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Premnitz Kicker vom TSV Chemie haben „Bufdi“ aus dem Iran
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13:32 28.05.2018
Jan Berner, Jugendleiter der Premnitzer Fußballer, mit Bufdi Vahid Rahmani. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Der Fußballnachwuchs des TSV Chemie Premnitz hat einen neuen Assistenztrainer. Vahid Rahmani (24 Jahre) aus dem Iran hat am 1. Mai dort als Bundesfreiwilligendienstleistender (kurz Bufdi) begonnen. Laut Vertrag ist er für den Nachwuchs 20 Stunden pro Woche im Einsatz. Er assistiert den Trainern von drei Kinder- und Jugendmannschaften im Altersbereich von neun bis 14 Jahren.

Vor- und Nachbereitung der Trainingseinheiten ist auch vorgesehen. Tätigkeit an den Wochenenden ist gehört dazu. Vahid Rahmani hat schon beim Zusammenbau von neuen Toren mitgewirkt, doch Platzarbeitertätigkeiten sind ausdrücklich nicht vorgesehen. Er soll direkt in der Jugendarbeit helfen, sich ein Netzwerk aufbauen, bei der Kommunikation zwischen Trainern, Eltern und Sportlern unterstützen.

Olaf Krause, Trainer der 1. Männermannschaft, mit seinem Neuzugang Vahid Rahmani nach einem Testspiel Anfang des Jahres. Quelle: Christoph Laak

Wie Jan Berner, Jugendleiter der Abteilung Fußball, sagt, hat der Verein noch nie einen Bufdi dieser Art gehabt. Es gebe ein Programm, das über den Landessportbund läuft, das für Flüchtlinge und Asylbewerber aufgelegt worden ist. Die Einsatzvereine müssten keine finanziellen Eigenbeiträge leisten – was das Programm für die Träger des Sports sehr praktikabel macht.

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hatten die Fußballer des TSV einen Asylsuchenden aus Afghanistan fest ins Auge gefasst. Der hatte in Premnitz gewohnt und bei Chemie Fußball gespielt. Doch dann zog er nach Rathenow um und die ganze Aktion wäre für ihn zu aufwendig geworden.

Seit der Kindheit in Teheran Fußball gespielt

Als dann Vahid Rahmani im Januar in Premnitz eine Wohnung bezog, war sein Weg schon ein wenig vorgezeichnet. Aufmerksam gemacht durch einen Freund, ging er zum TSV, um Fußball zu spielen.

Wie er erzählt, stammt er aus der iranischen Hauptstadt Teheran. Seit seiner Kindheit hat er dort Fußball gespielt. Zuletzt hat er für Sabattri Teheran gekickt, er spielte im Sturm. Im November 2015 floh er zusammen mit seiner Mutter aus dem Iran. In Deutschland hatte er zuletzt im Osthavelland gewohnt und dort für die Kreisoberliga-Mannschaft Blau-Gelb Falkensee gespielt.

In der Winterpause nach Premnitz gewechselt

In der Winterpause wechselte er nach Premnitz. Trainer Olaf Krause ordnete ihn in die 1. Männermannschaft ein und bei einem Testspiel im Februar schoss er gleich zwei Tore. Allerdings musste der Neuzugang feststellen, dass bei einer Landesliga-Mannschaft wie Premnitz ein Stammplatz im Sturm nicht so einfach wie in einer Kreisoberliga zu bekommen ist. Zurzeit sitzt er in der Ersten oft auf der Bank, ist aber auch noch für die 2. Mannschaft als Helfer im Einsatz.

Vom Montag bis Freitag bringt Vahid Rahmani seine Vormittage im Deutschkurs zu. Das B1-Zertifikat hat er abgelegt. Jetzt lernt er für den B2-Abschluss beim IKW in Rathenow. Deutsch kann er schon gut. Mehr Umgangssprache kann er bei den Premnitzer Fußballern natürlich bestens lernen.

Die Fußball-Abteilung des TSV hat derzeit 200 Mitglieder, davon sind 150 Kinder und Jugendliche. Der Verein schickt derzeit sechs Nachwuchsmannschaften in den Wettspielbetrieb. Zwölf Übungsleiter und Übungsleiterinen sind gegenwärtig ehrenamtlich im Nachwuchsfußball tätig. „Vahid ist für uns eine große Hilfe“, stellt Jugendleiter Jan Berner fest, „er hat sich gut bei uns eingelebt und wird seiner Aufgabe sehr gut gerecht.“

Bundesfreiwilligendienstleistender beim TSV

Seit dem 1. Mai ist Vahid Rahmani als Bundesfreiwilligendienstleistender (Bufdi) in der Nachwuchsabteilung des TSV Chemie Premitz tätig.

Ein Jahr lang ist er als Assistent für die Trainer von drei Nachwuchsmannschaften tätig.

Er kam als Asylsuchender Ende 2015 nach Deutschland. Seit Anfang 2018 wohnt er in Premnitz.

Beschäftigt ist er beim TSV Chemie über ein Bufdi-Programm für Flüchtlinge und Asylbewerber, das über den Landessportbund läuft.

Die Fußballabteilung des TSV Chemie Premnitz hat derzeit 200 Mitglieder, davon 150 Kinder und Jugendliche. Die hat derzeit sechs Nachwuchsteams im Wettspielbetrieb.

Der junge Mann aus dem Iran hat über den Landessportbund bereits einen Zwei-Tages-Lehrgang über Fußball-Training mit Kindern in Königs Wusterhausen gemacht. Für den Herbst ist er für einen Trainer-Lehrgang zum Erwerb der C-Linzenz des Deutschen Fußballbundes in Premnitz eingeplant. Als Vahid Rahmani erst vor wenigen Wochen von Jan Berner gefragt worden war, ob er sich wohl einen Bundesfreiwilligendienst bei TSV vorstellen könnte, ging nach seiner Zustimmung alles ziemlich schnell. Durch die tragende Rolle des Landessportbundes hielt sich die Bürokratie in Grenzen.

Vahid Rahmani will sein Bufdi-Jahr in Premnitz nutzen, um Erfahrungen zu sammeln, die ihm bei der Suche nach einer Ausbildung oder Arbeit nützlich sein können. Nicht zuletzt kann er auch als Dolmetscher für acht Jugendliche aus Afghanistan tätig sein, die beim Nachwuchs des TSV Fußball spielen.

Von Bernd Geske

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