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Premnitz: Woidke besucht Gesundheitszentrum

7-Millionen-Investition Premnitz: Woidke besucht Gesundheitszentrum

Beim derzeit größten Projekt der Medizinbranche im Westhavelland hat Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Montag vorbeigeschaut. Der Landesvater besuchte in Premnitz die Baustelle des neuen Gesundheits- und Familienzentrums. Für sieben Millionen Euro entsteht hier eine Einrichtung, mit der Stadt und Umland fit für die Zukunft gemacht werden.

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Ministerpräsident Dietmar Woidke (rechts) ließ sich vom Investor Josef Rampf die Baustelle erklären.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat am Montagabend eine Visite beim derzeit größten Medizinprojekt im Westhavelland gemacht. Im Premnitzer Stadtzentrum nahm er die Baustelle in Augenschein, wo mit der Investitionssumme von sieben Millionen Euro ein neues Gesundheits- und Familienzentrum errichtet wird. Am 25. Februar war dort die Grundsteinlegung gefeiert worden. Martin Gorholt (SPD), Kandidat seiner Partei für die Landratswahl am 10. April, nutzte einen von seinen insgesamt vier Terminen mit dem Landesvater am Montag und Dienstag im Kreis, um ihm das Premnitzer Vorzeigeprojekt zu präsentieren.

Investor Josef Rampf führte Dietmar Woidke über die Baustelle und erklärte ihm, welche Bereiche wofür vorgesehen sind. Der Ministerpräsident sagte, er habe sich das Premnitzer Projekt ansehen wollen, weil er es als eine wichtige Grundvoraussetzung dafür ansehe, dass die Menschen so lange wie möglich in ihrem Wohnumfeld bleiben können.

Wichtiges Signal für Premnitz und Umland

Bürgermeister Roy Wallenta (parteilos) erinnerte daran, dass das Land einen wesentlichen Anteil an der Entschuldung des alten Gesundheitszentrums übernommen hat. Andernfalls wäre die Umgestaltung nicht gelungen. Dietmar Woidke nannte das Vorhaben ein „wichtiges Signal“ für Premnitz und Umland, dass die medizinische Versorgung dort weiterhin gesichert sei, und wünschte dem Projekt alles Gute.

Ministerpräsident Dietmar Woidke bei der Baustellenbegehung

Ministerpräsident Dietmar Woidke bei der Baustellenbegehung.

Quelle: Geske

Beim Premnitzer Vorhaben gibt es im Vergleich zu den meisten ähnlich großen Investitionen im Havelland die Besonderheit, dass dort nicht die Havelland-Kliniken oder ihre Tochterfirmen den Bau übernehmen. Von Anfang an war hier geplant, dass ein privater Investor den Bau regelt und anschließend auch für Verkauf oder Vermietung der einzelnen Einheiten zuständig ist.

Um so ein Unternehmen zu finden, hatte die Stadt Premnitz 2013 ein deutschlandweites Markterkundungsverfahren aufgelegt. Nur ein einziges Angebot ging ein, es kam von der Rampf Bau GmbH in Premnitz. Für die Stadt war das kein Problem. In der Beschlussvorlage zum Verkauf des Grundstücks wurde das Unternehmen als „zuverlässiger und gewissenhafter Geschäftspartner“ beschrieben.

Ein Vertragspaket, unterzeichnet im März 2014

Der Neubau des Gesundheitszentrums in Premnitz geht zurück auf ein Vertragspaket, dass die Stadt Premnitz, die Havelland-Kliniken und der Landkreis Havelland im März 2014 unterzeichnet haben.

Festgelegt wurde eine ganze Reihe von Maßnahmen, mit denen die Gesundheitsversorgung von Premnitz und Umgebung fit für die Zukunft gemacht werden soll.

Ein Hauptbestandteil des Vertragspakets war der Neubau eines Gesundheitszentrums an der Gerhart-Hauptmann-Straße, wo jahrzehntelang ein Garagenkomplex und 2015 der Haupteingang der Buga war.

Klar war von Anfang an, dass keiner der drei Vertragspartner den Neubau des Gesundheitszentrums errichten würde. Übernehmen sollte das ein privater Investor. Das Vertrauen erhielt die Rampf Bau GmbH in Premnitz.

Das neue Gesundheits- und Familienzentrum ist eines der größten nicht-industriellen Vorhaben in Premnitz nach der Wende. Das Gebäude wird vier Geschosse bekommen und eine Nutzfläche von 2350 Quadratmetern haben. Die ersten Erdarbeiten hatten im Dezember begonnen, die Fertigstellung ist für Juni 2017 vorgesehen. Das ergibt eine Bauzeit von nur 18 Monaten. Vorgesehen ist die Schaffung von 19 verschiedenen Einheiten. Rund die Hälfte der Fläche wird die Havelland-Kliniken-Unternehmensgruppe kaufen oder mieten.

Als einer der neuen Nutzer einziehen wird dort auch die medizinische Einrichtung namens Gesundheitszentrum. Dieses befindet sich gegenwärtig noch zur Miete am altbekannten Standort an der Friedrich-Engels-Straße. Dazu gehören die Allgemeinmedizinerin, der Hautarzt, der Hals-Nasen-Ohren-Arzt und die Physiotherapie. Der ebenfalls dazu zählende vierte, der psychiatrische Arztsitz ist gegenwärtig nicht besetzt, zieht aber mit ins Zentrum um. Das Gesundheitszentrum ist jetzt eine Tochterfirma des Medizinischen Dienstleistungszentrums Havelland (MDZ), das wiederum eine Tochterfirma der Havelland-Kliniken ist.

Zentrum entstand 1991 aus Betriebspoliklinik

Das Gesundheitszentrum Premnitz entstand im Juli 1991 durch die Umwandlung der einstigen Betriebspoliklinik des Chemiefaserwerkes. Der Neubau der Poliklinik war im Dezember 1972 zur Nutzung übergeben worden. In Spitzenzeiten arbeiteten dort in 14 Fachabteilungen 18 Ärzte, acht Zahnärzte, 97 Krankenschwestern und diverse weitere Beschäftigte.

Nach der Wende schrieb das Gesundheitszentrum ständig rote Zahlen und brauchte regelmäßig Liquiditätshilfen von der Stadt. Die neue Situation im Stadtzentrum soll das Gesundheitszentrum nun auf stabile Füße stellen. Der Altbau an der Friedrich-Engels-Straße soll abgerissen werden, auf der Fläche sollen Eigenheime gebaut werden.

Von Bernd Geske

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