Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Polizei geht in die DNA-Offensive

Kommunen sollen sich an Einbruchsprävention beteiligen Polizei geht in die DNA-Offensive

Angesichts steigender Einbruchszahlen verstärkt die Polizei im Havelland derzeit sowohl ihre Ermittlerteams als auch ihre Präventionsaktivitäten. Sie wirbt dafür, dass sich Städte und Gemeinden mit dem Verkauf von künstlicher DNA an der Prävention beteiligen. Einige Kommunen in anderen Landkreisen machen bereits mit.

Voriger Artikel
Facebook auch im Havelland beliebt
Nächster Artikel
Grundschuldebatte geht in die nächste Runde
Quelle: dpa

Havelland. Aktuelle Statistiken legt die Behörde zwar erst im Frühjahr vor, dass im Osthavelland die Einbrüche zugenommen haben, ist aber offenkundig. Im Raum Falkensee sollen deshalb derzeit bis zu zwölf zusätzliche Polizisten unterwegs sein, um der Situation Herr zu werden. Die Direktion will aber auch Verantwortung übertragen - und wirbt dafür, dass sich Städte und Gemeinden an der Prävention beteiligen, und zwar mit dem Verkauf von künstlicher DNA.

Vorreiter sind einige Kommunen in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming, die sich schon bereit erklärt haben, künstliche DNA in größeren Mengen anzuschaffen und sie zum Einkaufspreis an ihre Bürger weiter zu geben. Falkensees Bürgermeister Heiko Müller steht dem nicht ablehnend gegenüber, bisher habe es aber noch keine Anfragen dazu aus der Bürgerschaft gegeben. "Wir gehen nicht in Vorleistung, wenn wir dann auf dem Material sitzen bleiben", sagt er.

Das Material ist eine Flüssigkeit, die mit künstlich hergestellter DNA versetzt ist. Jede DNA hat eine einmalige Struktur und kann deshalb immer zugeordnet werden. Einbrüche verhindern könne das System nicht, sagt Christoph Koppe, Sprecher der Polizeidirektion West. Aber es erleichtere der Polizei die Ermittlungen. Wertgegenstände können individuell markiert werden, der Code ist unsichtbar und wasserfest. "Wir können damit gefundenes Diebesgut den Eigentümern zuordnen und Diebstähle nachweisen, was ohne die künstliche DNA oft schwierig ist." Außerdem bringen Hauseigentümer, die diese DNA benutzen, an ihren Häusern Hinweise an - eine Abschreckung für die Diebe. Koppe: "Die müssen abwägen, ob sie das Risiko eingehen wollen."

Christoph Koppe führt dieser Tage viele Gespräche mit Verwaltungschefs, etwa in Potsdam, Brandenburg oder Blankenfelde-Mahlow, um die Kommunen zu überzeugen, als DNA-Zwischenhändler für ihre Bürger aufzutreten. Die Stadt Kleinmachnow ist den Weg als erste Kommune in Brandenburg gegangen, "auch weil sie es sich leisten konnte", sagt er.

Ein solches Set ist für rund 70 bis 90 Euro zu haben und reicht laut Polizei, um die wichtigsten Gegenstände in einem Haushalt zu markieren. Auf Verdacht einige hundert davon anzuschaffen, können aber nur finanzkräftigere Kommunen wie Falkensee. Dort hat man über dieses konkrete Präventionsmodell aber noch nicht gesprochen, sagt Bürgermeister Heiko Müller. "Wir haben die künstliche DNA bisher nur im Zusammenhang mit unserer Feuerwehr diskutiert, uns dann aber doch lieber für zusätzliche Gitter entschieden", sagt er. Aus dem individuellem Schutz der Falkenseer halte sich die Stadt bisher raus. "Das ist Privatsache."

Von Oliver Fischer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Solarpark Senftenberg setzt auf "künstliche DNA"

Die Stadtwerke Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) setzen seit Mittwoch nach eigenen Angaben als erster Betreiber von Solarparks „künstliche DNA” ein. „Wir sind von der abschreckenden Wirkung dieser Technologie überzeugt”, sagte Geschäftsführer Detlef Moschke.

  • Kommentare
mehr
Mehr aus Havelland
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg