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Havelland Philatelisten stellen im Ribbecker Schloss aus
Lokales Havelland Philatelisten stellen im Ribbecker Schloss aus
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18:46 28.06.2016
Arbeitermotive gab es in Ost wie West. Quelle: Repro Schnaibel
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Ribbeck

Wie nah und wie fern sich die DDR und die BRD waren, das wird auf besondere Weise an ihren Briefmarken sichtbar. Im Schloss Ribbeck ist die Wanderausstellung des Premnitzers Wilhelm K. H. Schmidt zu sehen. Der Titel „Verbundenheit bleibt ungeteilt“ ist pathetisch und sprachlich nicht ganz logisch, aber die Ausstellung ist es nicht. Sie ist auf erfrischende Weise anschaulich, politisch, überraschend.

„Eine Zeitreise auf Briefmarken 1949 – 1989“ wird versprochen. Vom innerdeutschen Postkrieg bis zur nahezu identischen Erbepflege reicht das gezackte Geschichtsbuch. Überraschend dabei sicherlich die große Übereinstimmung, wenn es um die verehrungswürdigen Personen deutscher Geschichte geht. In der Literatur gilt: „Goethe für alle“. Im Osten wie im Westen wurde der Dichter auf Marken verehrt, aber auch Schiller, Lessing, Kleist, Raabe, Wieland, Heine, Tucholsky wurden als „Nationales Kulturerbe“ in beiden deutschen Staaten bedacht.

Auch Maler und Musiker scheinen keine Grenzen gekannt zu haben. Dürer, Cranach, Kollwitz, Zille – auf beiden Seiten. Telemann, Bach, Beethoven – da machte Politik keinen Verehrungsunterschied. Immerhin: Die DDR würdigte Robert Schumann mit einer Marke, die BRD setzte auf Clara Schumann. Auch bei Martin Luther und beim Mega-Ereignis „750 Jahre Berlin“ herrschte einige Briefmarken-Vaterland. Und bei Grimms Märchen sowieso. Selbst bei den „Vordenkern“ finden sich Ulrich von Hutten, Friedrich Ludwig Jahn, Karl Marx und Rosa Luxemburg auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs.

„Die zentrale Aussage der Ausstellung ist der Bestand der deutschen Nation“, sagte Wilhelm K. H. Schmidt, „unabhängig vom Willen beider politischen Systeme.“ Denn Unterschiede gab es schon. Setzte der Westen auf den Juni-Aufstand von 1953, so würdigte die DDR Mauerbau und Grenztruppen. In der DDR gab es eine Reihe von Marken, die der antifaschistischen Staatsdoktrin entsprachen, im Westen setzte man sich auf Marken mit dem Zweiten Weltkrieg so gut wie gar nicht auseinander.

Dass der Kalte Krieg auch vor der Post nicht Halt machte, macht die Ausstellung beim deutsch-deutschen Postkrieg sichtbar. So durften Briefe mit Ho-Chi-Minh-Marke und Solidaritäts-Sonderstempel für Vietnam nicht in den Westen, sie wurden zurückgesandt. Ähnlich erging es Absendern aus dem Westen, die Marken wie „10 Jahre Vertreibung“ oder „Wahl des Bundespräsidenten in West-Berlin“ benutzt hatten. „Solche Marken wurden mitunter durch Lack- und Farbauftrag unkenntlich gemacht oder überklebt oder eben gleich zurückgeschickt“, erklärte Wilhelm K. H. Schmidt.

Die Ausstellung in Ribbeck zeigt zudem noch eine andere Seite: mit welcher Sorgfalt und mit welch hohem künstlerischen Anspruch an die Gestaltung der Briefmarken gegangen wurde. Entstanden war die Ausstellung einst zum 25. Jahrestag der Städtepartnerschaft von Premnitz und Niederkassel. Wilhelm K. H. Schmidt selbst hat schon die nächste Ausstellung im Blick: Dann alle Briefmarken dieser Welt, die zu Otto Lilienthal zu finden sind.

Die Ausstellung in Ribbeck wird bis zum 30. Juli im Schlossmuseum gezeigt. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr.

Von Marlies Schnaibel

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