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Premnitz Immer mehr Kinder beim kostenlosen Frühstück
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13:40 16.04.2018
Zum kostenlosen Frühstück kommen immer mehr Kinder in den Speisesaal der Dachsbergschule in Premnitz. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Die Grundschule Am Dachsberg in Premnitz ist die einzige Schule im Westhavelland, an der Kinder ein kostenloses Frühstück bekommen. Es handelt sich aber nicht um eine Rundum-Sorglos-Versorgung für alle. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat ihr Projekt „Ketchup-Club“ schon vor vielen Jahren aufgelegt, damit die Kinder versorgt werden können, die von zu Hause kein Essen mitbekommen.

Das Interesse am kostenlosen Frühstücksbüffet ist in der letzten Zeit enorm gewachsen. Waren vor eineinhalb Jahren noch 60 bis 80 Kinder in den Speisesaal der Schule gekommen, werden in diesen Tagen bis zu 130 Mädchen und Jungen dort gezählt. Dieser Zuwachs droht das Budget zu sprengen, weil die Versorgung über Spenden finanziert werden muss.

Annett Schröder aus Premnitz ist jetzt das siebente Jahr beim „Ketchup-Club“ dabei. Quelle: Bernd Geske

„Das Projekt ist sehr wichtig für unsere Schüler“, erklärt Schulleiter Jens Martin, „denn wir haben feststellen müssen, dass viele ohne Frühstück in die Schule kommen.“ Grundsätzlich würden keine Kinder vom kostenlosen Frühstück ausgeschlossen, sagt er. Zielgruppe seien aber die Mädchen und Jungen, die wegen der Einkommenssituation ihrer Eltern in den Schulsozialfonds aufgenommen werden. Basierend auf diesem Fonds, würden den Familien die Kosten für alle schulischen Veranstaltungen erstattet. In die Dachsbergschule gehen derzeit 330 Kinder, erfahrungsgemäß wird rund ein Drittel in den Schulsozialfonds aufgenommen.

Zu Ostern gab eine Gaststätte 130 Eier und Farbe

Das siebente Jahr ist die Premnitzerin Annett Schröder jetzt als Projektmitarbeiterin beim „Ketchup-Club“ dabei. Seit wenigen Wochen hilft Ramona Staedler aus Premnitz als zweite Kraft mit. Annett Schröder kauft ein, beide bereiten das Frühstücksbuffet zu und waschen anschließend ab. Es gibt gegenwärtig schon einige Menschen, die das Projekt unterstützen, berichtet Annett Schröder. Meistens bekomme sie Lebensmittelspenden: Milchpäckchen, Margarine, Eier, Cornflakes. Zu Ostern habe eine Gaststätte 130 Eier samt Farbe gesponsert. Kürzlich hat jemand einen Korb Erdbeeren gebracht.

„Lebensmittel sind das, was wir am dringendsten brauchen“, erklärt Annett Schröder. Ganz sicher sei, dass Spenden dieser Art direkt bei den Kindern ankommen. Wer Fragen habe, könne sich unter Telefon 0152/ 27 72 67 62 direkt an sie wenden. Sie sei gern bereit, alles genau zu erklären. Selbstverständlich seien auch Geldspenden sehr gern gesehen. Die Awo stelle dafür Spendenbescheinigungen aus.

Es begann mit einem kostenlosen Mittagessen

In früheren Jahren hatte die Premnitzer Awo-Jugendhilfestation Kisy unter dem Namen „Ketchup-Club“ für bedürftige Kinder kostenloses Mittagessen organisiert. Als später der Awo-Bezirksverband Potsdam die Trägerschaft übernahm, gab es einen Wechsel zum kostenlosen Frühstück. Unter dem Namen „Spirellibande“ sorgt der Verband (neben Premnitz) derzeit noch an sieben Potsdamer Schulen fürs Frühstück.

„Wir organisieren die kostenlose Frühstücksversorgung, um zur Chancengleichheit bei den Kindern beizutragen“, erklärt Awo-Projektkoordinatorin Franziska Löffler. Es gebe in Potsdam mindestens sieben weitere Schulen, die gerne dabei sein würden, berichtet sie. Es habe jetzt auch schon eine Anfrage aus einer Rathenower Schule gegeben. Für die Schule in Premnitz würden definitiv mehr Sponsoren gebraucht, betont Franziska Löffler. Es wäre auch toll, falls sich dort ehrenamtliche Helfer beteiligen würden.

Von Bernd Geske

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