Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Premnitz Spendenaufrufe für Kinder ohne Frühstück verhallen ungehört
Lokales Havelland Premnitz Spendenaufrufe für Kinder ohne Frühstück verhallen ungehört
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:54 27.08.2018
Annett Schröder bei der Ausgabe des für die Kinder kostenlosen Frühstücks im Speisesaal der Dachsbergschule. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

 Zwei Aufrufe, den „Ketchup-Club“ an der Grundschule Am Dachsberg in Premnitz mit Spenden zu unterstützen, sind ohne Erfolg verhallt. „Das ist sehr enttäuschend“, sagt Annett Schröder, Projektmitarbeiterin beim „Ketchup-Club“. Über dieses Projekt des Bezirksverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) werden Kinder mit einem kostenlosen Frühstück versorgt, die von zu Hause kein Essen in die Schule mitbekommen.

Grundsätzlich wird kein Kind von dem Frühstück ausgeschlossen. Zielgruppe sind aber in erster Linie die Kinder, die wegen der Einkommenssituation ihrer Eltern in den Schulsozialfonds aufgenommen werden. Erfahrungsgemäß ist das rund ein Drittel aller Kinder. In diesem Jahr gehen 360 Kinder in die Dachsbergschule.

Annett Schröder nennt das Ergebnis „sehr enttäuschend“. Quelle: Bernd Geske

Annett Schröder sah sich in diesem Frühjahr zu einem Spendenaufruf veranlasst, weil in letzter Zeit immer mehr Kinder zum kostenlosen Frühstück kommen. Waren es vor zwei Jahren noch 60 bis 80 Kinder, sind Ende letzten Schuljahres manchmal bis zu 130 gezählt worden. Da das neue Schuljahr gerade begonnen hat, lässt sich über die aktuelle Zahl noch nicht viel sagen. Sicher ist aber, dass die Schule 30 Kinder mehr hat als im letzten Jahr.

100 Euro die Woche müssen reichen

Weil die Lebensmittel für den „Ketchup-Club“ durch Spenden finanziert werden müssen, liegt auf der Hand, dass das Budget angesichts steigender Teilnehmerzahlen knapper wird. Annett Schröder berichtet, dass sie gegenwärtig mit 100 Euro die Woche für Essen und Trinken auskommen muss. Das sind 20 Euro pro Frühstücksbüffet.

Weil der erste Spendenaufruf gar keinen Erfolg hatte, hat Annett Schröder einige Zeit später in einem großen sozialen Netzwerk noch einen persönlichen Aufruf nachgeschoben. Das darf man dort, wenn man selbst Geburtstag hat. Keine einzige Spende hat ihr vor wenigen Tagen ihr diesjähriges Wiegenfest verschönt.

Kleine Gruppe spendet regelmäßig

Gegenwärtig wird der „Ketchup-Club" durch eine kleinere Gruppe von Privatleuten in gewisser Regelmäßigkeit meist mit kleineren Lebensmittelspenden unterstützt. „Wir haben gedacht, es gibt in Premnitz auch größere Betriebe“, sagt Projektmitarbeiterin Ramona Staedler, „aber es kam keine Reaktion.“

Im September wollen die beiden Frauen nun eine größere Anzahl von Briefen mit der Bitte um Spenden herausschicken. Das ist früher immer im Frühjahr gemacht worden. 2017 gingen rund 70 Briefe heraus, einige hatten auch Erfolg. Jetzt sollen deutlich mehr Briefe geschrieben werden, schließlich werden die Spenden dringend gebraucht.

Von Bernd Geske

An der Havelpromenade in Premnitz fand von Freitag bis Sonntag zum zweiten Mal das Uferfest statt. Viele Besucher stellten fest, dass sich die neue Festlichkeit in der Stadt etabliert hat.

26.08.2018

Der Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung eröffnet am Dienstag die neue Premnitzer Sitzungsrunde. Als wichtigstes Thema steht die Prioritätenliste der Investitionen im nächsten Jahr auf dem Plan.

24.08.2018

Das „Haus Havelland“ in Premnitz ist eine Dauerwohnstätte für 28 Menschen, die als Folge von Suchtmittelmissbrauch kein selbstbestimmtes Leben mehr führen können. Sie gehört zu den Havelland-Kliniken.

24.08.2018