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Havelland Premnitz: Werkstatt für Flüchtlingsfahrräder
Lokales Havelland Premnitz: Werkstatt für Flüchtlingsfahrräder
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16:48 20.04.2016
Schamil Sugaipov aus Tschetschenien repariert in der Werkstatt bei Preju die Fahrräder von Flüchtlingen. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Flüchtlinge sind oft auf Fahrräder angewiesen, um kostengünstig längere Wege zurücklegen zu können. Wenn an diesen Gefährten dann naturgemäß mal Reparaturen fällig werden, kann guter Rat schnell teuer werden. In Premnitz, wo gegenwärtig rund 250 Flüchtlinge und Asylbewerber leben, ist jetzt für reparaturbedürftige Fahrräder von Flüchtlingen eine gute Lösung gefunden worden. Der Premnitzer Jugendklub Preju hat zwei Kellerräume freigeräumt und als Werkstatt zur Verfügung gestellt. Tätig ist dort Schamil Sugaipov, selbst ein Flüchtling, der mit seiner Frau und drei Kindern im Oktober 2014 nach Deutschland kam und jetzt eine Wohnung in Premnitz hat. Er ist Automechaniker von Beruf und kümmert sich von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von 14 bis 17 Uhr um technische Probleme an Flüchtlingsfahrrädern.

In der Gemeinschaftsunterkunft war für eine Fahrradwerkstatt kein Platz

Meist ist eine Decke defekt, eine Kette gerissen oder ein Zahnrad hat den Geist aufgegeben. Dass nun fachgerecht geholfen werden kann, ist zum großen Teil dem Premnitzer Wolfgang Hundt zu verdanken, der dort Stadtverordneter der Linken ist. Ebenfalls Vorstandsmitglied der Deutsch-Französischen Gesellschaft der Stadt, kümmert er sich angesichts seiner Fremdsprachenkenntnisse schon seit 2014 um Flüchtlinge aus dem afrikanischen Land Kamerun, in dem bekanntlich französisch gesprochen wird. In der Gemeinschaftsunterkunft an der Alten Waldstraße gab es schon lange den Wunsch nach einer Fahrradwerkstatt, doch dort war kein Platz.

So ging schließlich eine Bitte an die Premnitzer Stadtverwaltung, doch Räume für eine Werkstatt zu besorgen. Dort verwies man an den Jugendklub Preju und die Lösung war gefunden. „Viele Bürger haben schon Fahrräder für Flüchtlinge gespendet“, berichtet Wolfgang Hundt. Darunter seien sogar schon drei Rennräder gewesen, was es möglich machte, dass drei Asylbewerber aus Kamerun Mitglieder des Radteams Rathenow werden konnten. Auch diese Rennmaschinen können in der Werkstatt gepflegt und gewartet werden. Die Deutsch-Französische Gesellschaft Premnitz hatte über ein Förderprogramm Geld bekommen, um in Premnitz ein Willkommensfest für Flüchtlinge zu organisieren, Instrumente für eine Trommelgruppe zu erwerben und eine Erstausstattung für die Fahrradwerkstatt zu kaufen. Derzeit läuft ein Antrag bei der Stiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse auf Unterstützung, über den im Mai entschieden werden soll.

Weiterer Kellerraum für Trommelgruppe von afrikanischen Flüchtlingen

Der Premnitzer Jugendklub Preju hat vor kurzem auch in einem weiteren Kellerraum Platz geschaffen, damit dort eine Trommelgruppe von sechs Asylbewerbern aus Kamerun üben kann. Sie haben sich den Namen „All Tromm“ (früher „Einer für alle, alle für einen“) gegeben und sind mit ihren musikalischen Darbietungen schon seit über einem Jahr auf vielen Veranstaltungen im Westhavelland und darüber hinaus zu erleben. Sie haben auch eine Partnerschaft mit der Förderschule „Spektrum“ in Rathenow, an der es schon seit vielen Jahren die Trommelgruppe „Tambouros“ gibt. Immer am Mittwochabend trainiert die Trommelgruppe der Flüchtlinge im Jugendklub Preju und am Freitagnachmittag spielt sie gemeinsam mit den Mädchen und Jungen der „Tambouros“ in Rathenow.

Von Bernd Geske

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