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Havelland Pläne für ein Heimatmuseum
Lokales Havelland Pläne für ein Heimatmuseum
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17:14 27.03.2018
Peter Dietze, der Vorsitzende des Fördervereins, und KWR-Chef Hartmut Fellenberg (re.) in dem leer stehenden Ladenlokal in der Berliner Straße. Quelle: Kniebeler, Markus
Rathenow

Ein Heimatmuseum gibt es in Rathenow nicht. Obwohl nicht wenige Rathenower sich einen Ort wünschen, an dem die Entwicklung der Stadt von ihren Anfängen bis zur Gegenwart anschaulich dargestellt wird. Als vor fast zehn Jahren mit großer Bürgerbeteiligung im Leitbild 2020 Wünsche für die künftige Entwicklung der Stadt zusammengetragen wurden, da stieß die Idee eines Heimatmuseums bei über 90 Prozent der Befragten auf Zustimmung.

Damit das Heimatmuseum kein Wunschtraum bleibt, gründete sich im Sommer des Jahres 2009 ein Förderverein, dessen Satzungsziel eindeutiger nicht formuliert sein könnte: Wiederaufbau und Betrieb eines Heimatmuseum für die Stadt Rathenow. „Das ist nach wie vor unser zentrales Anliegen“, sagt Peter Dietze, Vorsitzender des Vereins.

Nach Jahren ergebnisloser Bemühungen deutet sich jetzt eine Lösung an. Die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) würde dem Verein Räume vermieten, in denen sich die vielen Ausstellungsstücke, die derzeit in dunklen Kellern lagern, präsentieren ließen. Es geht um eine Wohnung in der Berliner Straße 80 – zentral gelegen, ebenerdig und mit 140 Quadratmetern ausreichend groß. Neben Ausstellungsräumen gäbe es Platz für ein Büro und einen Besprechungsraum. „Damit wäre uns sehr geholfen“, sagt Dietze, der das Vorhaben am Donnerstagabend im Finanzausschuss vorstellte.

Der Knackpunkt an der ganze Sache ist, man ahnt es schon, die Finanzierung. Denn kostenlos kann die KWR das Objekt natürlich nicht zur Verfügung stellen. Rund 10 000 Euro jährlich würden Peter Dietze zufolge an Mietkosten anfallen. „Das können wir als kleiner Verein nicht stemmen“, sagt er. Deshalb habe er die Stadt gebeten, für die Betreibung der Ausstellungsräume 10 000 Euro im Jahr zur Verfügung zu stellen.

Während die Pläne bei den meisten Stadtverordneten auf Wohlwollen stoßen, ist die Reaktion von Rathenows Wirtschaftsamtsleiter Alexander Goldmann weitaus reservierter. Nicht, weil er dem Heimatmuseum keine feste Bleibe gönnt. Sondern weil ihn die Geldforderung bedrückt. „Wir haben momentan keinen Topf, aus dem wir diese Summe nehmen könnten“, sagt er. Wenn die Abgeordneten diesem Antrag zustimmten, müssten sie ganz konkret benennen, an welcher anderen Stelle man das Geld kürze. Sehr viele Möglichkeiten sehe er da nicht.

Nun – der offizielle Antrag muss ja noch gestellt und dann in den entsprechenden Gremien debattiert werden. „Es wäre schön, wenn wir bei der Suche nach einem Standort Erfolg hätten“, sagt Peter Dietze. Denn das Heimatmuseum sei ja kein Selbstzweck, sondern solle der gesamten Bevölkerung zu Gute kommen. Vor allem die junge Generation habe ein Anrecht darauf, etwas über ihre Herkunft in Erfahrung zu bringen. Ein Heimatmuseum könne genau das leisten.

Übrigens wolle man nicht in Konkurrenz zum Optik-/Industriemuseum treten, so Dietze. Dieses habe in der Geburtsstadt der optischen Industrie seine Berechtigung. Aber die Geschichte Rathenows beginne eben nicht mit der Erfindung der Vielschleifmaschine im Jahr 1801. Sondern habe viel, viel mehr zu bieten. Und genau mit dieser Vielfalt wolle man Rathenower und ihre Gäste vertraut machen.

Von Markus Kniebeler

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