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Premnitz Von New York ins Havelland
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19:10 11.02.2019
Douglas Williams aus den USA sang in der Villa am See in Premnitz unter anderem Schubert und Eisler. Pianist Matthew Rubenstein begleitete ihn am Flügel. Quelle: Foto: Christin Schmidt
Premnitz

Gerade sang Douglas Williams noch den Christus in Bachs Matthäus-Passion in Ottawa, Kanada. Demnächst steht er als Nick Shadow in Stravinskys Oper mit den Münchner Philharmonikern in Paris, Amsterdam, München, Hamburg und New York auf der Bühne.

Am Samstagabend nahm sich der amerikanische Bariton aber erst einmal Zeit, um in der Villa am See in Premnitz gemeinsam mit Pianist Matthew Rubenstein dem havelländischen Publikum einen meisterhaften Liederabend zu bescheren.

Den Gastgebern Stefan und Ulrike Behrens war es einmal mehr gelungen, ein hochkarätiges Kulturprogramm zu bieten und die Gäste folgten ihrem Ruf in Scharen. Dicht an dicht saßen sie pünktlich um 19.30 Uhr im Salon der Villa, Vorfreude und Spannung lagen in der Luft.

Amerikanischer Bariton begeistert mit Brecht und Goethe

Auf dem Programm stand ein Liederabend mit romantischen Werken der Moderne von Franz Schumann, Hanns Eisler, Felix Mendelssohn-Bartholdy und dem weniger bekannten französischen Komponisten Gabriel Fauré.

Die Künstler hatten 26 vertonte Gedichte unter anderem von Goethe, Schiller, Heine und Texte von Berthold Brecht ausgewählt, die sich mit dem menschlichen Sein auseinandersetzen.

Schnell war klar, dass sich auch Douglas Williams mit diesen Werken intensiv beschäftigt hat. Er füllte den gesamten Raum mit seiner weichen und doch kräftigen Stimme und lebte jede Zeile mit Gestik, Mimik und beeindruckender Körperspannung.

Ein Liederabend mit Bariton Douglas Williams aus den USA und Matthew Rubenstein am Flügel. Quelle: Christin Schmidt

Dass auch für ihn Goethes „Grenzen der Menschheit“ und Brechts „Heimkehr“ eine tiefere Bedeutung haben, war unverkennbar.

Es war diese authentische und leidenschaftliche Art, die Stefan Behrens überzeugte. Wie er in der Pause verriet, hatte er Douglas Williams zuvor in New York erlebt und danach beschlossen, diesen jungen Mann ins Havelland zu holen.

Das ist ihm nicht zuletzt auch Dank des guten Kontakts zu Matthew Rubenstein gelungen, der bereits zum Sommerfest in der Villa für das hiesige Publikum spielte. Nun kehrte er zurück und brachte einen hochkarätigen Künstler mit, den das Publikum nicht so schnell vergisst.

Douglas Williams möchte wiederkommen

Als der Applaus nach eineinhalb Stunden und fast 30 Liedern nicht abreißen wollte, zeigten sich die Künstler sichtlich berührt. Natürlich forderte das Premnitzer Publikum eine Zugabe ein und Douglas Williams verkündete mit schelmischem Lächeln: „Wir haben noch so etwas wie ein Schlaflied. ,Ein süßes Begräbnis’ von Carl Loewe“.

Die Gäste wurden aber nicht müde, sondern reagierten mit minutenlangem Beifall, den die Künstler mit der „Fahrt zum Hades“ belohnten.

Die musikbegeisterten Männer und Frauen waren aus dem Häuschen, der Gastgeber überglücklich und die Künstler ganz gerührt von der begeisterten Stimmung. „Es gibt nur sehr wenige, die Schubert ebenso grandios singen können wie Eisler. Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, schwärmte ein Gast.

Und wie es im Hause Behrens üblich ist, war der Abend mit dem letzten Ton noch nicht zu Ende. Bei Wein und Häppchen konnten die Gäste in aller Ruhe weiter schwärmen und sogar mit den Musikern plaudern. „Es war eine richtig schöne und warme Stimmung. Ich würde gern wiederkommen“, erklärte Douglas Williams zum Abschluss.

So dicht kommt man einem großen Musiker nur selten. Bariton Douglas Williams aus den USA sang in der Villa am See Schubert und Eisler. Quelle: Christin Schmidt

Von Christin Schmidt

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