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„Politik wäre mit Frauen kommunikativer“

Gleichstellung „Politik wäre mit Frauen kommunikativer“

Der Landratskandidat der Linken, Harald Petzold, hatte am Dienstag zu einer Diskussion über Frauen nach Rathenow eingeladen. Autorin Martina Rellin und Brandenburgs Frauenministerin Diana Golze debattierten über Kinderbetreuung, Frauen in der Politik und den muslimischen Glauben von Geflüchteten.

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Martina Rellin, Harald Petzold und Diana Golze (v. l.) mit Frau Harke, Schutzgöttin im Havelland.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Der Landratskandidat der Linken, Harald Petzold, hatte am Dienstagabend zu einer Diskussion über Frauen in unserer Gesellschaft in das Restaurant „Zur alten Stadtmauer“ eingeladen. Mehr als 30 Rathenower wollten mit Autorin Martina Rellin und Brandenburgs Frauenministerin Diana Golze ins Gespräch kommen.

Rellin hat für ihre Bücher immer wieder Interviews mit Frauen geführt und schilderte ihre Sicht auf die Stellung und Rolle der Frauen in der Gesellschaft basierend auf ihren vielfältigen Erfahrungen. „Ich mag generell nicht das Denken in Schubladen. So auch nicht die Meinung ‚Ostfrauen sind die Verlierer der deutschen Einheit’“, sagt Martina Rellin. „Die relativ hohe Arbeitslosigkeit bei Frauen im Osten ist auch durch deren höhere Erwerbsquote zu DDR-Zeiten begründet.“

Journalistin und Autorin Martina Rellin, Landratskandidat Harald Petzold und Frauenministerin Diana Golze (von li)

Journalistin und Autorin Martina Rellin, Landratskandidat Harald Petzold und Frauenministerin Diana Golze (von li.).

Quelle: Uwe Hoffmann

Obwohl der Titel des Buches von Martina Rellin – „Klar bin ich eine Ost-Frau!“ – etwas anderes vermuten lässt, ist sie gebürtige Hamburgerin. In den 1980er Jahren kam sie zum Studium zunächst West-Berlin. Nach verschiedenen journalistischen Stationen wurde sie mit 32 Jahren 1994 bis 2001 Chefredakteurin des „Magazin“. Als bisherige freie Mitarbeiterin wurde sie vom damaligen Eigentümer gefragt, ob sie den Posten übernehmen wolle. Martina Rellin wohnt und arbeitet als freie Journalistin und Autorin im Landkreis Oberhavel.

„Derzeit liegt Brandenburg beim Anteil erwerbstätiger Frauen weit über dem Bundesdurchschnitt. Unser Land hat auch eine gute Kinderbetreuungsquote“, sagt Frauen- und Familienministerin Golze. „Auch in Führungspositionen in der Wirtschaft gibt es viele Frauen.“ Und wie sieht es mit Frauen in der Politik aus? Die Bundestagsfraktion der Linken hat eine Frauenquote. Zudem gibt es ein extra Frauenplenum der Fraktion. Diana Golze und Karin Dietze sind die einzigen Frauen von 29 Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung.

Journalistin und Autorin Martina Rellin

Journalistin und Autorin Martina Rellin

Quelle: Uwe Hoffmann

„Frauen, und zumindest auch ich, planen ihre politische Zukunft nicht so langfristig und intensiv wie Männer“, meint Diana Golze dazu. „Ob eine Politik mit mehr Frauen anders wäre ist eine schwierige Frage. Zumindest sind Frauen kommunikativer.“ Für Diana Golze hieß ihre Entscheidung 2014 das Ministeramt zu übernehmen, dass ihr Mann und ihr familiäres Netzwerk ihr den Rücken freihalten.

Mehr als die Hälfte der Havelländer sind weiblich. Die Führungsriege des Landkreises ist mit seinen Dezernenten rein männlich. Und außer der Grünen Petra Budke sind sieben der acht Landratskandidaten Männer. „Es hat auch damit zu tun, wie Frauen ermutigt werden, sich der Auseinandersetzung in der Politik zu stellen“, so Diana Golze weiter. „Es geht nicht stur um die Umsetzung von Quoten. Sondern darum, Strukturen zu ändern.“

Rathenower, die sich zu Wort meldeten, wie Hendrik Oechsle und Catrin Seeger wünschen sich selbst bewusstere Frauen und starke Mädchen, die selbst bewusste Frauen werden. „Ein Teil der Integration von Frauen wird auch sein, mit ihnen und ihren Männern umzusetzen, dass das Frauenbild bei uns ein anderes ist als in manchen ihrer Herkunftsländer“, reagierte Diana Golze auf die Diskussion zu vornehmlich muslimischen Frauen, die als Flüchtlinge und Asylbewerber zu uns kommen.

Von Uwe Hoffmann

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