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Premnitz Landrat besucht Premnitzer Faserproduktion
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17:54 31.07.2018
Hier werden Fasern produziert. Quelle: foto: antje schroeder
Premnitz

Die Märkische Faser GmbH steht in Premnitz wie kaum ein anderes Unternehmen für die Geschichte des Standortes. Das Chemiefaserwerk wurde nach dem politischen Umbruch zur Märkischen Faser GmbH. Der Betrieb ist inzwischen ein Unternehmen von vielen auf dem Gelände des ehemaligen Chemiefaserwerkes. Aber die Produktpalette steht ganz in der Tradition des alten Werkes.

Eine Besonderheit

In vier Wochen geht in Premnitz bei dem Unternehmen eine neue Anlage in Betrieb, die derzeit ausprobiert wird. Recycling-Fasern in höchster Qualität – das sei etwas Besonders, sagt Werksleiter Peter Müller.

Zu Besuch ist Landrat Roger Lewandowski, der – wie immer vor der persönlichen Sommerpause – noch einige Gemeinden in seinem Kreis besucht. Vor zwei Wochen war er in Nennhausen, am Dienstag hatte Roger Lewandowski mehrere Stationen in Premnitz eingeplant.

Die Prudktionsanlage der Märkischen Faser GmbH Quelle: Antje Schröder

Roger Lewandowski erfährt hier, dass mit dem neuen Verfahren alte Fasern zu neuen umproduziert werden. Die alten Gegenstände werden zunächst geschreddert, bis Granulat entsteht. Aus dem Granulat entstehen in einem aufwendigen Verfahren neue Fasern, die allen Qualitätsprüfungen standhalten.

Peter Müller erinnert an die Anfänge des Recyclings: „Da wurden Bänke und ähnliche Gegenstände aus dem Granulat hergestellt. Aber Fasern herzustellen, die dann auch so gut sind, wie neue, das ist eine echte Herausforderung, der wir uns am Standort in Premnitz stellen.“

50 000 Tonnen

Der Landrat wird später Gelegenheit haben, de Fasern zu testen. Das ist die Zukunft. Zu Gegenwart gehört die Polyesterproduktion. 50 000 Tonnen im Jahr. Verwendet werden die Fasern aus Premnitz für ganz unterschiedliche Produkte. Natürlich Bekleidung – aber auch in der Medizin, in der Autoindustrie, für Heimtextilien und Babywindeln.

Die Rohstoffe erreichen die MFAG über die Schiene. „Wir sind derzeit das einzige Unternehmen auf dem Gelände des ehemaligen Chemiefaserwerkes, das die Bahngleise nutzt. Landrat Roger Lewandowski hofft, dass es mehr Betriebe werden.

Besichtigung der neuen Anlage: Werksleiter Peter Müller, Bürgermeister Ralf Tebling und Landrat Roger Lewandowski (v.l.). Quelle: Joachim Wilisch

Im Zusammenhang mit dem Abriss der Wolpryla-Anlagen wurden dort neue Gleisteile verlegt. Mit der Osthavelländischen Eisenbahn steht ein kreiseigenes Unternehmen parat, das die logistischen Anforderungen stemmen kann. Die Auslieferung der Fasern erfolgt mit Lastwagen.

Den Mitarbeitern steht ein umfangreiches Angebot zur Verfügung, das sie nutzen können. Zum Beispiel das Sportangebot. „Wir werden den Fitnessraum noch einmal erweitern“, sagt Peter Müller. Hier können sich Mitarbeiter der MFAG unter Anleitung eines Trainers an unterschiedlichen Geräten trainieren.

Noch mehr im Portfolio

Das ist aber nicht alles: Gutscheine für das Freibad, Zusatzurlaub für Mitarbeiter, die nie fehlen oder Hilfe beim Erwerb des Führerscheins. „Wir unterstützen unsere Leute sehr vielfältig, wir wollen, dass sie sich hier wohlfühlen“, sagt Peter Bauer.

Auch bei der Wohnungssuche kann die MFAG-Unternehmensspitze in Zukunft noch besser helfen. Die Stadt Premnitz hat der MFAG ein Grundstück verkauft, auf dem die Märkische Faser AG Werkswohnungen errichten will.

In 30 Länder der Welt

Die Märkische Faser GmbH hält eine weltweit einzigartige Position auf dem Gebiet der Chemiefasern. Innovation, Qualität und Kundenservice prägen die Unternehmensphilosophie.

Geschäftsführer ist Eberhard Brack. Er will mit dem Unternehmen auf dem globalen Textilmarkt eine aktive und verantwortungsvolle Position als Produzent von Spezial-Fasern einnehmen und dadurch regionale Arbeitsplätze zu sichern.

Mit einer Produktionskapazität von rund 50.000 Tonnen im Jahr, kann die Märkische Faser GmbH sowohl strategisch als auch technologisch und geographisch sogar auf spezielle Anforderungen des Marktes reagieren.

Die Grisuten-Polyester-Fasern finden ihr breites Einsatzspektrum in Deutschland und in der europäischen Textilindustrie. Mit Verkaufsstrukturen zur Belieferung von weltweit operierenden Kunden ist die Märkische Faser GmbH in der Lage auch in entfernte Regionen zu liefern.

Bei der Märkischen Faser AG gibt es zahlreiche Ausbildungsplätze und auch hier sind im neuen Ausbildungsjahr nicht alle Stellen besetzt. „Darüber hinaus bemühen wir uns sehr, Flüchtlinge, die einen Bleibestatus haben, zu integrieren“, sagt Peter Müller. Man habe durchaus gut Erfahrungen und werde nun auch eine Person in eine feste Anstellung übernehmen. Menschen mit Handicap haben ebenfalls gute Chancen in gewissen Arbeitsbereichen.

Etwas schwierig gestalte sich manchmal der Weg zu einer Arbeitserlaubnis und einem Visum für Ausländer. Peter Müller sagte, hier gehe es mitunter bürokratisch zu. „Und das, obwohl wir diese Leute brauchen.“

Lob vom Bürgermeister

In 30 Länder gehen die Produkte aus Premnitz. Die Märkische Faser AG ist wieder einer der großen Akteure am Premnitzer Industriestandort. Darüber freut sich auch der B+ürgermeister der Stadt, Ralf Tebling: „Es ist gut, wenn eine Kommune solche Betriebe hat.“ Andere wären froh, wenn sie ein Unternehmen im Format der MFAG am Standort hätten.

Von Joachim Wilisch

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