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Havelland Premnitz braucht Kredit für Viskose-Abriss
Lokales Havelland Premnitz braucht Kredit für Viskose-Abriss
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00:18 06.03.2016
Der Abriss der Viskose-Anlagen geht jetzt ins zweite Jahr. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Der Abriss der riesigen Viskose-Gebäude im Industriepark Premnitz geht ins zweite Jahr. Mit einem nie zuvor dagewesenen Eigenbeitrag von einer Million Euro muss sich die Stadt an der Finanzierung dieses Großprojektes beteiligen, für das in den Jahren 2015 bis 2017 insgesamt zehn Millionen Euro ausgegeben werden. In diesem Jahr fällt für Premnitz mit 537 500 Euro die größte ihrer insgesamt drei Jahresscheiben an. Weil die Haushaltslage eng bemessen ist, kann diese Summe nicht aus vorhandenen Eigenmitteln aufgebracht werden. Deshalb muss ein Kredit aufgenommen werden. In der jetzt laufenden Sitzungsrunde, die mit der Stadtverordnetenversammlung am 17. März endet, soll die Kreditaufnahme beschlossen werden.

Premnitzer Kämmerin: KfW ist konkurrenzlos günstig

Wie die Premnitzer Kämmerin Regine Peters im Ausschuss für Soziales und Finanzen gesagt hat, ist von der Kommunalaufsicht die gewünschte Kreditaufnahme bereits genehmigt worden. Sie sei zweckgebunden für das Viskose-Vorhaben und sei erteilt worden mit der Auflage, dass das gewünschte Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgenommen werden soll. Das ist für die Stadt Premnitz kein Problem, weil die Zinsen dort gegenwärtig konkurrenzlos günstig sind. Wie Regine Peters dem Ausschuss mitteilte, hatte der zehnjährige Zins der KfW am Vortag der Sitzung bei nur 0,19 Prozent gelegen.

Die Verwaltung will den gewünschten Kredit aber erst aufnehmen, wenn das Geld tatsächlich gebraucht wird. In der Beschlussvorlage steht dazu: „Der Zeitpunkt der Kreditaufnahme wird vom Liquiditätsbedarf und von dem aktuellen Zinssatz bestimmt.“ In der Vorlage steht auch, dass bei dem relativ hohen Kreditbetrag die Laufzeit 20 oder 30 Jahre betragen sollte. Doch trug Regine Peters in der Ausschusssitzung auch andere Ansätze vor.

An die KfW sei bei längeren Laufzeiten nur in den ersten zehn Jahren der vereinbarte, meist niedrige Zinssatz zu zahlen, erklärte sie. Nach diesen zehn Jahren passe die Kreditanstalt jedoch ihren Zins den marktüblichen Konditionen an. Das könne bei einer längeren Laufzeit für Premnitz bedeuten, dass die Stadt möglicherweise in den verbleibenden zehn oder zwanzig Kreditjahren viel höhere Zinsen zahlen muss.

Ein Projekt für zehn Millionen Euro

Die Revitalisierung der alten Viskose-Brache wird in den Jahren 2015 bis 2017 realisiert und ist auf ein Kostenvolumen von zehn Millionen Euro veranschlagt worden.

2016 ist das Jahr mit den umfangreichsten Arbeiten. Alle oberirdischen Teile sollen abgerissen werden.

Insgesamt abgerissen wird ein umbauter Raum von 540 000 Kubikmetern. Dabei entsteht ein Berg von 150 000 Tonnen Bauschutt.

Die Stadt Premnitz muss einen Eigenanteil von einer Million Euro aufbringen. Aus jetziger Sicht sollen alle drei Jahresscheiben über Kredite finanziert werden.

Was die Kreditkonditionen der KfW betreffe, betonte Regine Peters, sei die Kreditanstalt für Wiederaufbau „unschlagbar“. Wegen der beschriebenen Zinserhöhungsrisiken tendiere sie in letzter Zeit aber eher zu der Variante, bei der KfW lieber einen Kredit mit nur zehnjähriger Laufzeit aufzunehmen. Im vorliegenden Fall der Kreditsumme von 537 500 Euro würde das bedeuten, sagte sie, eine beträchtliche jährliche Rate von 58 000 Euro in Kauf zu nehmen.

Ihre Entscheidung dazu sei noch nicht gefallen, so die Kämmerin: „Wir müssen es uns genau überlegen.“ Die Ausschussmitglieder stimmten zu, die Vorlage an die Stadtverordneteversammlung zu überwiesen. Lediglich Claudia Sprengel (Linke) enthielt sich der Stimme.

Die letzte große Infrastrukturmaßnahme im Industriepark

Der Abriss der alten Viskose-Anlagen ist die letzte große Infrastrukturmaßnahme im Industriepark Premnitz. Der Auftakt war im September 2015 auf einer großen Festveranstaltung im Beisein von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vollzogen worden. Die Rückbauarbeiten sind schon weit voran gekommen.

Von allen ehemals vorhandenen Gebäuden steht jetzt nur noch die große Produktionshalle Nr. 405, die jetzt aber auch bald verschwinden soll. Nach dem Abriss wird eine rund acht Hektar große Fläche zur Neuansiedlung erschlossen. Bislang ist die Rede davon, dass drei Investoren Interesse daran haben.

Von Bernd Geske

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