Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Poesie aus Licht
Lokales Havelland Poesie aus Licht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:55 19.06.2016
Rainer Gottemeier neben seinem Lichtboxmodul „Große Ballung V“ aus dem Jahre 2016 im Museum Falkensee. Quelle: Hans-Peter Theurich
Anzeige
Falkensee

Rainer Gottemeier ist ein Poet, aber er schreibt keine Gedichte. Er gestaltet Licht, und es entsteht Poesie. Im Museum Falkensee wurde am Freitagabend die Ausstellung „alla camera“ mit zahlreichen Werken des vielseitigen Künstlers eröffnet. Die Kompositionen von Jasper Libuda, die dieser auf dem Kontrabass spielte, bereicherten die Vernissage und trugen zu einem überaus gelungenen Erlebnis bei.

Viele von Rainer Gottemeiers Arbeiten bespielen große Flächen wie Seen oder Teiche. Daher war eine besondere Auswahl für die vergleichsweise kleinen Räume der Falkenseer Galerie nötig. Und so entstand letztlich der Titel „alla camera“ in Anlehnung an Kammermusik.

Gegensätze wie Oben und Unten oder Licht und Dunkelheit ziehen den Künstler an. Seine Lichtboxen zeigen Ausschnitte aus Seekarten oder die Lineatur von Sternbildern. In jeweils blauem oder weißem Licht erstrahlen sie in nebeneinander gehängten Leuchtkästen. Der „Thirafries“ ist eine solche fünfteilige Arbeit. Sie vereint Ausschnitte von nautischen Karten der griechischen Kykladen-Inseln mit Sternbildern.

Im Unterschied zu vielen anderen Künstlern legt Rainer Gottemeier in der Ausstellung den Werdegang seiner Inspirationen dar. Am Anfang des Thirafrieses stehen gleich zwei Initialzündungen: Einerseits der philosophische Dialog Paul Valérys „Die Seele und der Tanz“, in dem es um das Gegensatzpaar von Kunst und Natur geht. Andererseits ein antiker Fries, gefunden auf der Insel Santorin, auch Thira genannt.

Ein Lichtquader zeigt eine Silhouette der ägyptischen Hieroglyphe BA (Seele), Titel: „Wie bringe ich Dank dar“. Die Arbeit steht an der Schnittstelle von Malerei und Bildhauerei. Eine weiße Leuchtstoffröhre in einem schwarzen Block zeichnet den Umriss des Fabelwesens nach.

Das Werk gehört zum Komplex „Seelewaschen“, einer „aquatischen Lichtinstallation“, die in Österreich, Schwerin und Niedersachsen zu sehen war. Fotografien vermitteln die meditativ-poetische Atmosphäre, hervorgerufen durch leuchtende Bojen und Lichtstäbe etwa auf dem romantischen Maschteich vor dem hannoverschen Rathaus.

„Rainer Gottemeier ist kein gegenständlicher Maler, seine Farbfeldbilder von Pigmenten entstehen aus dem Intellekt heraus“, sagte Richard Rabensaat aus Berlin in seiner kurzweiligen Laudatio. Große, monochrome, also einfarbige Fotografien tragen witzige Titel: „Giallo Napoli“ (Neapel-Gelb), eigentlich ein blasses Rosa, erscheint bei Gottemeier als kraftvolles Rot. Der Künstler sieht darin ebene Landschaften und Wüste. Er zitiert den Philosophen Paul Virilio: „Die Wüste, ein umgekehrtes Firmament, ist der Himmel der sichtbaren Geschwindigkeit.“

Sämtliche Werke fordern die Betrachter zur Entschleunigung auf. Auch die Künstlerbücher Rainer Gottemeiers weisen in diese Richtung. Mögen sich die Zeitgenossen über Social Media in Sekundenschnelle informieren – den Künstler interessiert vielmehr so etwas Altmodisches wie das Flaggenalphabet. Übereinander gelegte Folien mit Matrosenfiguren in verschiedenen Haltungen zeigen den Bewegungsablauf wie ein Film. In einer Vitrine liegen echte Signalfahnen daneben.

Das Publikum zeigte sich fasziniert von der spannenden und auch recht ungewöhnlichen Ausstellung. Sie präsentiert eine ganz besondere Ästhetik – nämlich zeitgenössische Poesie in der Bildenden Kunst.

Von Judith Meisner

Havelland Klassentreffen in Ketzin/Havel - Wiedersehen nach 65 Jahren

20 ehemalige Schüler der einstigen Knoblaucher Grundschule haben sich nach 65 Jahren wiedergesehen. Der Ort Knoblauch nahe Ketzin existiert längst nicht mehr. Er wurde in den 1960er-Jahren geräumt.

19.06.2016

Der Verein „Leben aus der Mitte“ hat im Gutspark von Liepe sein diesjähriges Storchenfest gefeiert. Für die Besucher gab es Swingmusik und orientalischen Tanz. Sie konnten bei einer Theaterprobe zuschauen und das alte Jakkolo-Spiel ausprobieren. Am Abend wurden Sprünge über das Feuer gezeigt – das ist ein schamanisches Ritual zur Sommersonnenwende.

19.06.2016
Havelland Tour der Sympathie Spandau-Nauen - So viele Teilnehmer wie noch nie

Bei der diesjährigen Tour der Sympathie von Spandau nach Nauen nahmen 145 Radfahrer teil und damit so viele wie noch nie. Der älteste Radler war 83 Jahre alt, der jüngste fünf. Die seit 2002 veranstaltete Tour erinnert an die Städtepartnerschaft zwischen Nauen und Spandau, die 1988 geschlossen worden war.

19.06.2016
Anzeige