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Plötzlich zwei Kneipennächte in Rathenow

Zwist um Kneipennacht Plötzlich zwei Kneipennächte in Rathenow

Am 13. August soll es in Rathenow in jedem Fall wieder eine Kneipennacht geben, vielleicht sogar zwei. Einige Rathenower Gastronomen sind sich einig, die Veranstaltung gehört in die Hände der Wirte und sollte in Absprache mit allen Beteiligten auf die Beine gestellt werden. Das sieht der Veranstalter, der die Musik- und Kneipennacht 2002 ins Leben rief, anders.

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Am 13. August soll die Kneipennacht in Rathenow zum 15. Mal steigen, vermutlich gibt es dann zwei Veranstaltungen an einem Abend.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Die Kneipennacht gehört zum Sommer in Rathenow dazu, darüber herrscht sowohl bei den hiesigen Gastronomen als auch bei den zahlreichen Gäste, die das Fest jedes Jahr im August besuchen, einhelliger Konsens. Doch wer die Veranstaltung organisieren soll, dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen. Deshalb könnte es erstmals statt einer gemeinsamen Kneipennacht am 13. August zwei parrallele Veranstaltungen geben: Zum einen die Musik- und Kneipennacht Pub á la Pub, zum anderen die Rathenower Kneipennacht. Für die Gäste bedeutet das, zwei Mal Eintritt zahlen, wenn sie alle Lokale besuchen wollen.

Schuld ist offenbar ein Dissens, zwischen teilnehmenden Gastronomen und den Veranstaltern. Laut Ronny Kraatz vom American Monster Diner, hatten die Gastronomen zu wenig Mitspracherecht und Kritik habe der Veranstalter nicht angenommen. „Uns ist es wichtig, dass den Gästen jede Menge Livemusik, gute Stimmung und eine tolle Atmosphäre in den Lokalen geboten wird. Außerdem soll jeder selbst entscheiden können, welche Band bei ihm spielt. Schließlich wissen die Wirte selbst am besten, was ihre Gäste wollen“, sagt Kraatz und fügt hinzu: „Wo sollte die Kneipennacht sonst hingehören, wenn nicht in die Hände der Gastronomen?“

Nach einem Jahr Pause wollte der Veranstalter wieder übernehmen

Deshalb hat sich Kraatz mit John Schacht, Betreiber des Havelrestaurants Schwedendamm und des Lokals Zur alten Schmiede sowie Pierre Diedrigkeit, der das Café PurPur betreibt, zusammengeschlossen. Bereits im Buga-Jahr 2015 hatten die drei die Rathenower Night of Music veranstaltet, ein Ersatz für die Musik- und Kneipennacht, nachdem Veranstalter Feras El-Hakim recht kurzfristig entschlossen hatte, ein Jahr zu pausieren. „Es war klar, dass wir 2016 weitermachen. Wir hatten die Veranstaltung bereits 2015 angemeldet. Dass es nun am 13. August offenbar zwei Veranstaltungen geben wird, finden wir sehr bedauerlich“, so Britta Mau.

2002 hatte sie gemeinsam mit Feras El-Hakim, der die Bar Studio B betreibt, und Monique Novatscheck die Musik- und Kneipennacht Pub á la Pub ins Leben gerufen. „Wir sind damals volles Risiko eingegangen, obwohl viele sagten, eine solche Veranstaltung läuft in Rathenow sowieso nicht. Wir haben alle Gastronomen an einen Tisch geholt und die Musik- und Kneipennacht hat sich über die Jahre etabliert“, so Britta Mau. Dass nun andere das Konzept übernehmen, findet sie alles andere als fair. Und Feras El-Hakim fürchtet, dass man die Veranstaltung dadurch kaputt macht. „Es war nicht in unserem Sinne, die Veranstaltung zu spalten. Wir wollen auch keine Gegenparty, wir wollen einfach unser bewährtes Konzept fortsetzen“, betont Britta Mau.

Am Ende zahlen die Gäste doppelt

Ronny Kraatz und seiner Mitstreiter werden dennoch an ihrer Idee festhalten. „Das Feedback der teilnehmenden Gastronomen war letztes Jahr sehr positiv und alle haben sich bereit erklärt, wieder mit uns zusammenzuarbeiten“, erklärt Pierre Diedrigkeit den Entschluss. Wie groß die Verwirrung um die teilnehmenden Lokale bereits ist, zeigt, dass beide Veranstaltungsteams unter anderem erklären, das Restaurant Harlekin mache bei ihnen mit. Licht ins Dunkel bringt Restaurantleiterin Nicole Wursthorn: „Wir machen bei der Rathenower Kneipennacht mit, die Herr Kraatz und sein Team organisieren, weil wir mit der Organisation im letzten Jahr zufrieden waren. Es hat einfach besser geklappt als in den Jahren zuvor.“

Nun steht also fest: Am 13. August wird zum 15. Mal in Folge Livemusik in vielen Lokalen der Stadt gespielt. Der Kartenverkauf wird Ende Juli beginnen. Sollte es tatsächlich dabei bleiben, dass beide Veranstalter ihre eigene Kneipennacht durchführen, sollten die Gäste daran denken, dass sie auch zwei Karten kaufen müssen, um beide Veranstaltungen besuchen zu können. An Busshuttles dürften es nicht mangeln, sowohl für die Musik- und Kneipennacht Pub à la Pub als auch für die Rathenower Kneipennacht sollen Busse zwischen den Lokalen eingesetzt werden. Eines dürfte klar sein: Den Gästen wird es letztendlich egal sein, wer die Kneipennacht veranstaltet. Was für sie zählt, ist gute Musik, tolle Stimmung, ein funktionierender Busshuttle und vor allem eine Karte für alle Lokale.

Von Christin Schmidt

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