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Havelland Kriminalstatistik für 2018: Zahl der Straftaten sinkt
Lokales Havelland Kriminalstatistik für 2018: Zahl der Straftaten sinkt
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11:12 14.03.2019
Im Februar 2018 wurde bei Mögelin die Leiche einer Frau entdeckt, die getötet wurde. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen und spielt in der Kriminalstatistik 2018 daher keine Rolle. Quelle: Julian Stähle
Havelland

Das Jahr 2018 begann in Rathenow mit zwei Mordfällen. In der Goethestraße wurden eine Frau und ein Mann umgebracht und verbrannt, um andere Straftaten zu verdecken – dieser Fall wird derzeit vor dem Landgericht Potsdam verhandelt. In Mögelin wurde zudem die Leiche einer Frau entdeckt, die Ermittlungen sind nicht abgeschlossen.

Statistiker rechnen anders

In die Kriminalstatistik für das Jahr 2018 fließen beide Fälle nicht ein, weil sie – sowohl beim Landeskriminalamt als auch bei der Kriminalpolizei nicht vollends abgeschlossen sind. „Das ist 2018 passiert, die Statistik wird es erst später ausweisen“, sagt der Leiter der havelländischen Polizeiinspektion, Lutz Gündel. Tatsächlich stehen in der Statistik für das Havelland daher gar keine Tötungsdelikte.

Diebstahlsfälle sind im Landkreis – insbesondere in Falkensee und Umgebung – stets ein Schwerpunkt gewesen. Doch die Zahl er Einbrüche in Häuser und Wohnungen geht zurück. Ebenso Autoeinbrüche und der Diebstahl von Fahrzeugen. „Für uns ist aber signifikant, dass wir bei den Diebstählen in der Aufklärungsquote leicht gesunken sind“, sagt Gündel. Die Ursachen werden nun genauer untersucht.

Es gibt weniger Autoeinbrüche. Quelle: Matthias Leitzke

Insgesamt 26 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung machen deutlich, dass diese Delikte noch immer innerhalb von Lebensgemeinschaften passieren – oft an Frauen und Kindern. „Dazu kommt das Anzeigeverhalten. Wenn nun mehr Anzeigen für diese Taten gestellt werden, haben wir mehr Möglichkeiten aufzuklären“, sagt Gündel. Und das gelingt oft. In 88 Prozent dieser Fälle macht die Polizei die Täter ausfindig.

Innenministerium hat nachgezählt

Für das vergangene Jahr hat das Innenministerium in Zusammenarbeit mit der Polizei auch eine Statistik zu Straftaten herausgegeben, die Flüchtlinge und Zuwanderer begehen. „In der Gesamtschau steht kein einziger Ort aus dem Havelland unter den ersten zehn Städten und Gemeinden in der Statistik“, sagt Gündel. Die echten Schwerpunkte seien nicht in der Region.

Zu den Zahlen: 22 Gewaltstraftaten, begangen von Zuwanderern, gab es in Rathenow im vergangenen Jahr, zwei mehr als 2017. Rathenow rangiert hier im Ranking an achtere Stelle. Was Diebstähle betrifft, so hat Falkensee einen Platz unter den ersten zehn Gemeinden. „Das hat damit zu tun, dass hier mehrere große Einkaufszentren sind“, sagt Gündel.

Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West, stellt in einer Pressekonferenz am 13. März die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018 vor. Quelle: JACQUELINE STEINER

Insgesamt gebe es aber den ständig raubenden, mordenden und vergewaltigenden Zuwanderer nicht, sagt der Leiter der Polizeiinspektion.

Eine Rathenower Spezialität sind die Fahrraddiebstähle. Die Kreisstadt hatte hier in früheren Jahren einen traurigen Rekord gehalten. Das änderte sich, doch nun nehmen die Fahrraddiebstähle im Westhavelland wieder zu. „Wir überprüfen gerade, woran das liegt“, sagt Gündel.

Rund 200 Mitarbeiter

In der Polizeiinspektion Havelland mit den Revieren in Rathenow, Falkensee und Nauen versehen derzeit rund 200 Mitarbeiter ihren Dienst, davon sind etwa 100 im Wach- und Wechseldienst. Insgesamt stehen für das Havelland 213 Stellen zur Verfügung, sagt Lutz Gündel, der mit acht Jahren in der Region inzwischen der dienstälteste Leiter der havelländischen Polizei seit der Wende ist.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die Mär vom bösen Flüchtling

Von Joachim Wilisch

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