pflegekraft am Tag oft mehr als 100 gefahrene Kilometer zusammen.

 „Der Benzinverbrauch, die Wartungskosten und der Verschleiß sind daher sehr hoch. Nach spätestens drei Jahren Leasing-Laufzeit werden die Wagen meist aus dem Verkehr gezogen“, weiß Ulf Siemenowski. „Besonders nachhaltig ist das auf keinen Fall, wenn man bedenkt, dass wir in unserem Pflegeunternehmen sonst in vielerlei Hinsicht auf ein umweltverträgliches Handeln achten.“

Der Anschaffungspreis des kleinen E-Flitzers, der zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit ist, liegt normalerweise bei rund 30 000 Euro abzüglich eines Umweltbonuses von 4000 Euro, der von Bund und Hersteller bezahlt wird. „Das ist viel zu wenig Anreiz für einen Umstieg auf ein E-Auto“, argumentiert Siemenowski. „Unser Fahrzeug ist geleast mit einer zweieinhalb Mal höheren Monatsrate als die eines Fahrzeuges mit Verbrennungsmotor. Von Wirtschaftlichkeit können wir da wirklich nicht reden.“ Und trotzdem ist der Pflegedienstleiter überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

„Das Auto schafft eine Reichweite zwischen 80 und 100 Kilometern. Das ist für Pflegedienste wie uns ideal und für eine Schicht völlig ausreichend. Und zwischen dem Ende der Frühschicht um 13 Uhr und dem Beginn des Spätdienstes um 16 Uhr liegt genug Zeit zum Aufladen der Batterie“, so sagt Siemenowski. Fürs Aufladen sorgt eine E-Auto-Ladestation, die sich die Gemeinschaftswerke mit den Awo Betreuungsdiensten in der Berliner Straße teilen. Jeweils 5000 Euro haben die Pflegeunternehmen dafür gezahlt.

Die anfänglichen Bedenken einiger Pflegekräfte, dass ein Elektroauto schon nach einigen Kilometern schlapp mache und wieder aufgeladen werden müsse, habe sich recht schnell gelegt, erzählt der Pflegedienstleiter. Nicht nur die Mitarbeiter seien mittlerweile von dem kleinen Flitzer angetan, sogar die „Dörfler“, die neue und moderne Dinge meist skeptisch beäugen, hätte das E-Auto überzeugt, schildert Ulf Siemenowski schmunzelnd.

Auch die Fahrweise der Pflegekräfte habe sich mit Anschaffung des kleinen Wagens geändert. „Trotz der spitzigen 82 PS, mit denen man locker bis zu 120 Stundenkilometer schnell sein kann, sind unsere Mitarbeiter viel umweltbewusster unterwegs. Denn wer schnell fährt, verbraucht viel mehr Strom.“

Für die Geschäftsleitung des Gemeinschaftswerkes ist die Anschaffung des umweltfreundlichen Fahrzeuges mehr als nur eine gute Investition. Man wolle Anstoß geben und mit gutem Beispiel vorangehen. „Noch sind elektrisch angetriebene Pkws selten, aber für unsere Zukunft müssen wir innovativ und nachhaltig denken“, sagt die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit Josephin Futterlieb. Mittelfristig will das Pflegeunternehmen weitere Elektroautos in ihre Fahrzeugflotte aufnehmen und damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Von Astrid Wiebe

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