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Havelland Premnitz: Das Werk prägte die Stadt
Lokales Havelland Premnitz: Das Werk prägte die Stadt
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00:39 24.07.2015
Im nächsten Jahr 50 Jahre jung: Kita „Flax und Krümel“. Quelle: Jürgen Mai
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Premnitz

Bei jeder Erweiterung des Werkes durch neue Produktionsbetriebe kam es zum Bau von Wohnvierteln. Es war sicher günstig für das Werk, einen möglichst großen Teil der Stammbelegschaft vor Ort zu haben. So wurde bereits seit der Gründung der Pulverfabrik durch Errichtung von Arbeiterwohnhäusern verfahren.

Bau des Premnitzer Zentrums 1964. Quelle: Karl Drygalla

1954 wurde die Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG) gegründet, deren erste Wohngebäude in der Gorki- und Karl-Marx-Straße erbaut wurden. Verbunden mit der Errichtung der Döberitzer Novoktan-Anlage entstand ab 1957 die Wohnbebauung am Dachsberg. Auch die Premnitzer Infrastruktur zeigte eine positive Entwicklung. 1962 gab es acht Kindereinrichtungen und zwei Schulen. So konnte nun auch der Antrag für das Stadtrecht gestellt werden. Der Potsdamer Bezirkstag beschloss am 3. November 1962 die Verleihung des Stadtrechts für Premnitz. Die feierliche Ernennung erfolgte „standesgemäß“ am 11. November, dem „Tag des Chemiearbeiters“. 1963 bekam die junge Stadt Premnitz auch ein Stadtwappen mit Retorte, Hafenbahnbrücke und Havelfisch.

Wohngebiet Straße der Befreiung (heute Neue Waldstraße) Quelle: Jürgen Mai

Mit jeder neuen Großinvestition im Chemiefaserwerk war auch wieder der Bau neuer Wohnviertel verbunden. Von 1963 bis 1968 entstanden das Premnitzer „Zentrum“ sowie die Neubaukomplexe Neue Waldstraße und Mühlenweg. Ab 1977 folgte die Plattenbausiedlung Bunsenstraße / Wilhelm-Pieck-Straße (heute Bergstraße).

Mehr Kitas und Schulen

Die steigende Bevölkerungszahl erforderte die Erweiterung der Kindereinrichtungen und Schulen. Im März 1966 wurde im Wohngebiet Dachsberg eine neue polytechnische Oberschule eingeweiht, die ab November 1968 den Namen „Artur-Becker-Oberschule“ trug. 1974 wurde eine vierte polytechnische Oberschule eröffnet, die 1976 den Namen „Wilhelm-Pieck-Oberschule“ erhielt.

Eine Stadt wächst heran

Der Ausbau des Chemiefaserwerkes und der damit verbundene steigende Arbeitskräfte- bedarf führte zum Anwachsen der Einwohnerzahl in Premnitz. Laut Büro für Statistik des Kreises Rathenow hatte Premnitz 1962, im Jahre der Verleihung des Stadtrechts, 8.864 Einwohner.

Die Einwohnerzahl stieg bis 1965 bereits auf 10.671 und betrug im Jahr 1980 genau 11.898. Im Jahr 1987 hatte Premnitz 11.892 Einwohner. Die Marke von 12.000 wurde knapp verfehlt.

Premnitz präsentierte sich auch als Stadt des Sports und der Kultur. 1949 wurde als Nachfolger des 1909 gegründeten Männerturnvereins die BSG Chemie Premnitz gebildet, die sich mit großzügiger finanzieller Unterstützung durch das Chemiefaserwerk bald zu einer der führenden Sportgemeinschaften im damaligen Bezirk Potsdam entwickelte. 1962 konnte am Platz eines ursprünglich geplanten Kulturpalastes eine neue Sporthalle mit für internationale Handballturniere vorgeschriebenem Spielfeldmaß eingeweiht werden, ein Gewinn für die BSG Chemie sowie für den Schul- und Freizeitsport.

Premnitz entwickelte sich

Ebenfalls mit finanzieller Unterstützung des Chemiefaserwerkes wurde ein vielfältiges kulturelles Angebot organisiert. Unter Anleitung durch die gewerkschaftliche Klubleitung des Werkes waren zahlreiche Kulturgruppen tätig. Hervorzuheben sind insbesondere das seit 1949 bestehende Blasorchester und der 1950 gegründete gemischte Chor, über viele Jahre auch vereint im Premnitzer Chemiefaserensemble. Veranstaltungen des Kulturbundes, z.B. des Liebig-Klubs, ergänzten und erweiterten das kulturelle Spektrum in der Stadt.

Chemiearbeiterensemble zum 5. Dachsbergfest im Rahmen der 15. Betriebs- und Stadtfestspiele 1984. Quelle: Archiv CFW

1954 wurden die ersten Premnitzer Sommerfestspiele veranstaltet, aus denen ab 1980 die beliebten Dachsbergfeste hervorgingen. 1972 wurde die neue Poliklinik eröffnet, die als betriebliche Gesundheitseinrichtung diente, aber auch die ärztliche Versorgung für die Stadt Premnitz und die Umgebung absicherte. Premnitz hatte sich entwickelt – aus einem Dorf zu einer dynamischen Industriestadt.

Von Jürgen Mai

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