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Havelland Plötzlich waren die Linden weg
Lokales Havelland Plötzlich waren die Linden weg
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00:20 16.09.2017
Gegenwart: Kahlschlag vor dem neuen Geschäftshaus. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Die Falkenseer Bahnhofstraße hat zwei Linden weniger. In der vergangenen Woche wurden sie nahezu heimlich gefällt.

„Es geht zur Zeit pausenlos, klammheimlich in dieser Weise“, beklagt die Falkenseerin Erika Paul den Umgang mit Bäumen. Die Linden standen an der Stelle, wo sich einst die alte Kaufhalle befand und jetzt ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet wird. Projektentwickler ist die Allancons GbR Berlin. Um den Gebäudekomplex mit seiner Tiefgarage errichten zu können, war auf dem Hof eine stattliche Rotbuche gefällt worden. Nun mussten fast zum Abschluss der Bauarbeiten plötzlich zwei Linden weichen.

Vergangenheit : Bis vor ein paar Tagen standen dort noch Linden. Quelle: Marlies Schnaibel

„Das geschah im Prinzip planmäßig“, erklärte Bürgermeister Heiko Müller. Die Bäume mussten weichen, um genügend Platz für den geplanten Weg zu haben. Der wird von der Bahnhofstraße die Rückseiten der Grundstücke erschließen, ähnlich wie es bereits der Fritze-Müller-Weg oder der Zank-Gericke-Weg tun. Die Wege sind vorwiegend für Fußgänger gedacht, aber auch als Zufahrt für Geschäfte und Stellplätze auf den Grundstücken. Über ein Geflecht von Wegen soll so die Scharenbergstraße und das Stadthallenareal mit Poststraße und Bahnhofstraße verbunden werden. Die neue Tiefgarage wird von der Scharenbergstraße aus erschlossen und nicht über den künftigen Adolf-Haferland-Weg. Für die Fällung lagen Genehmigungen vor, sagte der Bürgermeister, Auftraggeber war die Stadt, die Eigentümer des künftigen Weges ist.

Mit der Antwort können sich viele Baumfreunde nicht zufrieden geben. Schon mehrfach hatte Ursula Nonnemacher, Vorsitzende der grünen Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, beklagt, dass die Abgeordneten vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Die Firma Schmidtmann Gölling Architekten plante den Komplex, in den vorlegten Modellen für den Neubau waren die Bäume eingezeichnet gewesen und stehen noch bis heute so auf der Internetpräsentation der Firma. „Meines Wissens war die Fällung der Bäume nicht vorgesehen, wir haben nicht darüber beschlossen“, sagte Ursula Nonnemacher. Das Fällen der Bäume (ironischer Weise vor einem künftigen Biomarkt) und zuvor das massive Beschneiden der Linden, um Baufreiheit für Balkone zu bekommen, hält sie für hochproblematisch. Der Umgang mit den Linden in der Bahnhofstraße lässt auch für die Debatte um die Linden in der Spandauer Straße wenig Gutes erahnen. Dort sollen unabhängig vom Gesundheitszustand alle 100 Linden für einen zügigen Straßenausbau gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt werden.

Von Marlies Schnaibel

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