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Premnitz Kritische Haltung zur Müllverbrennung
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14:51 26.07.2018
Die Müllverbrennungsanlage von EEW Premnitz soll eine zweite Linie bekommen. Quelle: EEW Premnitz GmbH
Premnitz

 In der Stadt Premnitz formiert sich eine Gruppe von Anwohnern, die künftig bei der Industrie genauer hinschauen wollen. Noch hat es keine öffentlichen Veranstaltungen dieser Initiative gegeben, doch zeichnet sich ab, dass wohl Stefan Behrens, Besitzer des Kunsthauses „Villa am See“ in Premnitz, einer ihrer Sprecher wird.

Den letzten Anstoß zur Gründung dieser Gemeinschaft gab der Plan der EEW Premnitz GmbH, an ihrer Müllverbrennungsanlage im Industriepark eine zweite Linie zu bauen. Vom 6. Juni bis 5. Juli haben die Planungsunterlagen für das Projekt unter anderem in der Stadtverwaltung Premnitz zur Einsicht für alle Interessierten ausgelegen.

Stefan Behrens, der Sprecher der Initiative, und seine Frau Ulrike sind die Inhaber des Premnitzer Kunsthauses „Villa am See“. Quelle: Christin Schmidt

Müllverbrennung ist alternativlos“, stellt Stefan Behrens fest, „doch es gibt keine Anlage, die hundertprozentig sicher ist.“ Keiner könne genau sagen, was bei der Verbrennung alles entstehe. Es entstünden auch hochtoxische und flüchtige Dioxine. Die Initiative wolle erreichen, dass alles für die Gesundheit der Anwohner getan werde, was technologisch machbar sei.

Die Stadt Premnitz habe sich positiv gewandelt, sagt Stefan Behrens. Es gebe ein angenehmes Wohnklima hier. Das solle gefördert und nicht unangenehm belastet werden. Er teilt mit, dass er in letzter Zeit häufig von Premnitzern angesprochen worden ist. Zu der Gruppe, die sich jetzt bildet, sollen nach seinen Worten 70 Personen gehören.

Auf der Suche nach Partnern

„Wir fühlen uns nicht richtig informiert“, sagt Stefan Behrens. Eine wirklich gründliche Recherche sei erforderlich. Die Mitglieder der Initiative wollten sich sachkundig machen und zu diesem Zweck Partner suchen. Es solle dabei auch um die Frage gehen, was mit Blick auf die Industrie noch alles auf die Premnitzer zukommt. Zum Beispiel sei auf der freigeräumten Fläche der alten Viskoseanlage der Bau einer Müllsortierungsanlage geplant, teilt Stefan Behrens mit. Hier müsse geklärt werden, welche negativen Einflüsse auf die Stadt zu erwarten seien.

Um nicht falsch verstanden zu werden, hat Stefan Behrens aber betont: Es sei nicht das Ziel der Initiative, eine weitere Industrieansiedlung in Premnitz zu verhindern. Der Standort werde gebraucht. Es solle aber das Mögliche für die Anwohner getan werden.

EEW: Jeder Zeit gerne Rede und Antwort

„Wir stehen für Informationsveranstaltungen zur Verfügung und jeder Zeit gerne Rede und Antwort“, teilt Rüdiger Bösing, Kaufmännischer Geschäftsführer von EEW Premnitz dazu mit. Das jetzt gerade laufende Genehmigungsverfahren sei ein von Natur aus offener und transparenter Prozess. EEW werde diesen als Vorhabenträger nach besten Kräften unterstützen. Dazu gehöre selbstverständlich, die Fragen der Premnitzer Bürgerinnen und Bürger zu beantworten.

Klaus Piefke, der Anlagengeschäftsführer von EEW in Premnitz, sagt: „EEW hält in Premnitz die strengen Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes beziehungsweise der dazugehörigen 17. Bundes-Immissionsschutz -Verordnungen sicher ein.“ Das werde auch nach Inbetriebnahme der zweiten Linie der Fall sein. Befürchtungen, EEW werde gesetzliche Vorgaben nicht einhalten, erteilt er eine Absage. Wer wissen wolle, wie sein persönlicher Hausmüll einer sicheren und schadlosen Verwertung zugeführt werde, könne sich gern bei einer Anlagenführung davon überzeugen.

Investitionssumme 60 Millionen Euro

Die EEW Premnitz GmbH hat eine Investitionssumme von 60 Millionen Euro als Kosten für die zweite Verbrennungslinie genannt. Die Fertigstellung ist nach dem jetzigen Stand der Dinge nicht vor 2021 zu erwarten. Von der Stadt Premnitz war gestern zu erfahren, dass eine Informationsveranstaltung für die Bürger über das Vorhaben angesetzt ist. EEW-Vertreter berichten am Montag, 27. August, um 18 Uhr in der Oberschule Premnitz über das Projekt und beantworten Fragen.

Von Bernd Geske

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