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Plötzlich ist die Feuerwehr obdachlos

Paretz Plötzlich ist die Feuerwehr obdachlos

Der Mietvertrag für das Depot der Brandbekämpfer in Paretz ist ausgelaufen. Der Eigentümer des Gebäudes hat Eigenbedarf angemeldet. Bis spätestens zum Winter muss eine neue Bleibe für Kameraden und Technik gefunden sein. Eine Lösung aber ist nicht in Sicht.

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Beim Vor-Ort-Termin am Depot der Paretzer Feuerwehr wurde viel diskutiert, eine Lösung aber wurde nicht gefunden.
 

Quelle: Jens Wegener

Paretz.  Eine schnelle und befriedigende Lösung für die Feuerwehr Paretz gibt es nicht. So beurteilt Birgit Behr, Vorsitzende des Ketziner Wirtschaftsausschusses, die Situation um die Zukunft der Paretzer Feuerwehr. Ausschussmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und Feuerwehrleute hatten sich im Depot in der Werderdammstraße getroffen und über mögliche Varianten eines neuen Gerätehauses zu sprechen. Erfolgreich war das nicht, weil die Fronten verhärtet sind und die Ketziner Stadtkasse wenig Spielraum für einen kompletten Neubau lässt. Wie es nun weitergeht, ist unklar.

1973 hat die Paretzer Feuerwehr ihr jetziges Depot in der Werderdammstraße in unmittelbarer Nähe zum Schloss bezogen. Seither wurde viel erneuert, umgebaut, saniert, aber all das zählt jetzt nichts mehr. Denn der Eigentümer des Gebäudes hat Eigenbedarf angemeldet, will dort zum kommenden Winter seine Technik unterstellen. Über Monate liefen Gespräche zwischen Stadtverwaltung und Eigentümer, die aber unterm Strich aus Feuerwehrsicht nichts gebracht haben. Fakt ist, der Mietvertrag für das Depot ist zum Jahresende 2016 ausgelaufen. Es gibt eine Vereinbarung, wonach die Stadt weiter Miete zahlt, „aber jetzt ist die Feuerwehr praktisch monatlich rauskündbar“, sagte Mathias Meißner von der Stadtverwaltung.

Diesen unhaltbaren Zustand zu verändern, hatte man mehrere Varianten für einen Alternativstandort ins Spiel gebracht: „Unser Favorit ist ein Neubau in der Paretzhofer Straße neben der bereits vorhandenen Halle des Fördervereins der Paretzer Wehr“, machte Ortswehrführer Carsten Riemer klar. Man müsse ja nicht ein 500 000-Euro-Gebäude dort hinstellen, eine isolierte Blechhalle würde es doch auch tun.

Doch „der Neubau eines Gerätehauses ohne Fördermittel ist kaum leistbar“, so Bürgermeister Bernd Lück (FDP). Außerdem sei das betroffene Grundstück zu klein. „Wir hatten schon einen Bauplan für die Paretzhofer Straße. Den haben die Feuerwehrleute abgelehnt“, ergänzt Lück.

Die von der Stadtverwaltung befürwortete Variante, dass die Paretzer Feuerwehr mit Sack und Pack nach Ketzin umzieht und in dem jetzt zu erweiternden Gerätehaus in der Feldstraße mit untergebracht wird, ist für die Paretzer „undenkbar“. Der stellvertretende Ortswehrführer Detlef Hinze: „Dann lösen wir uns auf und gründen einen Kegelverein in Paretz.“

Andere Grundstücke in dem Ketziner Ortsteil kommen wohl nicht in Frage. So jedenfalls sieht es die Stadtverwaltung. Spekuliert hatten die Feuerwehrleute auf die leerstehenden Hallen des Areals am Werderdamm, in denen bisher der Wasser- und Bodenverband Nauen eine Werkstatt und ein Bürogebäude betreiben hatte. Inzwischen ist die Stadt Ketzin/Havel Eigentümer des Areals. Dort gibt es das Problem mit der Zuwegung. Über den Deich dürfen die Fahrzeuge eigentlich nicht fahren, nur Fußgänger und Radfahrer sind dort erlaubt, weil es eine Hochwasserschutzanlage ist. Außerdem wäre der etwa 350 Meter lange Plattenweg zu eng und lasse keinen Gegenverkehr zu, hieß es. Wenn die Feuerwehr ausrückt und einige Kameraden kommen noch mit ihren Autos zum Depot, dann müsste einer zurück fahren. Das funktioniere nicht. Ganz abgesehen von den baulichen Auflagen für ein Gerätehaus, so Lück.

Bis zur Sitzung des Ketziner Hauptausschusses am kommenden Montag soll ein ausformulierter Vorschlag des Wirtschaftsausschusses zur Feuerwehr auf dem Tisch liegen. Für den Stadtverordneten Michael Werner (Fraktion SPD/Freie Wähler) ist klar: „Wenn wir Feuerwehr wollen, müssen wir sie finanzieren. Auch in Paretz.“ Ob die Stadt Ketzin/Havel dafür einen Kredit bewilligt bekäme, entscheidet gegebenenfalls die Kommunalaufsicht des Landkreises Havelland.

Von Jens Wegener

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