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Plan für Olympisches Dorf vorgestellt

1000 Wohnungen sind möglich Plan für Olympisches Dorf vorgestellt

Kamen in die erste Bürgerwerkstatt zur Zukunft des Olympischen Dorfes von 1936 in Elstal noch 40 Leute, waren am es in der zweiten Runde knapp 100. Kernstück des Konzeptes bleibt das Wohnen gepaart mit einem musealen Teil.

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Rege diskutiert haben die Wustermarker mit den Planern und Experten.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Elstal. Noch ist es eine Vision, dass im ehemaligen Speisehaus der Nationen von 1936 und dessen Umgebung bis 1000 Wohnungen entstehen, in denen bis zu 2500 Menschen leben werden. Aber auf dem langen Weg hin zur Realisierung dieser Ideen ist die Gemeinde Wustermark einen Schritt voran gekommen.

1936 bezogen Sportler aus aller Welt die Quartiere in Elstal, um bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin dabei zu sein. 80 Jahre später, Anfang 2016, werden die Wustermarker Gemeindevertreter über zu Zukunft des historischen Dorfes an der B 5 entscheiden. Dann soll ein Quartierentwicklungskonzept in seiner finalen Fassung vorliegen. Die wichtigsten Eckpunkte des Entwurfes stellten die Planer am Mittwochabend in der Oberschule Elstal vor. Auf dem rund 55 Hektar großen Areal, das sich im Eigentum der DKB-Stiftung befindet, soll wieder Leben einzeihen. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Genauso wie in dem Punkt, dass es eine Mischung aus Wohnen, Freizeit, Sport und einem musealem Teil werden soll, wie es Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) formulierte. Ein potenzieller Investor für einen ersten Bauabschnitt inklusive des Speisehauses der Nationen ist mit der Firma Terraplan aus Nürnberg gefunden. „Die Verhandlungen zum Verkauf dieses Teils der Gesamtfläche sind auf gutem Weg“, versicherte Ralf Klenk, Vorstand der DKB-Stiftung gegenüber der MAZ. „Uns ist dabei wichtig, dass dieses Gelände öffentlich zugänglich bleibt und es einen Museumsteil geben wird, der die Geschichte von 1936 bis heute beleuchtet“.

Die von der Gemeinde beauftragten Planer Jahn, Mack & Partner entwickelten in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden ein Konzept (integriertes Quartiersentwicklungskonzept). Auch die Wustermarker Bürger konnten sich einbringen. Erstmals bei einer Bürgerwerkstatt im Sommer, jetzt am Mittwoch in der zweiten Veranstaltung. Etwa 100 Leute, mehr als doppelt so viele wie beim ersten Mal, waren gekommen. Grundsätzlich gab es Zustimmung zur Wiederbelebung des Olympischen Dorfes, aber verbunden mit speziellen Wünschen. So wollen einige, den alten See auf dem Areal als Badesee anlegen, andere fordern ausreichend Parkplätze, wenn nötig Parkhäuser oder Carports entlang der südlichen Grenze zur B 5. Anwohner der angrenzenden Radelandsiedlung möchten verhindern, dass der künftige Verkehr ins Olympische Dorf durch ihr Wohngebiet fließt, wieder andere möchten Ladestationen für Elektroautos auf öffentlichem Grund und den Erhalt des Sportplatzes. Nicht alle Sachen werden sich realisieren lassen, ließ Planer Klaus Meier-Hartmann durchblicken. So werde es keine zusätzliche Abfahrt von der B 5 geben. Auch die Parkhäuser seien unrealistisch, weil zu teuer. „Stattdessen entsteht eine bis zu sechs Metern hohe Schallschutzwand am südlichen Rand zur Bundesstraße. „Es wird eine modulare Entwicklung im Olympischen Dorf geben. Das bedeutet, nach und nach werden kleine Siedlungsbereiche mit Häusern oder größere Wohneinheiten wachsen“, so Meier-Hartmann. Auch sanftes Gewerbe oder ein kleiner Nahversorger sollen möglich sein.

Bezüglich der Erschließung des Olympischen Dorfes sind die Experten auf folgende Variante gekommen: Die Hauptachse in das neue Wohngebiet führt vom künftigen Kreisverkehr, der in der Nähe der Flakhallen an Hauptstraße entstehen soll, bis etwa zum Hindenburghaus. „Es gibt keine komplette Ringstraße, damit der Verkehr nicht über die zu enge Rosa-Luxemburg-Allee rollt“, erklärte Meier-Hartmann. Nur für Busse und Radfahrer werde es eine Durchfahrt geben. Schwimmhalle, Sporthalle und Sportplatz werden erhalten, die Nutzung ist noch offen. Bei der Schwimmhalle sei auch ein Wellnessbereich mit Sauna und angeschlossenem Bistro denkbar, der Sportplatz könnte als Trainingsanlage dienen oder für andere Großveranstaltungen genutzt werden. „Von einer Wohnstätte für reiche Leute sind wir weit entfernt. Wir möchten, dass sich in der neuen Siedlung ein Querschnitt der Elstaler Bevölkerung wiederfindet“, sagte Klaus Meier-Hartmann und ergänzte: „Es ist wird nichts Exklusives, aber etwas Besonderes.“

Von Jens Wegener

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