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Premnitz Dichterstraße wird länger
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13:55 10.09.2018
Johanna Leu, Vorsitzende des Kulturfördervereins Mark Brandenburg vor dem märkischen Regal im Premnitzer Büro. Quelle: Markus Kniebeler
Premnitz

Die Märkische Dichterstraße wird immer länger. In diesem Sommer hat Johanna Leu, Vorsitzende des Kulturfördervereins Mark Brandenburg, zwei bedeutende literarische Orte in das Langzeit-Projekt aufgenommen. Die Dichterstraße soll irgendwann rund 30 Orte im Land Brandenburg miteinander verbinden, an denen Schriftsteller gewirkt haben, die wichtige Beiträge zur kulturellen Identität der Mark Brandenburg geleistet haben.

Auftritt vor 300 Besuchern

In Wiepersdorf war das Anbringen der Plakette eingebunden in das jährliche Sommerfest des Künstlerhauses am 22. Juli. Das bescherte Johanna Leu einen Auftritt vor großem Publikum. Rund 300 Festgäste verfolgten ihre Ausführungen zu Bettina und Achim von Arnim, dem bedeutendsten Dichterpaar der Romantik. Die Plakette mit dem Dichterstraßen-Logo, die am Schloss, dem einstigen Lebens- und Wirkungsort der von Arnims, angebracht wurde, erinnert an diese beiden bedeutenden Literaten der Mark.

Einen guten Monat später, am 28. August, verschlug es Johanna Leu und einige Mitstreiter des Vereins nach Frankfurt/Oder. Im Gepäck hatten sie die achte Tafel der Dichterstraße, mit der auf einen der ganz großen Dichter der Mark aufmerksam gemacht werden soll: Heinrich von Kleist. Angebracht wurde die Tafel – wo sonst – am Kleist-Museum.

Im Rahmen des Sommerfestes wurde ein Tafel der Dichterstraße in Schloss Wiepersdorf installiert. Quelle: privat

Im Herbst soll der Dichterstraße eine weitere Station hinzugefügt werden. Am 28. Oktober geht es nach Erkner, wo der schlesisch-stämmige Dichter Gerhart Hauptmann von 1885 bis 1889 in der Villa Lassen lebte und arbeitete. Heute ist in dem ehrwürdigen Haus das Gerhart-Hauptmann-Museum untergebracht. Künftig wird eine Tafel mit dem markanten Logo des Garlitzer Künstlers Peter Koppatsch den Ort als Teil der Märkischen Dichterstraße ausweisen.

Damit kommt der Verein dem Ziel, eine Route zu schaffen, die rund 30 Orte von literarischer Bedeutung in Brandenburg miteinander verbindet, langsam aber stetig näher. Werner Bader, der 2014 verstorbene Gründer des Kulturfördervereins Mark Brandenburg, hätte seine Freude daran, zu sehen, wie die Idee, die er und sein Freund Egon Wochatz aus Spremberg einst hatten, mit Leben gefüllt wird.

Hinterlassenschaft Werner Baders

Baders Vermächtnis besteht übrigens nicht nur darin, das Dichterstraßen-Projekt ersonnen zu haben. Es gibt auch eine handfeste Hinterlassenschaft des umtriebigen Kulturfreundes. Im Premitzer Büro des Kulturfördervereins steht ein Regal, das mit Büchern aus dem über 12000 Bände umfassenden Nachlass Baders bestückt ist.

Versammelt sind Werke märkischer Dichter, für die Bader sich so eingesetzt hat. Natürlich vertreten sind Strittmatter, Fontane, Brecht und andere Schwergewichte. Aber auch weniger bekannte Literaten der Mark wie Willibald Alexis oder Ehm Welk findet man dort. Wer dienstagsvormittags das Büro im Kulturhaus Fabrikenstraße besucht, kann in den über 500 Bänden stöbern. Und wer sich festgelesen hat, darf das Buch sogar leihweise mit nach Hause lesen.

Von Markus Kniebeler

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