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Premnitz Vielfältige Hilfe für Gabriella aus Zsobok
Lokales Havelland Premnitz Vielfältige Hilfe für Gabriella aus Zsobok
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13:20 11.09.2018
Gabriella Nemeti aus Zsobok in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow. Quelle: foto: Bernd Geske
Premnitz

 Wohl kaum jemand hatte ernsthaft erwartet, dass sie dabei sein würde, wenn Anfang September eine Gruppe von Kindern aus dem rumänischen Dorf Zsobok ins Westhavelland kommt. Um so größer war die Freude, als wenige Tage vor der Ankunft die Nachricht umging: Gabriella Nemeti wird mitkommen, das mittlerweile 16-jährige Mädchen aus dem Kinderheim in Zsobok, dem wegen einer Krebserkrankung am 11. April ein Fuß amputiert wurde.

Anfang September war eine Kindergruppe aus Rumänien für eine Woche im Westhavelland zu Besuch. Sie hatte ein buntes Programm.

Die Menschen in der Region hatten Anteil genommen an ihrem Schicksal, als im März dieses Jahres bekannt geworden war, dass Gabriella operiert werden sollte und dass das Kinderheim für die OP in Budapest einen Eigenanteil von 2 400 Euro zu entrichten hat. Geld, von dem man im Kinderheim nicht wusste, woher man es nehmen soll. Die Evangelische Kirchengemeinde Premnitz erklärte sich bereit, Spenden entgegen zu nehmen.

Immerhin war die Kirchengemeinde von Anfang an mit dabei, als 1991 im Westhavelland eine groß angelegte Hilfeaktion für das Dorf Zsobok begann. Gegenwärtig sammelt sie jedes Jahr im April Hilfspakete für das Kinderheim, die mit einem Laster dort hingebracht werden. Bis Mitte Mai waren extra für die Behandlung von Gabriella 5781 Euro an Spendengeldern zusammengekommen.

Die Klasse 8d der Bürgelschule extra für Gabriella gesammelt. Quelle: Bernd Geske

Die Bürgelschule, die einen Partnerschaftsvertrag mit der Schule in Zsobok hat und von der schon dreimal Jugendgruppen das Kinderheim dort besuchten, setzte sich auch für Gabriella ein. Der Lehrer Thomas Otto schickte als Soforthilfe dem Mädchen ein Handy nach Rumänien.

Unterstützt von ihrer Klassenlehrerin Silva Mader, sammelte die Klasse 8d der Bürgelschule Spenden für das Mädchen. Sie hat zwei Kuchenbasare in der Schule gemacht. Außerdem sprachen vier Mädchen ab, dass sie an einem Tag Kuchen in die Kita Jenny Marx bringen würden, wovon die Kinder für 50 Cent je Stück etwas für den guten Zweck kaufen konnten. Die Klasse stellte eine Box auf, in der von den Schülern kleine Geschenke für Gabriella gesammelt wurden. Stifte, Schal, Kosmetik, jede Menge Kuscheltiere und so weiter.

Sammelbox für Kleingeld

Nicht zuletzt wurde im Klassenraum eine Sammelbox für Kleingeldspenden aufgestellt. Alles in allem kamen 275 Euro zusammen. Schülerin Rosa Lahn (13) resümiert: „Wir haben die ganze Sammelaktion sehr gern gemacht. Sie hat uns alle richtig zusammengeschweißt.“ Am Montag vor einer Woche hat die gesamte Klasse 8d dann Gabriella persönlich kennengelernt, als die Kinder aus Zsobok die Bürgelschule besuchten.

Weitere 1867 Euro werden überwiesen

Wie vom Premnitzer Pfarrer Hans-Dieter Kübler zu erfahren ist, sind dort seit der Überweisung vom Mai für Gabriella weitere Spenden in Höhe von 1 867 Euro eingetroffen, die jetzt überwiesen werden. Wie er berichtet, sind die Kinder aus Zsobok am Freitagabend in Premnitz mit einem sehr schönen Taizé-Gebet verabschiedet worden. Nach dem Gebet habe sich am Himmel ein doppelter Regenbogen gezeigt.

Wie Heimleiterin Elisabeth Ruzsa sagt, hat sich Gabriella schneller erholt, als man erwartet hatte. „Sie hat genau gemacht, was die Ärzte gesagt haben“, erzählt sie, „sie war sehr tapfer.“ Mitte Mai sei ihre Chemotherapie zu Ende gegangen. Am 25. Juni sei sie mit ihr in Budapest gewesen, wo eine erste Fußprothese angepasst worden sei. Im Oktober werde sie eine neue Prothese bekommen, die zwei Jahre halten soll. Es gehe Gabriella den Umständen entsprechend gut, berichtet Elisabeth Ruzsa. Manchmal sei sie etwas müde. Bei der letzten CT habe man keine Metastasen in ihrem Körper gefunden. Die Ärzte sagten, fünf Jahre nach der OP seien kritisch.

Von Bernd Geske

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