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Politiker packt bei der Ernte mit an

Hohennauen Politiker packt bei der Ernte mit an

Benjamin Raschke aus Lübben sitzt seit 2014 für die Grünen im Landtag. Am Montag besuchte er den Demeter-Hof von Kai und Christine Dech in Hohennauen, um bei der Ernte der Schalotten zu helfen und sich mit dem Bio-Bauer auszutauschen. Raschke wollte wissen, was die Politik tun muss, um mehr Regionales auf die Teller der Brandenburger zu bringen.

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Benjamin Raschke schleppt Kisten voll mit Schalotten. Der Politiker packte am Montag in Hohennauen bei der Ernte mit an.

Quelle: Christin Schmidt

Hohennauen. Um 6 Uhr stieg Benjamin Raschke am Montagmorgen in Lübben in den Zug, um sich kurz nach 9 Uhr von Kai Dech an der Bushaltestelle in Hohennauen abholen zu lassen und auf dem nahegelegenen Demeter-Hof bei der Ernte anzupacken. Seine erste Aufgabe: Gurken ernten. „Da kommen ich vom Spreewald ins Havelland und sortiere Gurken“, bemerkte Raschke mit einem Lächeln.

Der 35-Jährige sitzt seit 2014 für die Grünen im Landtag und ist gerade unter dem Motto „Grün liebt Regional“ auf Sommertour. Vom 28. Juli bis 17. August besucht er Unternehmen und Initiativen, die regionale Lebensmittel produzieren, verarbeiten und vermarkten. Dabei wollt er in Erfahrung bringen, welche Rahmenbedingungen die Politik ändern muss, um regionale Lebensmittel auf den Brandenburger Tellern zum Alltag werden zu lassen.

Auf rund 14 Hektar wird Gemüse angebaut

Ein Thema, mit dem sich Kai und Christine Dech bestens auskennen. Gemeinsam mit drei festen Mitarbeitern und zwei Saisonkräften bewirtschaften sie rund 150 Hektar Land. Auf rund 14 Hektar bauen sie Gemüse an, unter anderem Brokkoli, Blumenkohl, Möhren und Schalotten. Für Letztere ist es höchste Zeit, dass sie aus dem Boden kommen. Deshalb durfte Benjamin Raschke auch die Hände in die Erde stecken und die faustgroßen Schalotten aus dem Boden ziehen, während er mit Kai Dech über ökologische Landwirtschaft plauderte.

Benjamin Raschke (l) und Kai Dech bei der Schalottenernte auf einem Feld zwischen Hohennauen und Parey

Benjamin Raschke (l.) und Kai Dech bei der Schalottenernte auf einem Feld zwischen Hohennauen und Parey.

Quelle: Christin Schmidt

„Wir machen das seit fast 25 Jahren. Am Anfang hat es sich nicht gelohnt, da haben wir eher von Fördermitteln gelebt. Wir waren Exoten, wurden belächelt und haben sicher viele Gründe zum Lachen gegeben. Aber wir haben aus unseren Fehlern gelernt“, erzählte Kai Dech. Heute beliefert er den Großhandel und versorgt zahlreiche Berliner mit Bio-Gemüse aus dem Havelland.

Es braucht mehr verarbeitende Betriebe

Der Bedarf an regionalen Produkten sei so stark gestiegen, dass die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden kann. Das gelte insbesondere für Lagergemüse. „Was könnte die Landesregierung hier tun?“, wollte Raschke wissen. Dech empfahl ihm ein Landesprogramm zur Unterstützung. Denn zum einen würden die Bauern vor den nötigen Investitionen für entsprechende Lagerhallen zurückschrecken, zum anderem fehle die nötige Fläche. „Hätten wir zum Beispiel eine Lagerhalle, könnten wir Kohl aus dem Havelland ganzjährig verkaufen“, so Dech. Außerdem brauche es mehr Produzenten und verarbeitende Betriebe, denn kleine Bauern hätten nicht die Kapazität ihre Produkte zu verarbeiten.

„Statt jeden Hektar zu fördern, egal, was darauf angebaut wird, sollte man gezielt die Leistungen fördern, die allen zu Gute kommen“, forderte Dech. Er ist der Meinung, dass der Staat versagt hat, wenn Angebot und Nachfrage derart weit auseinanderklaffen.

Benjamin Raschke nahm die Anregungen interessiert auf. Weitere wird er bis zum 17. August sammeln. Kai Dech ist derweil gespannt, ob sich am Ende tatsächlich etwas ändert.

Von Christin Schmidt

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